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"Wir müssen dafür sorgen, dass es Deutschland schlecht geht." Für die Reportage "Rechts. Deutsch. Radikal." recherchiert ProSieben-Reporter Thilo Mischke im Machtzentrum der AfD

"Wir müssen dafür sorgen, dass es Deutschland schlecht geht." Für die Reportage "Rechts. Deutsch. Radikal." recherchiert ProSieben-Reporter Thilo Mischke im Machtzentrum der AfD
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Unterföhring (ots)

Berlin. Dortmund. Dresden, 27. September 2020. Mit dieser Reportage blickt ProSieben-Reporter Thilo Mischke hinter die Fassade der rechten und rechtsextremen Szene in Deutschland: Er trifft in Dortmund den Rechtsextremen Michael Brück (30), NRW-Landesvorsitzender der vom Verfassungsschutz als demokratiefeindlich eingestuften Partei "Die Rechte". Er begleitet Sanny Kujath (18), ein Gesicht der rechten Jugendgruppierung "Junge Revolution" auf einer Demonstration zum 75. Jahrestag der Bombardierung der Stadt Dresden. Er dreht auf dem "Schild und Schwert Festival", zu dem der stellvertretende Bundesvorsitzende der NPD geladen hat. Er spricht mit Verfassungsschützer Stephan Kramer, Präsident des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz. Bei seinen Recherchen im und um das Machtzentrum der AfD stößt Thilo Mischke auf Aussagen wie "Wir müssen dafür sorgen, dass es Deutschland schlecht geht." und "Ein Muslim müsste sich im Karneval hochsprengen."

18 Monate lang recherchiert Reporter Thilo Mischke für das "ProSieben Spezial: Rechts. Deutsch. Radikal." in der rechten und der rechtsextremen Szene Deutschlands. Er zeigt, wie rechte und rechtsextreme Gruppen miteinander verwoben sind, wo sie sich unterscheiden und wo es keine Abgrenzungen mehr gibt. ProSieben zeigt die zweistündige Reportage am Montag, 28. September, 20:15 Uhr.

"Wie rechts ist Deutschland?", fragt Thilo Mischke bei seinen Recherchen Christian Fuchs, investigativer Journalist bei der Wochenzeitung "Die Zeit". "Es gab einen massiven Rechtsruck. Es sind Organisationen entstanden, die das Land nach rechts verschoben haben. Die Grenze des Sagbaren wurde nach rechts verschoben. Es gibt eine stärkere Polarisierung, die immer den rechten Extremen in die Hände spielt."

Wie bewertet der Verfassungsschutz die neue Rechte? "Vor ein paar Jahren hätte ich noch zu Ihnen gesagt, wir müssen uns zwar Sorgen machen, aber wir sind noch nicht die Weimarer Republik. Aber wenn ich mir die Entwicklungen in den letzten fünf Jahren anschaue, muss ich offen gestehen, mache ich mir ernsthafte Sorgen um unsere Demokratie", sagt Verfassungsschützer Stephan Kramer im Interview mit Thilo Mischke. "Man geht aus der Deckung, man ist selbstsicher, man klaut am laufenden Band in den Sicherheitsbehörden - ob Militär oder Polizei - Munition und Sprengstoff. Ich muss das Ganze nicht gefährlicher beschreiben, als es ist. Aber es macht uns zu Recht große Sorgen."

Rechtsruck in Deutschland, ein Verfassungsschützer in großer Sorge. Wie denkt man in der Partei, die das größte Sprachrohr der neuen Rechte ist? Ein Reporter filmt eine YouTuberin bei einem Treffen mit einem hochrangigen AfD-Funktionär. Bei diesem Treffen versucht der Spitzen-Funktionär die YouTuberin zu bewegen für die Partei zu arbeiten und erklärt in einem längeren Gespräch Strategie und Ziele der AfD. Ein Auszug aus dem Gedächtnisprotokoll:

YouTuberin: "Worum geht es?" 
AfD-Funktionär: "Es geht erstmal um den Erhalt der Partei. AfD ist 
wichtig.
YouTuberin: "Ja."
AfD-Funktionär: "Je schlechter es Deutschland geht, desto besser für 
die AfD. Das ist natürlich scheiße, auch für unsere Kinder. Aber 
wahrscheinlich erhält uns das. Wenn jetzt alles gut laufen würde, 
dann wäre die AfD bei drei Prozent. Deshalb müssen wir uns eine 
Taktik überlegen zwischen. Wie schlimm kann es Deutschland gehen? 
Und: Wieviel können wir provozieren? Und dazwischen müssen wir 
kommunizieren. Sehr schwierig."
YouTuberin: "Vor allem klingt das so, als ob es in deinem Interesse 
wäre, dass noch mehr Migranten kommen." 
AfD-Funktionär: "Ja, weil dann geht es der AfD besser. (...) Solange 
die AfD noch ein bisschen instabil ist und ein paar Idioten da 
antisemitisch rumlaufen, müssen wir dafür sorgen, dass es Deutschland
schlecht geht."
YouTuberin: "Das ist das Gegenteil von dem, was ich will." 
AfD-Funktionär: "Das weiß ich doch, aber denk doch mal taktisch. 
(...) Bleib ruhig, du musst ein bisschen länger denken. Als Frau 
fällt das ein bisschen schwer, ne?" 

Die YouTuberin macht inzwischen ein Aussteigerprogramm. Der 
AfD-Funktionär arbeitet damals wie heute im Machtzentrum der Partei. 

Bei Twitter begleiten wir die Reportage mit dem Hashtag: #P7Spezial 

Bei Fragen:
ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH
Christoph Körfer 
ProSieben Sendersprecher 
Christoph.Koerfer@ProSiebenSat1.com 

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