Gemeinsames Lagebild für Häfen: hensec vernetzt Drohnen- und GNSS-Überwachung
Gemeinsames Lagebild für Häfen: hensec vernetzt Drohnen- und GNSS-Überwachung
Neue Sicherheitsplattform Portags führt unterschiedliche Sensordaten in einem zentralen Lagebild zusammen – für den Schutz kritischer Hafeninfrastruktur vor Drohnen und GNSS-Manipulation
Karlsruhe, 8. September 2026 Die Ostsee-Anrainer wollen ihre Zusammenarbeit beim Schutz vor hybriden Bedrohungen deutlich verstärken. Beim Baltic Sea Security Summit Ende August verständigten sich Deutschland, Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und Schweden sowie Norwegen auf einen intensiveren Informationsaustausch und eine gemeinsame Taskforce. Gleichzeitig rücken gemeinsame Lagebilder und kompatible Sicherheitstechnologien stärker in den Fokus. Eine besondere Rolle spielen dabei Häfen: Als Knotenpunkte für Logistik, Energieversorgung, Industrie und Datenverbindungen gehören sie zu den besonders sensiblen Bereichen kritischer Infrastruktur.
Zum Schutz dieser Infrastruktur hat die deutsche Sicherheitsfirma hensec secure solutions Portags (Port Airspace and GNSS Security) entwickelt. Die integrierte Plattform zur Luftraum- und GNSS-Überwachung (Global Navigation Satellite System) für Häfen verbindet unterschiedliche Detektionstechnologien und führt deren Informationen in einer gemeinsamen operativen Sicht zusammen. Einfach gesagt: Das System beobachtet den Himmel über dem Hafen auf mögliche Flugobjekte wie etwa Drohnen und prüft zugleich, ob die Satellitennavigation zuverlässig funktioniert oder gestört wird. Sicherheitsverantwortliche können damit Drohnenaktivitäten und GNSS-Störungen zentral erkennen, bewerten und dokumentieren.
„Ein gemeinsames Lagebild entsteht nicht dadurch, dass immer mehr einzelne Sensoren installiert werden. Entscheidend ist, dass deren Informationen zusammengeführt, korreliert und so aufbereitet werden, dass Verantwortliche schnell erkennen können, was tatsächlich passiert“, sagt Kevin Heneka, Geschäftsführer von hensec secure solutions. „Gerade in komplexen Hafeninfrastrukturen ist es entscheidend, unterschiedliche Informationen nicht isoliert zu betrachten, sondern miteinander in Beziehung zu setzen.“
Vom einzelnen Signal zum gemeinsamen Lagebild
Portags kombiniert mehrere Detektionstechnologien. Die RF-Sensorik überwacht relevante Frequenzbereiche und erkennt aktive Kommunikations- und Steuersignale von Drohnen. Dazu gehören unter anderem Remote-ID-Daten, Steuer- und Kommunikationssignale sowie Telemetrie- und Bewegungsinformationen. Passives Radar ergänzt diese Informationen und kann auch nicht-funkende und nicht-kooperative Flugobjekte sichtbar machen.
Gleichzeitig überwacht das System die GNSS-Umgebung. Beim Jamming werden GNSS-Signale überlagert, blockiert oder stark degradiert. Beim Spoofing erhalten Empfänger dagegen plausible, aber falsche Navigations- oder Zeitinformationen. Die in Portags integrierten, eigens entwickelten GNSS-Analysesysteme analysieren die Signalqualität, erkennen Interferenzen und Anomalien und führen Plausibilitätsprüfungen durch, um entsprechende Ereignisse zu identifizieren und einzuordnen.
GNSS-Störungen können laut hensec nicht nur Navigation, sondern auch Synchronisation und automatisierte Prozesse beeinflussen. Betroffen sein können unter anderem der Schiffs- und Flugverkehr, kritische Infrastruktur, Kommunikationssysteme sowie autonome Systeme, die auf verlässliche Positions- oder Zeitinformationen angewiesen sind.
Die unterschiedlichen RF-, Radar-, Telemetrie- und GNSS-Daten werden über Sensor Fusion zusammengeführt, korreliert und klassifiziert. Anschließend werden relevante Informationen in einem gemeinsamen Lagebild – dem sogenannten Common Operating Picture – zentral dargestellt. Ereignisse können dort visualisiert, alarmiert und nachvollziehbar dokumentiert werden.
GNSS-Störungen im Ostseeraum
Dass GNSS-Störungen gerade für die maritime Sicherheit relevant sind, zeigen auch Untersuchungen, an denen hensec beteiligt war. Für eine 2025 durchgeführte Messkampagne wurde ein GNSS-Interferenzdetektor direkt an Bord eines Forschungsschiffes installiert, das zwischen Juni und Oktober im südlichen Ostseeraum unterwegs war.
Die Messungen zeigten unter anderem kombinierte Jamming- und Spoofing-Aktivitäten. Auf offener See wurden teilweise deutlich stärkere Störungen gemessen als im Hafen von Danzig. Die Untersuchung zeigt damit, dass Schiffe im Ostseeraum teilweise mit komplexen GNSS-Interferenzen konfrontiert sind.
„Gerade dort, wo Drohnenaktivitäten und Störungen von Navigationssignalen gleichzeitig eine Rolle spielen können, reicht der Blick auf eine einzelne Sensorquelle nicht aus“, erklärt Heneka. „Portags verfolgt deshalb einen Multi-Sensor-Ansatz: Unterschiedliche Daten werden zusammengeführt und auf Plausibilität geprüft, um Sicherheitsverantwortlichen eine belastbare Grundlage für ihre Bewertung zu geben.“
Modular und in bestehende Strukturen integrierbar
Die Sensorarchitektur von Portags wird entsprechend dem jeweiligen Standort, dem Risikoprofil und der gewünschten Abdeckung geplant. Das System ist modular und skalierbar und kann stationär oder mobil eingesetzt werden.
Zu den möglichen Einsatzbereichen gehören Containerterminals, Tanklager, Hafenzufahrten und automatisierte Terminals. Darüber hinaus kann das System zur Überwachung kritischer Energie-, Kommunikations- und Steuerungsinfrastrukturen eingesetzt werden.
Über offene Schnittstellen lässt sich Portags zudem in bestehende Leitstellen integrieren. Mehrere Sensorknoten können über ein gesichertes Datennetz mit einem Operations Center verbunden werden, in dem die Informationen zu einem gemeinsamen operativen Lagebild zusammenlaufen.
Damit verfolgt Portags einen integrierten Ansatz für die Hafenüberwachung: Drohnen erkennen, GNSS-Störungen identifizieren und unterschiedliche Informationen so zusammenführen, dass Sicherheitslagen zentral bewertet werden können.
hensec – secure solutions (www.hensec.com) ist auf 360-Grad-Sicherheitslösungen für Industrie, Wirtschaft und Behörden spezialisiert. Gemäß der Erkenntnis „Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied“ legt das Unternehmen den Schwerpunkt auf ganzheitliche Sicherheitskonzepte, die physische Sicherheit und Cybersecurity gleichermaßen umfassen. hensec prüft bestehende Sicherheitskonzepte, übernimmt Gefährdungsbeurteilungen, qualifiziert Personal und erarbeitet sowie implementiert Sicherheitslösungen, die der heutigen Gefährdungslage – insbesondere auch mit Blick auf hybride Angriffsszenarien – Rechnung tragen.
Weitere Informationen: hensec secure solutions, Web: www.hensec.com, https://www.portags.eu/index.php/de, E-Mail: contact@hensec.com, LinkedIn: www.linkedin.com/company/hensec-secure-solutions/
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