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Weser-Kurier: Zu Merkels EU-Politik schreibt Joerg Helge Wagner:

Bremen (ots) - Hört, hört! Angela Merkel, Bundeskanzlerin und Chefin einer immer noch weitgehend konservativen Volkspartei, unterstützt nun den Spitzenkandidaten der europäischen Konservativen für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten. Sie führt jetzt Gespräche "genau in diesem Geiste", nämlich dass Jean-Claude Juncker den Job bekommt. Die angeblich mächtigste Frau der Welt wirkt nicht besonders mächtig, wenn sie solche Beteuerungen abgeben muss. Denn in Muttis Machtküche stehen zu viele Töpfe unter Dampf: die eigene Partei, die konservativen Kollegen unter den Regierungschefs, die Opposition, das Europäische Parlament - irgend etwas droht gerade immer überzukochen. Jetzt zeigt sich überdeutlich, was für eine Schnapsidee das war mit den Pseudo-Spitzenkandidaten. Paradoxerweise stehen die siegreichen Konservativen bedröppelt da: Offenbar waren vier ihrer Regierungschefs gar nicht überzeugt, als man Juncker auf den Schild hob. Da der nun aber erst einmal Rückenwind von den Sozialisten hat - ohne die es keine Mehrheit gibt - heißt die Alternative zum ungeliebten Juncker Krach mit dem ganzen Parlament bei rasendem Verlust der eigenen Glaubwürdigkeit. Merkel denkt die Dinge also endlich wieder von ihrem Ende her.

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