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23.08.2019 – 12:42

Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Feuer im Amazonas: "Neokolonialismus": Bolsonaro ignoriert Kritik im eigenen Land

Vorwurf des "Neokolonialismus":

- Bolsonaro verschweigt die Kritik brasilianischer NGOs 
- Sie warnen seit Monaten vor den Konsequenzen seiner Politik
- GfbV begrüßt, dass die Brände Thema beim G7-Gipfel werden

Die verheerenden Waldbrände in seinem Land hat Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro zuerst geleugnet, dann mit haarsträubenden Verschwörungstheorien erklärt. Nun verbittet er sich internationale Kritik. "Wenn Bolsonaro dem Ausland Neokolonialismus vorwirft, verschweigt er, dass die größte Kritik an seinem Ausverkauf von Umwelt und den Rechten indigener Völker in Brasilien geäußert wird", erinnert Ulrich Delius, Direktor der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV).

Der Dachverband der indigenen Völker Brasiliens (APIB) und andere indigene Organisationen protestieren seit seiner Regierungsübernahme im Januar 2019 gegen Bolsonaros Politik. Mit landesweiten Kundgebungen und Besetzungsaktionen machen sie gegen die systematische Aushöhlung ihres in der brasilianischen Verfassung verankerten Schutzes mobil. Auch brasilianische Umweltverbände warnten nachdrücklich vor den Folgen seiner Politik. Die Entmachtung oder Gleichschaltung der Behörden für den Schutz von indigenen Rechten und der Umwelt wird in Brasilien sehr kritisch diskutiert. "Die Konsequenzen, vor denen seit Monaten gewarnt wurde, sind inzwischen unübersehbar", so Delius. "Nun fürchtet selbst Brasiliens mächtige Agrarlobby um den Ruf des Landes - sie sorgt sich um ihre Absatzmärkte."

Dass sich der heute beginnende G7-Gipfel in Biarritz mit der Brandkatastrophe befassen möchte, begrüßt die GfbV: "Die internationale Gemeinschaft darf die betroffenen indigenen Völker nicht alleine lassen. Und sie muss verhindern, dass die Verantwortlichen auch noch von den Bränden profitieren", fordert Delius. Es brauche internationalen Druck aber auch internationale Mittel um sicherzustellen, dass die verbrannten Flächen Schutzgebiete bleiben und nicht sofort für die Landwirtschaft freigegeben werden. "Wer dann Soja oder Rindfleisch aus Brasilien importiert, würde sich im Nachhinein zum Mittäter der Feuerkatastrophe machen", erklärt der Menschenrechtler.

Sie erreichen Ulrich Delius unter u.delius@gfbv.de oder 0160/95671403.

Gesellschaft für bedrohte Völker
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