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12.10.2006 – 20:45

Börsen-Zeitung

Börsen-Zeitung: MAN betätigt die Lichthupe, Kommentar zum Übernahmepoker um Scania von Björn Godenrath

    Frankfurt (ots)

Wer vorwärts kommen will, muss sich Platz schaffen. Getreu diesem Motto hat MAN-Chef Håkan Samuelsson seinen Brummi auf die Überholspur gewuchtet und betätigt nun entschlossen die Lichthupe. Scania-CEO Leif Östling sieht den Truck heranrauschen und blinkt auf Anraten seines Beifahrers Volkswagen rechts. Gerne hätte er weiter die Spur blockiert oder den Turbo gezündet. Ohne das Plazet seines Eigners und obersten Kontrolleurs sind ihm Gegenattacken jedoch verwehrt.

    Östling muss sich derzeit ganz schön auf die Lippe beißen, kann er doch nicht so, wie er eigentlich wollte. Zwar nehmen die VW-Vertreter wegen ihrer Doppelrolle als MAN-Eigner derzeit nicht an den Sitzungen des Verwaltungsrates teil. Eine Gegenofferte kann Östling trotzdem nicht lancieren. Gegen die Stimmrechte der letztlich zu konsultierenden Wolfsburger lässt sich das nicht realisieren.

    Die Münchner hingegen können ohne einen Großaktionär im Aufsichtsgremium auftrumpfen und auch mal überfallartig zu Werke gehen. Ruckzuck wurden über die Citigroup weitere Aktien eingesammelt, das Scania-Paket beträgt nun gut 14%, ein weiteres Anwachsen nicht ausgeschlossen.

    Was dem bockigen Scania-Chef besonders zu denken geben sollte, ist die drohende Stimmrechtsmehrheit der Achse MAN-Volkswagen. VW-Chef Bernd Pischetsrieder, mit Östling schon lange im Clinch, hatte dem Schweden unlängst eine verpasst, indem er VWs Handlungsspielraum um die Option einer feindlichen Transaktion erweiterte. MAN hat dementsprechend gehandelt und ihre Position für diese Variante gestärkt - ohne dabei freilich den Weg für pragmatische Gespräche zu verbauen. Das Angebot ließe sich für die Verhandlungen temporär aussetzen, um in einem finalen Entwurf den Interessen der Großaktionäre zu entsprechen.

    Die Schlüsselrolle in dem M&A-Krimi kommt dem VW-Konzern zu. Sofern Pischetsrieder von seinen Aufsehern keine Knüppel zwischen die Beine bekommt, dürfte das Votum pro MAN ausfallen. Seine Präferenz für einen Lkw-Lenker Samuelsson ist offenbar. Insofern könnte es nach der Tagung des VW-Aufsichtsrates am Sonntag ganz schnell gehen. Wird die Sache von der Scania-Seite angegangen, würden sich die Kontrahenten angesichts derzeitiger Anteilsverhältnisse unübersichtlich ineinander verhakeln. Eine Lösung, von der kein Aktionär profitieren würde.

Rückfragen bitte an:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0

    Frankfurt Wer vorwärts kommen will, muss sich Platz schaffen. Getreu diesem Motto hat MAN-Chef Håkan Samuelsson seinen Brummi auf die Überholspur gewuchtet und betätigt nun entschlossen die Lichthupe. Scania-CEO Leif Östling sieht den Truck heranrauschen und blinkt auf Anraten seines Beifahrers Volkswagen rechts. Gerne hätte er weiter die Spur blockiert oder den Turbo gezündet. Ohne das Plazet seines Eigners und obersten Kontrolleurs sind ihm Gegenattacken jedoch verwehrt.

    Östling muss sich derzeit ganz schön auf die Lippe beißen, kann er doch nicht so, wie er eigentlich wollte. Zwar nehmen die VW-Vertreter wegen ihrer Doppelrolle als MAN-Eigner derzeit nicht an den Sitzungen des Verwaltungsrates teil. Eine Gegenofferte kann Östling trotzdem nicht lancieren. Gegen die Stimmrechte der letztlich zu konsultierenden Wolfsburger lässt sich das nicht realisieren.

    Die Münchner hingegen können ohne einen Großaktionär im Aufsichtsgremium auftrumpfen und auch mal überfallartig zu Werke gehen. Ruckzuck wurden über die Citigroup weitere Aktien eingesammelt, das Scania-Paket beträgt nun gut 14%, ein weiteres Anwachsen nicht ausgeschlossen.

    Was dem bockigen Scania-Chef besonders zu denken geben sollte, ist die drohende Stimmrechtsmehrheit der Achse MAN-Volkswagen. VW-Chef Bernd Pischetsrieder, mit Östling schon lange im Clinch, hatte dem Schweden unlängst eine verpasst, indem er VWs Handlungsspielraum um die Option einer feindlichen Transaktion erweiterte. MAN hat dementsprechend gehandelt und ihre Position für diese Variante gestärkt - ohne dabei freilich den Weg für pragmatische Gespräche zu verbauen. Das Angebot ließe sich für die Verhandlungen temporär aussetzen, um in einem finalen Entwurf den Interessen der Großaktionäre zu entsprechen.

    Die Schlüsselrolle in dem M&A-Krimi kommt dem VW-Konzern zu. Sofern Pischetsrieder von seinen Aufsehern keine Knüppel zwischen die Beine bekommt, dürfte das Votum pro MAN ausfallen. Seine Präferenz für einen Lkw-Lenker Samuelsson ist offenbar. Insofern könnte es nach der Tagung des VW-Aufsichtsrates am Sonntag ganz schnell gehen. Wird die Sache von der Scania-Seite angegangen, würden sich die Kontrahenten angesichts derzeitiger Anteilsverhältnisse unübersichtlich ineinander verhakeln. Eine Lösung, von der kein Aktionär profitieren würde.

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