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Weser-Kurier: Kommentar von Thomas Spang zu den Atomverhandlungen mit dem Iran

Bremen (ots) - Für die Atomverhandlungen mit Iran schlägt die Stunde der Wahrheit: Eine weitere Nachspielzeit können sich die beteiligten Parteien jedenfalls nicht leisten. Dafür gibt es zu viele Kräfte, die dann alles daran setzen werden, den Prozess endgültig zu stoppen: angefangen bei der israelischen Regierung Netanjahu über Irans Erz-Rivalen Saudi-Arabien bis hin zum US-Kongress, der neue Sanktionen beschließen könnte. Am allerwenigsten kann es im Interesse des Regimes in Iran liegen, eine diplomatische Lösung zu verpassen. Wirtschaftlich steht Teheran durch sinkende Ölpreise und Sanktionen mit dem Rücken an der Wand. Und militärisch droht eine Konfrontation über seine Atomanlagen. Aber auch der Westen hat viel zu verlieren. Die Alternative zu einem verhandelten Kompromiss wäre der Einsatz nackter Gewalt. Dabei hegen die Militärs größte Zweifel, ob es möglich ist, das Nuklearprogramm soweit zurückbomben, dass es keine Gefahr mehr darstellt. Umso sicherer darf angenommen werden, dass Iran einen Angriff nicht einfach so hinnähme. Beide Seiten müssen sich bewegen, ein überprüfbares Abkommen zu erreichen. Ziel muss ein ausreichender Deal sein, der einen Nuklearwettlauf in der Region verhindert. Es steht für alle Seiten zu viel auf dem Spiel, um in Lausanne nicht zum Abschluss zu kommen.

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