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Börsen-Zeitung: Ein sinnvoller Kauf, Kommentar von Christopher Kalbhenn zur Übernahme der zum Verkauf stehenden Indexsparte von Dow Jones & Co. an Stoxx durch Deutsche Börse und Six Group

Frankfurt (ots)

Die Entscheidung über den Anteil der zum Verkauf
stehenden Indexsparte von Dow Jones & Co. an Stoxx ist gefallen. Die 
Deutsche Börse und der Schweizer Börsenbetreiber Six Group, die 
jeweils ebenfalls mit einem Drittel an dem Index-Betreiber beteiligt 
sind, nehmen ihr Vorkaufsrecht wahr und erwerben die Anteile ihres 
amerikanischen Partners. Zweifellos tätigen sie damit einen 
sinnvollen Kauf.
Sinnvoll und auch alles andere als überraschend ist die 
Entscheidung zur Übernahme der Anteile, weil der Index-Betreiber für 
beide Marktbetreiber ein sehr wichtiges Asset ist. Denn das 
Flaggschiffprodukt des Joint Venture, der Euro Stoxx 50, hat sich in 
den zurückliegenden etwas mehr als zehn Jahren als die unumstritten 
maßgebliche Benchmark für die Aktienmärkte des Euroraums 
durchgesetzt.
Der Future-Kontrakt der Terminbörse Eurex - auch diese ist ein 
Gemeinschaftsunternehmen von Six Group und Deutsche Börse - auf den 
Euro Stoxx 50 ist der mit Abstand volumenstärkste europäische 
Aktien-Index-Future und das einzige Produkt, auf das die 
Marktteilnehmer in Übersee zugreifen, wenn sie sich schnell und 
effizient im Euroland-Aktienmarkt positionieren wollen. Zugleich hat 
der Index den nationalen Aktienmarktbarometern des Euroraums nebst 
ihren Futures erhebliche Marktanteile abgenommen. In der weltweiten 
Rangliste der Futures mit den höchsten Kontraktumsätzen waren der 
Euro Stoxx 50-Future und die Option darauf im zurückliegenden Jahr 
auf den Rängen 4 und 5 zu finden. Mehrere Versuche anderer 
Index-Anbieter und Terminbörsen, dem Euro Stoxx 50 mit eigenen 
Regional-Indizes und auf diese bezogenen Futures Konkurrenz zu 
machen, sind kläglich gescheitert.
Der Erwerb entspricht im Übrigen auch dem strategischen Ziel, das 
die Deutsche Börse erst kürzlich anlässlich des Berichts zum dritten 
Quartal für das nächste Jahr formuliert hat, nämlich verstärkt in das
organische Wachstum zu investieren. Allerdings wird sich die Erhöhung
des Stoxx-Anteils von 33% auf 50% nicht sehr stark auf die Gewinn- 
und Verlustrechnung der Gesellschaft auswirken. Laut dem 
Geschäftsbericht des Frankfurter Marktbetreibers hat die Stoxx 
Limited im zurückliegenden Jahr ein Nettoergebnis von umgerechnet 
rund 33 Mill. Euro erwirtschaftet. Der Gewinn der Deutschen Börse lag
bei 1,03 Mrd. Euro.
(Börsen-Zeitung, 13.11.2009)

Pressekontakt:

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Telefon: 069--2732-0
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