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Weser-Kurier: Kommentar von Joerg Helge Wagner zum weltweiten Waffenhandel

Bremen (ots) - Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI bemüht sich um ein belastbares Bild, indem es die Rüstungsexporte von jeweils fünf Jahren mittelt. Aber auch hier findet das Ranking allein nach dem Warenwert statt. Das macht dann Deutschland mit seinen teuren Hightech-Militärgeräten, die zum größten Teil an NATO-Partner geliefert werden, zum drittgößten Waffenhändler der Welt. Und Jan van Aken, außenpolitischer Sprecher der Linken, schäumt: "hemmungslos und aggressiv" verkaufe Deutschland "seine Waffen in alle Welt". Das ist Quatsch: Kaum ein Land legt sich engere Fesseln bei Rüstungsexporten an; in der Summe sanken sie sogar um fast ein Viertel. In die entstehenden Lücken stoßen andere - China etwa oder Russland. Das lieferte auch einen Flugzeugträger an Indien. Dessen Importe liegen statistisch jetzt dreimal über denen von China - kein Wunder: Das Reich der Mitte baut sich seine Flugzeugträger mittlerweile selbst. Die meisten Opfer aktueller Kriege werden nicht durch U-Boot-Torpedos oder Flugabwehrraketen getötet, sondern mit Sturmgewehren, Mörsergranaten und Landminen. Diese Billigheimer im tödlichen Angebot bauen sich kriegführende Schwellenländer längst selbst. Das aber taucht im Ranking erst ganz unten auf.

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