Deutsche Umwelthilfe e.V.

Naturschutzfonds unterstützt "Lebendige Wälder" für selten gewordene Haselmaus in Oberlausitz

Berlin/Dolgowitz (ots) - Gemeinsame Pressemitteilung

Deutsche Umwelthilfe und Telekom Deutschland unterstützen im sächsischen Naturschutzgebiet Rotstein Artenschutzprojekt des Deutschen Verbands für Landschaftspflege für artenreiche Waldstruktur und neue Lebensräume für die streng geschützte Haselmaus

Im Naturschutzgebiet Rotstein in der Oberlausitz beginnt das Landesbüro Sachsen im Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V. derzeit mit Waldumbauarbeiten, um den Lebensraum der selten gewordenen Haselmaus zu verbessern. Die nur daumengroße Haselmaus ist mit dem Siebenschläfer verwandt und nach EU-Recht unter Artenschutz gestellt, da ihr Bestand in den vergangenen Jahrzehnten rapide geschrumpft ist. "Die Haselmaus braucht naturnahe Waldbestände mit einer abwechslungsreichen Strauchschicht, wie wir sie in unseren Wirtschaftswäldern leider kaum noch finden", sagte Ulrich Stöcker, Leiter Naturschutz der Deutschen Umwelthilfe e.V (DUH). "Die Entwicklung naturnaher Wälder hat eine enorme Bedeutung für die biologische Vielfalt in Deutschland, wie die nationale Strategie der Bundesregierung ausweist. Deshalb werden wir uns gerade auch im kommenden Internationalen Jahr der Wälder weiter für diese wichtigen Lebensräume einsetzen", sagte Stöcker. Gemeinsam mit der Telekom Deutschland GmbH unterstützt die DUH im Naturschutzfonds Lebendige Wälder den DVL Sachsen bei seinen Aktivitäten für die Haselmaus.

Zu Beginn der praktischen Arbeiten sind neben den Naturschützern und Forstunternehmen auch Pferde für die Haselmaus im Einsatz. Die Kaltblüter ziehen bei sogenannten Rückearbeiten die gefällten Bäume aus dem Gebiet. Hintergrund der Waldumbauarbeiten im Naturschutzgebiet (NSG) Rotstein ist ein Artenschutzprojekt des DVL. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege engagiert sich mit seinen Partnern - Büchner & Scholz Büro für ökologische Studien und dem LPV "Zittauer Gebirge und Vorland" e.V. - für die Sicherung und Erweiterung des Lebensraums der Haselmaus.

Da der Mensch im vergangenen Jahrhundert aus wirtschaftlichen Gründen die ehemals artenreichen Wälder großflächig zu den heute vorherrschenden Wirtschaftswäldern umgebaut hat, hat er vielen Tieren und Pflanzen die Lebensgrundlage entzogen. Dazu zählt auch die Haselmaus: Das Tier aus der Familie der Bilche braucht Wälder mit einer ausgeprägten Strauchschicht. Um diese zu fördern, werden nun im NSG Rotstein am Fuße des gleichnamigen Bergmassivs lichte Bereiche im Wald geschaffen. Indem vorhandene Sträucher zurückgeschnitten werden, wird eine Verjüngung des Gehölzbestandes erreicht. So werden Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten für die Haselmaus geschaffen. In einem nächsten Schritt sollen die Waldränder zu vielschichtigen Habitaten mit fruchttragenden Sträuchern wie Hasel, Schneeball, Holunder und Brombeere umgestaltet werden, um das Nahrungsangebot für die Haselmaus zu verbessern. Damit die Haselmaus ihren Lebensraum vergrößern kann, müssen in Zukunft auch Hecken angelegt werden, die verschiedene Waldinseln quer durch die Agrarlandschaft miteinander verbinden und so dem Tier als Wanderwege dienen können.

Nicht nur für die Haselmaus sind artenreiche Wälder sowie Waldränder und Waldlichtungen von Bedeutung - viele weitere seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie Mopsfledermaus, Vogelnestwurz und Leberblümchen dürften von den Waldpflegemaßnahmen am Rotstein profitieren.

Pressekontakt:

Ulrich Stöcker, Leiter Naturschutz, Deutsche Umwelthilfe e.V.,
Hackescher Markt 4, 10178 Berlin, Mobil.: 0160 8950556,
stoecker@duh.de

Christina Kretzschmar, Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V.,
Lange Straße 43, 01796 Pirna, Tel.: 03501 582461, kretzschmar@lpv.de

Georg von Wagner, Deutsche Telekom AG, Corporate Communications,
Tel.: 030 835382310, georg.vonwagner@telekom.de

Ulrike Fokken, Sprecherin Politik & Presse, Deutsche Umwelthilfe
e.V., Hackescher Markt 4, 10178 Berlin, Tel.: 030 2400867-86, 0151
55017009, fokken@duh.de

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