Neue Interessenvertretung für Patientenrechte gegründet
Fokus Behandlungsfehler e.V. fordert Organisationsverantwortung und Fehlerkultur
Hamburg (ots)
Mit Fokus Behandlungsfehler e.V. nimmt eine neue bundesweite Interessenvertretung von Opfern schwerer Behandlungsfehler ihre Arbeit auf. Der Verein will die Rechte von Patient:innen stärken und einen Wandel in der Fehlerkultur anstoßen - hin zu einem Gesundheitssystem, das aus schweren Fehlern lernt und verantwortungsvoll mit deren Opfern umgeht. Alle Gründungsmitglieder sind selbst Betroffene. Sie haben Kinder oder Partner durch schwere Behandlungsfehler verloren oder wurden selbst geschädigt. Und sie sind keine Einzelfälle: Konservative Schätzungen gehen von aktuell jährlich etwa 17.500 Todesfällen in deutschen Krankenhäusern infolge vermeidbarer Ereignisse aus. Informationen zum Verein, fachliche Einordnungen sowie konkrete Hinweise für Betroffene finden sich unter www.fokus-behandlungsfehler.de.
Michelle Bayona, 1. Vorsitzende des Vereins, sagt: "Opfer schwerer Behandlungsfehler sind ohnehin stark belastet. Sie müssen ehrlich und proaktiv informiert werden, wenn Fehler passiert sind. Betroffene müssen darauf vertrauen, das Geschehene in fairen und transparenten Verfahren aufklären zu können."
Hohe Hürden für Betroffene, fehlende Organisationsverantwortung
Aus Erfahrung des Vereins bietet die aktuelle Patientenrechtslage Geschädigten keine ausreichende Unterstützung. Hohe Beweisanforderungen, Wissensasymmetrie, Kostenrisiken und psychische Belastung langwieriger Verfahren sind für viele kaum tragbar. Hinzu kommt: Medizinische Gutachten unterliegen keinerlei Kontrolle bezüglich Qualität und Neutralität. Sie entscheiden jedoch häufig über Fortgang und Ausgang eines Verfahrens. Auch in der Justiz braucht es mehr Spezialisierung. Gerade strafrechtliche Verfahren im medizinischen Kontext sind hochkomplex und erfordern besondere Expertise.
Bayona betont: "Schwere Behandlungsfehler sind selten nur das Versagen Einzelner. Oft weisen sie auf strukturelle Defizite hin. Die Organisationsverantwortung muss verbindlich geregelt werden." In Deutschland bleibt ein transparenter Umgang mit Behandlungsfehlern in der Praxis häufig aus. Internationale Beispiele wie Dänemark zeigen dagegen, dass die Patientensicherheit steigt, wenn nicht individuelle Schuld, sondern strukturelle Ursachen im Fokus stehen. Im Sinne eines lernenden Gesundheitssystems sollten daher besonders gravierende Ereignisse ("Never Events") bundesweit erfasst und unabhängig analysiert werden. Mit Blick auf schwerwiegende strafrechtliche Fälle fordert der Verein zudem, berufsrechtliche Maßnahmen früher zu prüfen, um zukünftige Patient:innen wirksam zu schützen.
Zum Hintergrund der Vorstandsmitglieder, Bildmaterial zum Download , Website: www.fokus-behandlungsfehler.de
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Telefonkontakt zum Vorstand: Michelle Bayona, 1. Vorsitzende, Tel. 0160-95698261
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