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07.12.2007 – 15:38

Der Tagesspiegel

Der Tagesspiegel: Stammzelldebatte: CDU weist Kritik katholischer Bischöfe zurück

Berlin (ots)

Berlin - Nach dem umstrittenen Parteitagsbeschluss
der CDU zur Stammzellforschung haben CDU-Politiker die Kritik der 
katholischen Kirche zurückgewiesen. Gleichzeitig warf die 
CDU-Abgeordnete Julia Klöckner den Bischöfen vor, die am christlichen
Menschenbild orientierte Politik der Union nicht genügend zu 
unterstützen. "Im Streit um die Einladung des Dalai Lama durch die 
Bundeskanzlerin etwa hätte ich mir schon ein lobendes Wort gewünscht 
- oder Kritik an der SPD, die den Einsatz für Menschenrechte mit 
Blick auf die Wirtschaft kritisierte", sagte Klöckner dem Berliner 
"Tagesspiegel" (Samstagsausgabe). Die Union stehe weit stärker als 
andere Parteien zum christlichen Menschenbild und müsse sich deshalb 
oft belächeln lassen, sagte Klöckner. Als Beispiele nannte sie den 
Kampf für Kreuze in Klassenzimmern, Vorstöße gegen Spätabtreibung und
die Menschenrechtspolitik. Hier hoffe sie auf "konstruktive 
Begleitung" durch die Kirchen.
Es sei schade, wenn sich die Bischöfe für ihre Kritik nur die CDU 
aussuchten, sagte Klöckner. Andere Parteien machten sich nicht 
annähernd so viele Gedanken um Wert und Würde des Menschen. Zwei 
Stunden lang und "auf höchstem Niveau" habe man auf dem Parteitag 
über das ethische Dilemma der Forschung mit embryonalen Stammzellen 
diskutiert, betonte die Theologin. Und danach habe man nicht etwa 
eine Verschiebung der Stichtagsregelung beschlossen, sondern sie mit 
knapper Mehrheit lediglich offengelassen. Allerdings verstehe und 
teile sie die Enttäuschung der Kirchen, dass man sich nicht explizit 
gegen eine Stichtagsverschiebung ausgesprochen habe, sagte Klöckner.
Die Mehrheiten in einer Volkspartei seien nun mal "anders, als wir
sie uns teilweise wünschen würde", sagte Ingrid Fischbach, die 
kirchenpolitische Sprecherin der Unionsfraktion dem "Tagesspiegel". 
Inhaltlich könne sie die Kritik der Bischöfe "sehr gut verstehen". 
Aber eine Partei der Mitte zu sein, bedeute eben auch, "die Mitte 
mitzunehmen", sagte die CDU-Politikerin.  Und die sei "bei dem Thema 
nun mal gespalten".
Bei Rückfragen: 030/7262626-14 (Rainer Woratschka) oder 
030/26009-389 (Politikredaktion).

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