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Nord Stream 2: Deutsche Umwelthilfe will Pipeline-Projekt aus Klimaschutzgründen stoppen

Berlin (ots)

  • Mit jährlich 100 Millionen Tonnen CO2 steht Nord Stream 2 in direktem Widerspruch mit den Klimazielen
  • DUH erneuert Forderung nach Stopp des Projektes und verweist auf die im Juli eingeleiteten rechtlichen Schritte gegen Nord Stream 2
  • Auch rechtliches Vorgehen gegen Flüssigerdgas-Terminals zum Import von Fracking-Gas setzt die DUH fort

Angesichts der aktuellen Debatte um die Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 erneuert die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ihre Forderung, den Bau der Pipeline zu stoppen. Nord Stream 2 würde gigantische Überkapazitäten für den Transport von fossilem Erdgas schaffen, das in Deutschland und Europa nicht benötigt wird. Die Kapazität der Pipeline mit jährlich 55 Milliarden Kubikmetern entspricht etwa der Hälfte des jährlichen Erdgasbedarfs in Deutschland und knapp 100 Millionen Tonnen CO2. Wird Nord Stream 2 zu Ende gebaut und in Betrieb genommen, würde dies eine Einhaltung der Klimaziele in Deutschland und eine Begrenzung der globalen Erderwärmung auf 1,5 Grad unmöglich machen.

Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Nord Stream 2 ist das Relikt aus einer fossilen Vergangenheit. Ungeachtet der Klimakrise sollen damit gewaltige Mengen an fossilem Erdgas nach Deutschland transportiert werden. Das ist falsch: Die Klimaziele von Paris lassen sich nur erreichen, wenn wir fossiler Infrastruktur eine Absage erteilen und konsequent auf Erneuerbare Energien und Energieeffizienz setzen. Dies gilt auch für die geplanten Flüssigerdgas-Terminals in Brunsbüttel, Wilhelmshaven und Stade, mit denen amerikanisches Fracking-Gas nach Deutschland transportiert werden soll. In der Energiepolitik müssen wir die Klimaziele an erste Stelle setzen: Es darf nur noch Infrastruktur errichtet werden, die uns hilft, die Klimaziele zu erreichen. Energiepolitik darf nicht auf die Wahl zwischen Putins Pipeline-Gas und Trumps Fracking-Gas verkürzt werden."

Die DUH setzt sich vehement und auch mit rechtlichen Schritten dafür ein, dass Nord Stream 2 nicht zu Ende gebaut und die Errichtung der Flüssigerdgas-Terminals an der Küste abgesagt wird. Zu den geplanten Flüssigerdgas-Terminals in Brunsbüttel und Wilhelmshaven hat die DUH Rechtsgutachten veröffentlicht, die belegen, dass die Anlagen nicht genehmigungsfähig sind. Zum Standort Stade ist ein weiteres Gutachten in Vorbereitung. Gegen Nord Stream 2 hatte die DUH im Juli rechtliche Schritte in die Wege geleitet, um die bereits erteilte Genehmigung überprüfen zu lassen. Hintergrund sind neue Erkenntnisse zu Methan-Emissionen aus Förderung, Verarbeitung und Transport des Erdgases. Methan ist der Hauptbestandteil von Erdgas und extrem klimaschädlich, wenn es über Lecks direkt in die Atmosphäre entweicht.

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz bei der DUH: "Wir sind uns sicher, dass Nord Stream 2 heute so nicht mehr genehmigt werden könnte. Bei der Genehmigung durch das zuständige Bergamt Stralsund wurden die extrem klimaschädlichen Methan-Emissionen aus der Erdgas-Förderung gar nicht berücksichtigt. Die Prüfung der Folgen des Pipelinebaus auf das Klima ist deshalb unvollständig und lückenhaft. Mit unserer Klage möchten wir erreichen, dass die Prüfung dieser schädlichen Emissionen nachgeholt und die Genehmigung des Projektes widerrufen wird."

Die Klage der DUH ist derzeit beim Oberverwaltungsgericht Greifswald anhängig. Zuvor hatte das Bergamt Stralsund einen Antrag der DUH auf Überprüfung der Genehmigung abgelehnt.

Links:

Pressekontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz
0160 4334014, zerger@duh.de

DUH-Pressestelle:

Matthias Walter, Marlen Bachmann, Thomas Grafe
030 2400867-20, presse@duh.de

www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe, www.instagram.com/umwelthilfe

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