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Weser-Kurier: Kommentar von Mareike Meyer zur BAföG-Reform

Bremen (ots) - Ein unter Studenten beliebter Scherz besagt: "Nur Chuck Norris schafft sein Studium in Regelstudienzeit." Für Hollywoodstar Norris wäre somit auch das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) mit seiner maximalen Förderungsdauer kein Hindernis. Unterstützt wird nur während der Regelstudienzeit des jeweiligen Studiengangs. Und danach? Ist man entweder fertig oder hat genug gespart, um sein Studium selbst zu finanzieren und nicht in der Endphase abbrechen zu müssen. Weniger als die Hälfte aller angehenden Akademiker bleibt innerhalb dieses Zeitplans. Dass die von der Bundesregierung angepriesene BAföG-Reform an dieser Stelle keinerlei Neuerungen vorsieht, ist enttäuschend. Und genau hier scheitert die angestrebte Chancengleichheit. Wer nicht auf die Förderung angewiesen ist, kann sich mehr Zeit für sein Studium nehmen. Sogar Praktika und Auslandsaufenthalte sind möglich, immerhin gibt es weniger Zeitdruck. Wenn ein Kurs nicht bestanden wird, wiederholt man ihn im nächsten Jahr. Der Luxus dieser entspannten Einstellung bleibt BAföG-geförderten Studenten verwehrt. Über ihnen schwebt dauerhaft das Damoklesschwert, die Hochschule ohne Abschluss verlassen zu müssen, wenn sie nicht schnell genug sind. Das dürfte selbst Chuck Norris unter Druck setzen.

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