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Börsen-Zeitung: Türchen zum nächsten Hype, Kommentar zu den schlechten Quartalszahlen der UBS von Daniel Zulauf

Frankfurt (ots)

Lange mussten die UBS-Aktionäre dem gestern
abgetretenen Verwaltungsratspräsidenten Peter Kurer zuhören, der die 
Errungenschaften seiner einjährigen Amtszeit minutiös aufzählte. 
Unter anderem pries er das "völlig neue Kompensationsmodell", das die
UBS in der Not des vergangenen Jahres "als erstes Finanzinstitut der 
Welt" entwickelt habe. In der Tat, die Schweizer Großbank hat mit dem
neuen Vergütungsmodell manches verbessert. Die finanziellen 
Leistungsanreize, die einige Mitarbeiter in der Vergangenheit zu 
unglaublich riskanten und letztlich verlustreichen Geschäften 
verleiteten, sind im neuen Modell zumindest in der bisherigen Form 
nicht mehr möglich.
Manager,die neben ihrem Grundsalär Aktien, Optionen oder auch 
Bargeld als zusätzliche variable Erfolgskomponente erhalten, müssen 
diese im Gegensatz zu früher während mehrerer Jahre auf einem Depot 
oder Konto ruhen lassen und später einen Teil dieser Boni wieder 
abgeben, sofern sich der Erfolg als nicht von Dauer erwiesen haben 
sollte. Ein solches Bonus-Malus-System war mit Blick auf hohe Boni, 
die UBS-Manager trotz kolossaler Fehlleistungen noch im vergangenen 
Jahr nach Hause tragen durften, in der Tat überfällig.
Trotzdem ist die Bank in ihrem Bemühen um ein besseres Lohnsystem 
nicht konsequent vorgegangen, denn eine Bonus-Obergrenze gibt es auch
in Zukunft nicht. Eine solche Grenze würde die Bank bei der Suche 
nach gutem Personal einschränken, argumentierte Kurer. Zudem müsse 
die Bank ein Interesse an einem hohen variablen Lohnanteil haben. Nur
so könne sie rasch und radikal Personalkosten senken. Genau deshalb 
hätten sich 2008 die Personalkosten von 25 Mill. auf 16 Mill. sfr 
reduziert.
Solche Erklärungen greifen allerdings zu kurz. Man darf annehmen, 
dass die UBS gerade wegen ihrer hohen variablen Lohnanteile in den 
Boomjahren exorbitante Löhne zahlte. Eine Beschränkung der Boni auf 
das Niveau des Grundsalärs, wie dies ein Aktionär forderte, hätte 
diese Übertreibungen nie zugelassen, und eine Reduktion der 
Personalkosten um 9 Mrd. sfr wäre gar nicht nötig gewesen. Aus lauter
Angst, ein vermeintliches Talent aus Lohngründen an die Konkurrenz zu
verlieren, will sich die UBS trotz ihrer jüngsten Geschichte ein 
Türchen offenhalten, um beim nächsten Hype der Finanzmärkte wieder 
voll dabei sein zu können. Die Bank hat ihre Lektion noch nicht 
gelernt.

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Telefon: 069--2732-0

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