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Personalkrise im Handwerk: Warum viele Metzgereien heute Führungsprobleme haben

Personalkrise im Handwerk: Warum viele Metzgereien heute Führungsprobleme haben
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Lauffen a.N. (ots)

Viele Metzgereien kämpfen derzeit nicht nur mit Fachkräftemangel, sondern auch mit unklarer Führung und mangelnder Personalplanung. Junge Talente fehlen, erfahrene Mitarbeitende gehen in den Ruhestand und wer Verantwortung übernimmt, wird oft unvorbereitet ins kalte Wasser geworfen. Ohne klare Strukturen und moderne Führungsansätze gerät der Betrieb schnell ins Straucheln.

Das eigentliche Problem im Handwerk ist nicht der Fachkräftemangel – es ist fehlende Führung. Wenn niemand Verantwortung übernehmen kann oder will, kippt selbst ein gut laufender Betrieb schneller als jede Fleischtheke leer wird. Dieser Beitrag zeigt, warum viele Metzgereien heute Führungsprobleme haben und was sich ändern muss, damit sie im neuen Jahr durchstarten können.

Fehlende Führung statt fehlender Fachkräfte

In vielen Metzgereibetrieben hat sich über Jahre hinweg ein Führungsverständnis etabliert, das Konflikte vermeidet und Verantwortung verwässert. Klare Anweisungen, verbindliche Regeln und nachvollziehbare Konsequenzen treten zunehmend in den Hintergrund. Stattdessen wird versucht, Mitarbeitende durch Nachgiebigkeit zu halten. Was kurzfristig Ruhe bringt, erzeugt langfristig strukturelle Instabilität.

Besonders problematisch ist dabei, dass Führung häufig nicht mehr als gestaltende Aufgabe verstanden wird. Entscheidungen werden aufgeschoben, Erwartungen bleiben unausgesprochen und Zuständigkeiten sind unklar. Mitarbeitende wissen dadurch nicht, woran sie sind, während Führungskräfte zunehmend Frustration aufbauen. Diese entlädt sich dann nicht selten in unkontrollierten Situationen, anstatt frühzeitig durch klare Kommunikation aufgefangen zu werden.

Klare Spielregeln schaffen Orientierung

Ein zentrales Element funktionierender Führung sind eindeutige Spielregeln. In vielen Betrieben fehlen jedoch klare Leitlinien, die Orientierung geben. Weder Werte noch Verhaltensstandards sind definiert. Dadurch entsteht ein Arbeitsumfeld, in dem Grenzen verschwimmen und individuelle Auslegungen den Alltag bestimmen.

Leistungsbereite Mitarbeitende benötigen Klarheit. Sie wollen wissen, was von ihnen erwartet wird, wie Entscheidungen getroffen werden und woran Leistung gemessen wird. Ebenso wichtig ist die Rückmeldung: Gute Arbeit braucht Anerkennung, während Fehler oder Pflichtverletzungen angesprochen werden müssen. Bleibt diese Rückkopplung aus, entsteht Unsicherheit, die langfristig Motivation und Bindung schwächt.

Leistungsbereitschaft statt Gleichgültigkeit fördern

Wo Leistung weder eingefordert noch sichtbar honoriert wird, verschiebt sich der Maßstab. Gleichgültigkeit wird toleriert, während Engagement an Bedeutung verliert. Diese Entwicklung führt dazu, dass leistungsstarke Mitarbeitende den Betrieb verlassen, weil sie keine Perspektive sehen. Zurück bleibt häufig ein Team, in dem Verantwortung nur eingeschränkt übernommen wird.

Für Führungskräfte entsteht daraus ein Teufelskreis. Sinkende Leistung verstärkt die eigene Frustration, während die Bereitschaft zur klaren Führung weiter abnimmt. Ohne feste Leitplanken fehlt jedoch die Grundlage, um Verhalten einzuordnen und zu steuern. Führung verliert damit ihre Wirkung und wird zunehmend als Belastung wahrgenommen.

Strukturen geben Sicherheit im Alltag

Neben klaren Regeln braucht es funktionierende Strukturen. Arbeitszeiten, Zuständigkeiten und Abläufe müssen eindeutig festgelegt sein. Gerade im Handwerk wirken sich Unklarheiten schnell auf den gesamten Betrieb aus. Wenn Arbeitsbeginn, Schichtmodelle oder Vertretungsregelungen nicht verbindlich geregelt sind, entstehen Spannungen im Team und organisatorische Probleme.

Entscheidend ist dabei, dass diese Rahmenbedingungen von Beginn an transparent kommuniziert werden. Mitarbeitende müssen wissen, worauf sie sich einlassen. Nur so lassen sich spätere Konflikte vermeiden. Wird aus Angst vor Personalverlust auf Verbindlichkeit verzichtet, öffnet das der Willkür Tür und Tor.

Führung braucht Werte und Konsequenz

Ein weiterer Schwachpunkt vieler Metzgereien liegt im fehlenden Werteverständnis. Ohne eine klare Vorstellung davon, wofür ein Betrieb steht und wohin er sich entwickeln möchte, fehlt die Grundlage für konsequente Führung. Werte geben Orientierung und schaffen Identifikation – sowohl nach innen als auch nach außen.

Ebenso wichtig ist die Konsequenz im täglichen Handeln. Regeln verlieren ihre Wirkung, wenn Verstöße folgenlos bleiben. Führung bedeutet daher auch, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu vertreten. Nur so entsteht Vertrauen und Verlässlichkeit im Team.

Strukturierte Einarbeitung als Führungsaufgabe

Besonders bei Quereinsteigern zeigt sich, wie wichtig klare Führung ist. Ohne strukturierte Einarbeitung bleiben Erwartungen unklar und Fehler vorprogrammiert. Moderne digitale Möglichkeiten bieten heute zahlreiche Wege, Wissen systematisch zu vermitteln und Mitarbeitende schrittweise aufzubauen.

Voraussetzung dafür sind jedoch klare Abläufe, definierte Standards und eine erkennbare Richtung. Fehlt diese Grundlage, wird es für neue Mitarbeitende schwer, den Überblick zu behalten und Verantwortung zu übernehmen. Gleiches gilt für angehende Führungskräfte, die ohne klare Bewertungsmaßstäbe keine Orientierung haben.

Langfristig braucht das Handwerk ein Umdenken. Mitarbeitende müssen sich wieder stärker an den Betrieb anpassen, während Unternehmen den Mut haben sollten, ihre Werte klar zu vertreten. Eine selbstbewusste Haltung nach innen stärkt die Führungskultur und wirkt zugleich nach außen.

Über Tobias Fichtel:

Tobias Fichtel ist Metzgermeister, Fleischsommelier und Betriebswirt sowie Gründer der Fichtel Consulting GmbH. Mit seiner langjährigen Erfahrung unterstützt er klassische Handwerksmetzgereien im deutschsprachigen Raum bei der Betriebsoptimierung. Sein Fokus liegt auf Personalführung, Struktur und Digitalisierung – zentrale Hebel im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Mehr Informationen unter: https://www.tobias-fichtel.de/

Pressekontakt:

Fichtel Consulting GmbH
Vertreten durch: Tobias Fichtel
E-Mail: info@tobias-fichtel.de
Website: https://tobias-fichtel.de/

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