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24.01.2007 – 20:10

Börsen-Zeitung

Börsen-Zeitung: SAP von der Stange, Kommentar von Bernd Freytag zum Investitionsprogramm für eine komplett neue Mittelstandssoftware

    Frankfurt (ots)

Es war ein schwer verdaubarer Cocktail, den SAP gestern seinen Anlegern zumutete. Jahreszahlen korrigiert, neue Prognosekennziffern und zudem ein bis zu 400 Mill. Euro schweres Investitionsprogramm für eine komplett neue Mittelstandssoftware - das muss der Markt erst verdauen. Bei so viel Unsicherheit nehmen die Investoren erst einmal Abstand.

    Tatsächlich ist im Geschäftsmodell von SAP ein durchgreifender Wandel zu beobachten, dessen Folgen für die Bewertung kaum abzusehen sind. Um der rückläufigen Wachstumdynamik im Geschäft mit Großunternehmen etwas entgegenzusetzen, haben die Walldorfer den Mittelstand für sich entdeckt. Diese Zielgruppe kann sich zwar vor Softwareangeboten kaum retten, aber der Markt ist riesig, und er wächst. Wie sich jetzt zeigt, finden die SAP-Lösungen dort jedoch nicht den gewünschten Widerhall. SAP-Programme gelten als zu teuer und zu komplex, deshalb entwickelt der Konzern für bis zu 400 Mill. Euro eine vollkommen neue Software.

    Nun gibt es also aus Walldorf erstmals, wie es Konzernchef Henning Kagermann nennt, "Software von der Stange". Zugeschnitten auf die Belange des Mittelstands, standardisiert, kaum zu ändern und mit Blick auf die Gesamtkosten gerade mal ein Zehntel (!) so teuer.

    Damit öffnet sich der Konzern auf Druck des Marktes einem neuen Vertriebs- und Bezahlmodell. Statt hoher einmaliger Lizenzzahlungen fließen monatliche Mietgebühren. Service- und Wartungseinnahmen werden drastisch sinken, IT-Dienstleister müssen draußen bleiben. Und um den teuren Vertrieb zu sparen, sollen die Programme elektronisch vertrieben werden, auch das ist nicht gerade Kernkompetenz von SAP.

    Das Lizenzgeschäft alter Prägung stirbt aus. Noch sind es "nur" 15 Mrd. Dollar aus dem von SAP adressierten75-Mrd.-Dollar-Markt, die neu angegangen werden müssen. Aber die Begehrlichkeiten der Kunden werden wachsen: Wieso soll ein großer Mittelständler die deutlich teurere SAP-Suite wählen, wenndasStandard-Produktreicht?

    Die von Kagermann in Aussicht gestellten Renditen jedenfalls wird der Konzern nur erreichen, wenn das Produkt durchschlagenden Erfolg hat. Nur dann greifen die Größenvorteile des Marktführers. Ansonsten wächst der Druck auf den Maßschneider aus Walldorf - Mode von der Stange nämlich, die können viele produzieren.

    (Börsen-Zeitung, 25.1.2007)

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