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Neue Mega-Reform geplant! Kann der Staat die Wohnungsnot überhaupt lösen?
Hamburg (ots)
Viele Menschen glauben, der Staat müsse nur „mehr bauen“, um die Wohnungsnot zu beenden. Doch die geplante Reform, bei der der Bund künftig selbst Wohnungen errichten und bewirtschaften will, zeigt vor allem eines: Die bisherigen Instrumente reichen nicht mehr aus. Trotz Milliardenförderungen werden zu wenige Wohnungen fertig, Genehmigungen dauern ewig, und immer neue Standards treiben die Kosten hoch. Während die Politik den großen Wurf verspricht, warnen Experten längst, dass ohne grundlegende Strukturreformen selbst staatliche Bauoffensiven ins Leere laufen könnten.
Der Staat kann bauen, aber er muss es schneller, einfacher und günstiger können als bisher. Hier erfahren Sie, wo die größten Bremsklötze liegen, welche Bauvorschriften dringend entschlackt werden müssten und warum eine staatliche Baurolle ohne radikale Entbürokratisierung kaum Wirkung entfaltet.
Warum die bisherigen Maßnahmen nicht greifen
Trotz milliardenschwerer Förderprogramme bleibt der Wohnungsbau weit hinter den Zielen zurück. Die Ursachen sind seit Jahren bekannt – gelöst wurden sie nicht. Genehmigungsverfahren ziehen sich oft über lange Zeit, noch bevor der erste Spatenstich erfolgt. Gleichzeitig machen komplexe Bauvorschriften und eine kaum überschaubare Zahl an Normen die Planung aufwendig und langsam.
Hinzu kommen steigende Baukosten, die laut den vorliegenden Informationen zu einem großen Teil auf regulatorische Anforderungen zurückgehen. Auch der Fachkräftemangel verschärft die Lage, vor allem dort, wo ohnehin ineffiziente Abläufe den Fortschritt bremsen. Das Ergebnis ist ein Wohnungsbau, der Jahre braucht, obwohl Tempo gefragt wäre. Kurz gesagt: Es fehlt nicht nur an Geld. Es fehlt vor allem an einem funktionierenden System.
Mehr Staat als Lösung? Nur bedingt
Die Idee wirkt zunächst naheliegend: Wenn private Entwickler zu wenig bauen, soll die öffentliche Hand einspringen. Doch so einfach ist es nicht. Baut der Staat unter denselben Bedingungen wie private Akteure, trifft er auf dieselben Probleme – oft sogar noch stärker. Denn öffentliche Projekte gelten als besonders bürokratisch, Entscheidungen dauern häufig länger und auch die Kostenkontrolle ist oft schwieriger.
Damit wird die eigentliche Schwäche sichtbar. Nicht die Frage, wer baut, entscheidet über den Erfolg, sondern unter welchen Bedingungen gebaut wird. Solange dieselben trägen Verfahren und dieselben überladenen Vorschriften gelten, dürfte auch eine staatliche Bauoffensive den Wohnungsmarkt kaum spürbar entlasten. Sie kostet dann vor allem Zeit. Und Geld.
Der eigentliche Hebel: Entbürokratisierung
Wenn die Wohnungsnot wirksam bekämpft werden soll, braucht es kein neues Bauprogramm allein, sondern ein neues System für den Bau. Entscheidend ist also nicht nur das Wer, sondern vor allem das Wie. Genehmigungsverfahren müssten deutlich schneller werden, etwa durch feste Fristen. Bauvorschriften sollten vereinfacht werden – mit weniger Normen und weniger Sonderauflagen.
Ebenso wichtig ist mehr Standardisierung. Serielles und modulares Bauen, also das Bauen mit wiederkehrenden, vorgefertigten Elementen, könnte Abläufe beschleunigen und Kosten senken. Doch genau solche Modelle werden oft durch kleinteilige Sonderregeln ausgebremst. Auch digitale Prozesse sind ein zentraler Punkt. Wenn Anträge, Prüfungen und Abstimmungen digital laufen, lassen sich Verwaltungsabläufe verkürzen und unnötige Brüche im Verfahren vermeiden. Ohne solche Änderungen bleibt jede Bauoffensive, ob staatlich oder privat, in ihrer Wirkung begrenzt.
Wenn gute Absichten das Bauen ausbremsen
Ein weiterer Punkt wird oft unterschätzt: Mit dem Wohnungsbau werden immer mehr politische Ziele verbunden. Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Klimaschutz sind für sich genommen nachvollziehbar. In der Summe führen zusätzliche Anforderungen jedoch dazu, dass das Bauen teurer und langsamer wird.
Genau daraus entsteht ein Zielkonflikt. Was politisch gewollt ist, kann in der Praxis dazu führen, dass am Ende weniger Wohnungen entstehen. Wer die Wohnungsnot lindern will, muss diesen Konflikt offen benennen und Prioritäten setzen. Denn solange jede neue Vorgabe einfach auf bestehende Regeln aufgesattelt wird, bleibt der Wohnungsbau strukturell teuer – ganz gleich, ob private Unternehmen oder der Staat bauen.
Wohnungsnot ist ein Systemproblem
Die Wohnungsnot ist kein kurzfristiges Problem, das sich mit einer einzelnen Reform beseitigen lässt. Sie ist das Ergebnis einer langen Fehlentwicklung: zu viel Regulierung, zu wenig neuer Wohnraum. Beides hängt zusammen. Solange die strukturellen Ursachen nicht angegangen werden, bleibt der Mangel bestehen.
Die geplante Mega-Reform kann deshalb nur dann ein sinnvoller Impuls sein, wenn sie an den entscheidenden Stellen ansetzt. Ohne echte Entbürokratisierung, ohne einfachere Genehmigungsverfahren und ohne eine kritische Prüfung des bestehenden Regelwerks droht auch diese Initiative zu verpuffen. Der Staat kann Teil der Lösung sein. Doch zuerst muss er seine eigenen Prozesse deutlich vereinfachen. Sonst baut er nicht gegen die Wohnungsnot an – sondern an ihr vorbei.
Über Stephan Gerlach:
Stephan Gerlach ist Gründer der Gerlach Immobiliengruppe, SPIEGEL-Bestseller-Autor und Experte für den Kauf, die Renovierung und den Verkauf von Immobilien. Sein Ziel ist es, möglichst vielen Menschen renditestarke und sichere Immobilien zur Vermögensbildung und Altersvorsorge zu ermöglichen. Sein Team bietet dafür ein Komplettpaket und übernimmt den gesamten Prozess – für mehr Rendite bei weniger Risiko und ohne Aufwand für die Kunden. Mehr Informationen unter: https://gerlachgroup.de
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