Fahrgastverband PRO BAHN e. V.
Fahrgastverband PRO BAHN fordert eine Mobilitätskarte für Alles
Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert angesichts der Einschränkungen bei der Nutzung der digitalen BahnCard 100 ein bundesweit nutzbares Ticket, auf das alle Fahrscheine und Rabattkarten geladen werden können - von BahnCard über Sparpreis bis zum Deutschlandticket
Der Fahrgastverband begrüßt grundsätzlich die Umstellung der BahnCard 100 auf ein digitales Ticket. "Allerdings gibt es bei der Nutzung keine Rückfallebene!", kritisiert Michael Koch, stellvertretender Bundesvorsitzender vom Fahrgastverband PRO BAHN und erläutert: "Der Fahrgast muss sich entscheiden, ob er sein Ticket in der App oder als PDF haben will. Auch die Nutzung auf einem zweiten Handy (bspw. bei Ausfall des Handys) ist nicht ohne großen Aufwand möglich."
Den Hintergrund dazu erklärt Jörg Bruchertseifer, Tarifexperte beim Fahrgastverband PRO BAHN: "Die Bahn setzt hier auf die 20 Jahre alte Technologie des 'media-based ticketing'. Dabei wird das Ticket an ein Gerät oder eine Ausgabeform (z. B. PDF) gebunden. Eine flexible Nutzung ist so nur eingeschränkt möglich." Gleichzeitig präsentiert er eine Alternative: "Bei der neuen, flexibleren und fahrgastfreundlichen Technologie des 'account-based ticketing' ist das Ticket nur an den Account einer Person gebunden. Somit können einfach verschiedenen Formen des Tickets ausgegeben werden, da die Prüfung durch die IT im Hintergrund durchgeführt wird."
Koch beschreibt einen möglichen Anwendungsfall: "Mit einer bundesweiten Mobilitätskarte, auf welche alle Abo-Karten des öffentlichen Verkehrs wie das Deutschland-Ticket, Rabattkarten wie die BahnCard und andere Fahrscheine wie Sparpreise geladen werden, könnten die Fahrgäste entspannter reisen. Auf dieser Karte kann dann beispielsweise ein Code aufgedruckt werden, welcher ausgelesen wird und mit die Daten mit dem Konto abgleicht. Ein solcher Code könnte dann auch ein einer App auf dem Handy angezeigt werden. Dieses könnte im Fall aus Ausfalls leicht gewechselt werden."
Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert eine unbürokratische Behandlung von Fahrgästen, die bei einer Kontrolle ihre digitale BahnCard 100 nicht vorzeigen können: "Wir erwarten, dass in solchen Fällen ein Abgleich der Daten durch die Zugbegleiter stattfindet", so Bruchertseifer. Zudem führt er aus: "Ein aufwändiger "Schwarzfahr-Vorgang" sollte in keinem Fall angelegt werden. Dies bringt nur unnötige Bürokratie für die Kunden und Kosten für die Unternehmen mit sich."
Koch bekräftigt: "Die Kunden mit BahnCard 100 sind die treusten Kunden und die, die mit am Meisten bezahlen. Einen entsprechenden Service sollten sie genießen können. Wir fordern das Bundesunternehmen auf, die Digitalisierung vom Kunden her zu denken."
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