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Weser-Kurier: Über Mehmet Scholl schreibt Olaf Dorow

Bremen (ots) - Zitat Mehmet Scholl: "Doping ist das Schlimmste im Sport." Eine klare Ansage. Scholl stand für klare Ansagen. Dafür mochten ihn viele, auch wenn er bisweilen zu ungerecht oder gar verletzend wurde. Aber Scholl war meinungsstark. Was wollte man mehr von einem TV-Experten?

Es ist schade, dass man das in der Vergangenheitsform aufschreiben muss. Die ARD hat sich von Scholl getrennt. Sie sagt nicht, warum. Aber es wurde nun mal aktenkundig, dass man sich beim - schlimmsten - Thema Doping entzweite. Der Sender wollte es beim Confed-Cup auf die Tagesordnung heben. Für Scholl hatte es da "keine Relevanz" und er keinen Bock darauf. Er ging.

Mal abgesehen davon, dass sehr wohl eine Relevanz vorlag, hatte Scholls Boykott eine Wirkung. Eine schlechte. Er hat, ob er wollte oder nicht, das unangebrachte Wegschau-Klischee bedient, in dem Doping im Fußball nichts bringt. Eine These wie ein Abseitstor. Scholl hätte diskutieren können. Das hätte man sich vom Experten erwartet. Ein Thema, das längst eines ist, nonchalant abzuwürgen, bringt niemanden weiter. Den Zuschauer nicht, den Fußball nicht - und Scholl auch nicht.

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