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Börsen-Zeitung: Verblüffender Ifo-Index, Kommentar zur Konjunkturerholung von Reinhard Kuls

Frankfurt (ots) - Deutschland beschließt ein riesiges Sparprogramm, andere Länder, die zu den wichtigsten Absatzmärkten der deutschen Exportwirtschaft gehören, auch - und die Stimmung in der hiesigen Wirtschaft wird immer besser. Dieses etwas verblüffende Resultat brachte die jüngste Umfrage des Ifo-Instituts unter 7000 Firmen aus Industrie, Bau, Groß- und Einzelhandel. Dazu kommen noch 2500 Dienstleistungsbetriebe, bei denen ebenfalls die Geschäftsstimmung erhoben wurde - mit gleichem Ergebnis.

Die aktuellen Geschäfte der deutschen Unternehmen laufen immer besser. Nach der schärfsten Rezession in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg hatte Mitte des vergangenen Jahres die Wende zum Besseren eingesetzt. Seither geht es, von einem einzelnen Ausreißer im Februar 2010 abgesehen, Monat für Monat kontinuierlich aufwärts. Inzwischen ist das am entsprechenden Ifo-Lageindex gemessene Niveau so hoch wie seit August 2008 nicht mehr, also bevor die Lehman-Pleite die Weltwirtschaft in den Rezessionsstrudel riss. Die deutsche Volkswirtschaft war wegen ihrer starken Ausrichtung auf die Exporte in besonderem Ausmaß von dem konjunkturellen Absturz in Mitleidenschaft gezogen.

Dieser Einbruch ist also aufgearbeitet. Das zu Ende gehende Quartal dürfte Deutschland ein sehr starkes Wirtschaftswachstum gebracht haben. In den nun folgenden drei bis vier Monaten dürfte zudem, das zeigt der Ifo-Subindex zu den Geschäftserwartungen, der Aufschwung anhalten.

Dann jedoch wird die Luft etwas dünner, und das, noch ohne dass die Schuldenkrise - ob nun die europäische oder doch eine US-amerikanische - eskaliert oder es zu einem neuerlichen Unsicherheitsschock à la Lehman kommt. Inzwischen haben nämlich die vom Ifo-Institut befragten Unternehmen das zweite Mal in Folge ihren Optimismus ein wenig verringert.

Zur Sorge gibt es noch keinen Anlass. So folgt die zweite Korrektur dieses Subindex einem beständigen Anstieg von 16 Monaten. Erst ein Rückgang auch im Juli würde eine Trendwende signalisieren. Das Indexniveau ist noch immer hoch und alles andere als rezessiv. Das Aufholtempo der vergangenen Monate war zu groß, um unter den gesamtwirtschaftlichen Wachstumsbedingungen Deutschlands gehalten werden zu können. Es steht eine Normalisierung auf einem flacheren, aber tragfähigeren Wachstumspfad an.

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