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15.04.2013 – 11:15

Deutsche Umwelthilfe e.V.

Abgase von Baumaschinen müssen sauber werden

BerlinBerlin (ots)

Pressemitteilung

Zum Start der 30. Fachmesse für Baumaschinen BAUMA kündigt die Deutsche Umwelthilfe die kurzfristige Durchsetzung einer Filterpflicht für Baumaschinen an

Neben den Abgasen von Diesel-Pkw und Diesel-Lkw sind mit Dieselkraftstoff betriebene Baumaschinen für die anhaltende hohe Feinstaubbelastung in unseren Innenstädten wesentlich mitverantwortlich. Ultrafeiner Dieselruß ist eines der schwerwiegendsten Luftreinhalte-Probleme in Industriestaaten. Er verursacht Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Dieselabgas wurde im vergangenen Jahr von der Weltgesundheitsorganisation WHO als eindeutig krebserregend eingestuft. Anlässlich der am heutigen Montag in München öffnenden Bauleitmesse BAUMA kündigte die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) eine bundesweite Initiative an, noch in diesem Jahr in besonders belasteten Innenstädten beginnend den Einsatz von mit Rußpartikelfiltern ausgestatteten Baumaschinen durchzusetzen.

Die DUH fordert die durch Überschreitungen der EU-Luftreinhaltewerte belasteten Kommunen und Regionen auf, für alle Baumaßnahmen insbesondere in Umweltzonen den Einsatz von Baumaschinen mit Partikelfilter zwingend vorzuschreiben. Sollten sich die Kommunen weigern, wird die DUH diese Verschärfung auf dem Klageweg durchsetzen.

Darüber hinaus fordert die DUH die Einführung strenger Grenzwerte in der so genannten "Non Road Mobile Machinery Directive", die die Abgasstandards für Neugeräte vorgibt. Auch ein Nachrüstprogramm von Baufahrzeugen und Baumaschinen, die bereits im Einsatz sind, sei erforderlich. Die Nachrüstung von Baumaschinen ist in den meisten Fällen technisch machbar. Vorbildlich abgasgereinigte Geräte gibt es in Deutschland bereits dann, wenn diese in geschlossenen Räumen wie beim Tunnelbau eingesetzt werden. "Seit Jahren zeigt die Schweiz, dass es möglich ist, alle Baumaschinen und -fahrzeuge mit Partikelfiltern auszustatten. Es ist bedauerlich, dass wir den ersten Einsatz von gefilterten Baumaschinen in Stuttgart über insgesamt drei Gerichtsentscheide durchsetzen mussten. Wir freuen uns, dass heute erste vom Feinstaub geplagte Städte und Großunternehmen wie die Deutsche Bahn beginnen, den Rußpartikelfilter bei Baumaschinen vorzuschreiben.", sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch und forderte die Bundesregierung auf, eine bundesweite Regelung zu erlassen. Zwar liege der Erlass entsprechender Vorschriften für alle Baumaschinen aus Arbeitsschutzgründen bei Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), doch seien Bauherren und Vorhabenträger, wenn sie den Gesundheitsschutz ihrer Beschäftigten ernst nehmen, aufgefordert, auch von sich aus entsprechende Auflagen in die Ausschreibungen aufzunehmen.

"Dutzende Kommunen in Deutschland kämpfen mit der Einrichtung von Umweltzonen gegen die regelmäßige Überschreitung der Feinstaubgrenzwerte in ihren Zentren. Diese könnten noch wirksamer sein, wenn systematisch alle Quellen einbezogen würden. Baumaschinen stehen da ganz oben auf der Liste", unterstreicht die Leiterin des DUH-Bereichs Verkehr und Luftreinhaltung Dorothee Saar. Erste Vorbilder gebe es bereits. So habe der Berliner Senat bereits in seiner überarbeiteten Verwaltungsvorschrift, künftig den Einsatz von Baumaschinen mit einem Abgasstandard von mindestens IIIB vorgeschrieben. "Stadtobere, die den Gesundheitsschutz ihrer Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen, müssen sich dem Vorbild Berlins anschließen", so Saar.

Auch die Deutsche Bahn AG kündigte als erster großer Bauherr Ende letzten Jahres an, ab diesem Jahr auf innerstädtischen Baustellen nur noch Baufahrzeuge mit grüner Plakette und Baumaschinen mit Partikelfiltern zu akzeptieren. In den nächsten Jahren soll diese Anforderung auf alle Baustellen der DB AG ausgeweitet werden.

Die Bundesregierung läuft derweilen nicht nur fortschrittlichen Kommunen und Bauherren, sondern auch ihren europäischen Nachbarn hinterher. In der Schweiz gibt es bereits seit mehr als 10 Jahren gesetzliche Vorgaben zur Reduktion der Emissionen von Baumaschinen und auch das österreichische Bundesland Steiermark begrenzt die Emissionen älterer Baumaschinen ab diesem Jahr durch entsprechende Vorgaben.

Die DUH fordert die Bundesregierung auf, sich sofort für eine landesweite Filterpflicht auf allen deutschen Baustellen einzusetzen. Zudem muss sich die Bundesregierung im Rahmen der Verhandlungen für die Verschärfung von Abgasstandards für neue Baumaschinen auf europäischer Ebene für eine langfristige Emissionsreduktion stark zu machen. Insbesondere müsse ein Grenzwert für die Partikelanzahl eingeführt werden, der vor allem geeignet wäre, den Ausstoß ultrafeiner, besonders gesundheitsgefährdender Partikel einzudämmen.

Pressekontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch@duh.de

Dr. Gerd Rosenkranz, Leiter Politik und Presse,
Mobil: 0171 5660577, E-Mail: rosenkranz@duh.de

Dorothee Saar, Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung
Mobil: 0151 16225862, Email: saar@duh.de

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