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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Massaker an 43 Tuareg in Mali

Sicherheitslage in Mali verschlechtert sich massiv Massaker müssen geahndet werden

---- Göttingen, den 28. April 2018 --- Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat vor einer massiven Verschlechterung der Sicherheitslage in Mali gewarnt. In den letzten zwei Tagen wurden nach GfbV-Informationen 43 Zivilisten bei Angriffen mutmaßlicher islamistischer Terroristen auf Tuareg-Camps getötet. Nachdrücklich forderte die Menschenrechtsorganisation eine Aufklärung der Massaker und eine Bestrafung der Verantwortlichen. "Wenn die Verantwortlichen für die Verbrechen an der Zivilbevölkerung straflos bleiben, wird es kein Ende der Gewalt in dem seit fünf Jahren eskalierenden Bürgerkrieg geben", erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Samstag in Göttingen. Mehrfach hatten die Behörden Malis in den letzten Monaten wegen Terrorismus inhaftierte Islamisten freigelassen oder ausgetauscht, um die Freilassung von Geiseln zu erreichen.

Die jüngsten Überfälle auf Zivilisten ereigneten sich am gestrigen Freitag und am heutigen Samstag in der Region von Menaka nahe der Grenze zum Nachbarland Niger im Norden Malis. Schwerbewaffnete Angreifer fuhren am Freitag mit Motorrädern vor einem Tuareg-Camp bei der Ortschaft Aklaz vor und schossen wahllos um sich. Zwölf Menschen wurden bei dem Massaker getötet. Die meisten Opfer waren alte Menschen und Kinder.

Heute griffen erneut Bewaffnete ein Tuareg-Camp bei dem Ort Awakassa an und töteten 31 Zivilisten. Somit erhöhte sich die Zahl der Opfer der beiden Massaker auf 43 Personen. Bewaffnete Tuareg-Gruppen verfolgten die Angreifer und gaben an, vier mutmaßliche islamistische Kämpfer bei der Verfolgungsjagd getötet zu haben. Diese Information konnte von unabhängiger Seite aber noch nicht bestätigt werden.

Die Region um Menaka gilt als Rückzugsgebiet für radikal-Islamische Terrorgruppen, die sowohl im Norden Malis als auch im Grenzgebiet zum Niger operieren. Mehrfach griffen diese Terrorgruppen auch Flüchtlingslager im Niger an, um die Zivilbevölkerung einzuschüchtern und zur Kooperation zu zwingen. Vielen Tuareg werfen die islamistischen Kämpfer vor, Frankreichs Armee im Rahmen ihrer Antiterror-Mission Barkhane im Kampf gegen radikal-islamische Gruppen zu unterstützen.

Der Deutsche Bundestag hatte am Donnerstag das Mandat für die Beteiligung der Bundeswehr an der UN-Friedensmission MInusma in Mali um 13 Monate verlängert.

Ulrich Delius ist zu erreichen unter Tel. 0160/95671403

Gesellschaft für bedrohte Völker
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