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Weser-Kurier: Kommentar von Daniel Theweleit zu Jürgen Klopp

Bremen (ots) - Jürgen Klopp ist ein Alphatier, manche sagen auch: ein Machtmensch. Öffentlichen Widerspruch duldet er nur selten, und in manchen Momenten offenbart sein Wesen eine Neigung zur Selbstherrlichkeit. Auch auf der Pressekonferenz am Mittwoch meinten einige Beobachter diese Seite des gebürtigen Schwaben zu sehen. Dass so ein Typ sein eigenes Scheitern derart klar erkennt und umgehend entsprechende Konsequenzen zieht, ist höchst ungewöhnlich. Denn Klopp verlässt Dortmund nicht, weil er dem Ruf eines größeren Vereines folgt, und auch nicht, weil er nicht mehr erwünscht ist. Der 47-Jährige gesteht sich selbst ein, dass eine Trennung für alle Seiten die beste Lösung ist. Vermutlich beschleunigte die drohende Vertragsunterzeichnung von Thomas Tuchel beim Hamburger SV den Vorgang, denn ohne die Möglichkeit, sein BVB-Baby dem ehemaligen Mainzer Trainer anzuvertrauen, wäre Klopp dieser Rücktritt vermutlich viel schwerer gefallen. Dennoch ist es nicht selbstverständlich, ein kleines Lebenswerk ohne konkrete persönliche Zukunftsoption einfach hinter sich zu lassen. Dazu sind wahrlich nicht viele Führungskräfte in der Lage. Sollte der BVB in naher Zukunft wieder um die Meisterschaft mitspielen, hat Klopp sich an diesem Tag des Rücktrittes endgültig ein schwarz-gelbes Denkmal gesetzt.

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