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Der Tagesspiegel: Verdi-Chef Bsirske will Einigung mit Ländern bis Ende April - Lob für Merkel, Kritik an Althaus

    Berlin (ots) - Die Gewerkschaft Verdi will sich mit den Ländern innerhalb der nächsten 14 Tage auf einen Tarifvertrag im öffentlichen Dienst einigen. "Unser Ziel ist ein Abschluss noch im April", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske dem Tagesspiegel (Dienstagausgabe). "Tarifauseinandersetzungen enden in der Regel nicht mit K.o.-Siegen, sondern mit Kompromissen." Verdi komme "nicht nur unbeschadet, sondern gestärkt" aus der Auseinandersetzung. "Wir haben den längsten und härtesten Arbeitskampf, den es im öffentlichen Dienst je gab, durchgestanden. In den betroffenen Bereichen haben wir 25.000 neue Mitglieder gewonnen und den Angriff der Arbeitgeber weitestgehend abgewehrt." Bei der Arbeitszeit werde Verdi ihnen nicht das Feld überlassen. "Der öffentliche Dienst ist kein Gutshof", sagte Bsirske. Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) warf er vor, trotz der hohen Arbeitslosigkeit Thüringens auf längere Arbeitszeiten zu setzen. "Das ist unverantwortlich für einen Landesvater."

    Die Gewerkschaft rechne damit, dass die große Koalition länger als eine Legislaturperiode halten könne. Die Bundestagswahl habe zwar eine Mehrheit links der Mitte hervorgebracht, die sich aber nicht in eine parlamentarische Mehrheit übersetzt habe. Doch beim Thema Mindestlohn seien die Gewerkschaften bei dem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Februar "vorangekommen". Die Kanzlerin argumentiere und weiche nichts ins Autoritäre aus, schon deswegen sei das Treffen positiv zu werten. Die Zustimmung in CDU und SPD zu einem Mindestlohn steige, sagte Bsirske. "Es ist doch kein Zustand, dass jemand von seinem Vollzeitjob nicht leben kann. Damit kann sich keine Volkspartei abfinden." Mehr als 17 Prozent aller Arbeitnehmer lägen ein Drittel unter dem durchschnittlichen Verdienst, was Bsirkse als Armutslohn bezeichnet.

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