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Börsen-Zeitung: Starker Abgang, Kommentar zum Quartalsergebnis der BASF von Sabine Wadewitz

Frankfurt (ots) - Der Kraftakt hat sich gelohnt! Unermüdlich hat das Management des weltgrößten Chemiekonzerns BASF die Kostensenkung und Restrukturierung in der Konjunkturkrise forciert, nachdem die Branche den stärksten Einbruch in der Nachkriegsgeschichte hinzunehmen hatte. Gepaart mit den wiedererstarkten gesamtwirtschaftlichen Wachstumskräften steuert das Unternehmen nun auf Rekorde bei Umsatz und Ergebnis zu. Die BASF lässt nicht nur die Krise hinter sich, die stolzesten Werte der Vorjahre werden in den Schatten gestellt.

Die Erfolgsstory kommt nicht gänzlich überraschend, doch vom Ausmaß der Dynamik ist offensichtlich selbst das Management überrascht worden. Vorstandschef Jürgen Hambrecht hatte Ende Juli beim Überblick über die ersten sechs Monate noch davor gewarnt, die guten Ergebnisse aufs Jahr hochzurechnen - doch genau dies beweist sich nun als die richtige Arithmetik.

Wie unsicher die Lage noch vor einigen Wochen eingeschätzt wurde, zeigt sich auch daran, dass der Konzern bis gestern keine konkrete Ergebnisprognose stellen wollte. Inzwischen hat sich die Sicht offenbar so weit verbessert, dass von anhaltendem Schwung im vierten Quartal ausgegangen werden kann. Die BASF ist bekannt für konservative Vorhersagen, in Ludwigshafen wird eher schwarz gemalt als durch die rosarote Brille geschaut. Die Einschätzung, dass sich die hohe Dynamik der vergangenen Monate im Jahr 2011 nicht unverändert fortsetzen wird, sollte also nicht allzu negativ beurteilt werden.

Die gute Nachricht hinter den Zahlen ist, dass der Aufschwung von einer starken Mengennachfrage getragen ist und auch die Preise für Chemieerzeugnisse steigen. Die Erholung geht zudem durch alle wesentlichen Segmente des Industriegeschäfts der BASF und wird von allen Regionen getragen. Die Chemie profitiert also nicht nur vom Boom in Asien, sondern kommt auch in Nordamerika voran. Das ist ein gutes Signal für alle Branchen.

BASF-Chef Hambrecht ist der Endspurt gelungen. Für den Manager, der im Mai nächsten Jahres den Stab an Finanzchef Kurt Bock weiterreicht, zeichnet sich ein fulminanter Abschied ab, zumal er in den letzten Monaten seiner Amtszeit an Tempo nicht nachlassen wird. Die Latte für den Nachfolger ist hoch gelegt.

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