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Weser-Kurier: Kommentar von Norbert Holst über die Mitgliederentwicklung der Parteien

Bremen (ots) - Das politische Jahr 2015 war reich an Krisen, aber auch an aufregenden Momenten. Und doch bestätigt sich der Trend der vergangenen Jahre: Die Mitgliederzahlen der Parteien sinken auf breiter Front. Besonders hart trifft es CDU und SPD. Die Verluste, sie bewegen sich im unteren fünfstelligen Bereich, sind für beide Parteien sogar erheblich größer ausgefallen als im Vorjahr. Das Fundament der Volksparteien zerbröselt. Beispiel SPD: Sie zählte bei der Wiedervereinigung noch rund 943000 Mitglieder - die Zahl hat sich auf 446000 mehr als halbiert. Noch schlimmer: Beim Durchschnittsalter sind CDU und SPD mit 59 Jahren den traditionell überalterten Linken (60 Jahre) erschreckend nahe gekommen. Die Altersgruppe der jüngeren Mitglieder bis 30 Jahre ist hingegen deutlich unterrepräsentiert. Und nicht einmal mehr 1,8 Prozent der beitrittsberechtigten Bevölkerung sind überhaupt in einer der im Bundestag vertretenen Parteien. CDU und SPD stehen nur noch für einen immer kleineren Teil des Volkes - und das nicht einmal halbwegs repräsentativ. Die gute, alte Volkspartei - es gibt sie nicht mehr.

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