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Börsen-Zeitung: Warum Nebenwerte glänzen, Kommentar von Christopher Kalbhenn zur Hausse in der zweiten und dritten Reihe

Frankfurt (ots)

Die Nachricht vermochte kaum noch jemanden
aufzuregen. Dass der MDax am vorletzten Handelstag des Jahres mit 
9379 Punkten auf ein Rekordhoch stieg und auch der SDax eine 
Bestmarke erklomm, wurde von den Marktakteuren allenfalls beiläufig 
zur Kenntnis genommen. Zu sehr hat man sich an die Hausse in der 
zweiten und dritten Reihe gewöhnt.
Eine der großen Überraschungen dieses Jahres ist dabei, dass es 
den Nebenwerten im vierten Jahr der Rally zum vierten Mal in Folge 
gelingt, die Standardwerte spürbar zu schlagen. 27% stehen für den 
MDax zu Buche, 22% für den Dax. Dieser hat seit Ende 2002 zwar 
beeindruckende 133% gewonnen, wird aber vom MDax mit 214% klar in den
Schatten gestellt.
Dabei schien das Ende der Outperformance vor rund einem Jahr 
vorgezeichnet, wie die Mehrheit der Marktteilnehmer glaubte. 
Angesichts der Verlangsamung des Wachstums der Weltwirtschaft wurde 
u.a. mit dem im Vergleich zu den Large Caps stärker zyklischen 
Charakter der Nebenwerte argumentiert, die außerdem eine deutlich 
höhere KGV-Bewertung (Kurs-Gewinn-Verhältnis) aufwiesen. Tatsächlich 
ist das Wachstum weltweit nur moderat gebremst worden und in Euroland
sogar gestiegen. Doch das ist nicht der Hauptgrund für die erneute 
Outperformance. Treibende Kraft ist vielmehr der enorme Boom der 
Fusions- und Übernahmeaktivitäten, der in dieser Form nicht erwartet 
wurde.
Allerdings brauchen die Anhänger der Large Caps nicht zu verzagen.
Denn gerade auf der M&A-Seite hat eine Wende zugunsten der 
Standardwerte eingesetzt. Der relative M&A-Vorteil, den die 
Nebenwerte aufgrund der geringeren Größe der Unternehmen genießen, 
nimmt ab, denn es treten zunehmend Käufer auf den Plan, die, mit 
erheblich größeren Mitteln ausgestattet, immer größere Kaliber ins 
Visier nehmen.
Darüber hinaus besteht durchaus die Möglichkeit, dass der stärker 
zyklische Charakter der zweiten und dritten Reihe im nächsten Jahr zu
einem entscheidenden Nachteil wird. Denn die US-Konjunktur könnte 
unter dem Druck der Schwäche am Immobilienmarkt empfindlich abkühlen.
Außerdem ist der Bewertungsaufschlag bei einem KGV auf Basis der 
Schätzungen für 2007 von 16 für den MDax bei 13 für den Dax immer 
noch beträchtlich.
(Börsen-Zeitung, 29.12.2006)

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