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Expertin sieht Mittelstand „unter Druck von allen Seiten“

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Expertin sieht Mittelstand „unter Druck von allen Seiten“

Jane Enny van Lambalgen: „Wenn sich nichts ändert, wird sich die mittelständische Wirtschaft nie mehr erholen."

Frankfurt, 13. April 2026 – „Unsere Industrie blutet aus. Die Deindustrialisierung beschleunigt sich“, erklärte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. „Diese Entwicklung erlebe ich bei meinen Einsätzen im Mittelstand beinahe täglich“, bestätigt Jane Enny van Lambalgen, CEO der Beratungs- und Managementfirma Planet Industrial Excellence. Allerdings sei dafür nicht allein die von Reiche vorgebrachte Energiekrise verantwortlich, sondern „ein ganzes Bündel an Bürden, das den weiteren wirtschaftlichen Erfolg der mittelständischen Wirtschaft gefährdet.“

Die Kombination aus Bürokratie, Energiepreisen, Fachkräftemangel, Digitalisierungskosten, KI-Risiken, globalen Unsicherheiten und weiter zunehmender Regulierung führe zu einer spürbaren Erosion der Wettbewerbsfähigkeit. „Alle diese Belastungsfaktoren überlagern und verstärken sich gegenseitig“, sieht Jane Enny van Lambalgen dunkle Wolken über der Industrienation Deutschland aufziehen.

Um die Zukunft ist ihr Bange: „Solange die Wirtschaftsministerin vom Kanzler gerügt wird, weil sie die offensichtliche Wahrheit ausspricht, um den Koalitionsfrieden zu wahren, sind in Deutschland keine Strukturreformen zu erwarten, die diesen Namen verdienen.“

Bürokratie als systemischer Kostenblock

„Seit Jahrzehnten spricht die Politik von Bürokratieabbau, doch tatsächlich hat die Bürokratielast in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen“, sagt Jane Enny van Lambalgen mit Verweis auf entsprechende Untersuchungen. Laut Angaben aus dem Statistischen Bundesamt belaufen sich die jährlichen Bürokratiekosten für Unternehmen in Deutschland auf rund 65 Milliarden Euro. „Für die Unternehmen ist das keine abstrakte Zahl, sondern Arbeitszeit, die auf Dokumentations-, Nachweis- und Meldepflichten verschwendet wird, statt sich um Kunden zu kümmern, neue Produkte zu ent­wickeln, Dienstleistungen zu erbringen, neue Märkte anzugehen oder mit sonstigen produktiven Tätigkeiten Geld zu verdienen“, sagt die CEO von Planet Industrial Excellence.

Mit deutlichen Worten verurteilt sie die, wie sie sagt, „Symbolpolitik“ der Bundesregierung: „Angesichts des Kriegs im Nahen Osten wird der Spritpreis an der Tankstelle zum politischen Zankapfel, um entschlossenes Handeln zu demonstrieren. Doch schon lange vorher sind in Deutschland täglich mehr als 300 Arbeitsplätze verloren gegangen, weil die Industrie Standorte dichtmacht und Produktionen ins Ausland verlagert. Diesem Absturz durch eine wirtschaftsfreundliche Energiepolitik entgegenzuwirken wäre des Einsatzes der Bundesregierung wert, statt Zeit und Energie auf symbolträchtigen Neben­schauplätzen zu verschwenden.“

Energiepreise als Wettbewerbsnachteil

So hätten sich die hohen Energiepreise schon lange vor dem Nahost-Krieg als Problemfall für Deutschlands Wirtschaft erwiesen. Sie erinnert an Umfragen der Deutschen Industrie- und Handelskammer aus dem Jahr 2025, wonach rund die Hälfte der Unternehmen von deutlich gestiegenen Energiepreisen betroffen seien und über 60 Prozent der Industriebetriebe dadurch ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt sehen. Beinahe eben so viele hatten laut DIHK bereits 2025 Produktionskürzungen geplant oder schon vorgenommen.

„Es ist Augenwischerei, den Krieg im Nahen Osten als Grund für eine Energiekrise in Deutschland vorzuschieben“, findet Jane Enny van Lambalgen deutliche Worte.

Fachkräftemangel als Wachstumsbremse

Als einen weiteren Problemkreis nennt sie den anhaltenden Fachkräftemangel. Sie verweist auf Erhebungen der KfW, wonach rund 45 Prozent der mittelständischen Unternehmen ihre Geschäftstätig­keit durch den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften beeinträchtigt sehen.

„Man muss nicht über prophetische Fähigkeiten verfügen, um zu wissen, dass sich diese Situation in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird“, sagt Jane Enny van Lambalgen, ein Blick auf die OECD-Statistik genüge. Demnach werden bis 2036 rund 20 Millionen Erwerbstätige in den Ruhestand gehen, während nur ca. 12,5 Millionen neue Personen auf den Arbeitsmarkt nachströmen.

„Seit Jahren stehen die überbordende Bürokratie, die Energiefrage und der demografische Faktor mit allen ihren absehbaren Folgen im Raum, aber ein Gegensteuern ist nicht zu erkennen“, wirft Jane Enny van Lambalgen der Politik weitgehend Tatenlosigkeit vor. Sie zieht einen Vergleich: „Mir kommt das so vor, als ob man einem Patienten, der einen Herzinfarkt erleidet, ein paar Pflaster verpasst in der vagen Hoffnung, dass das schon irgendwie helfen werde.“

Investitionsschwäche und Finanzierungskosten

Für Mittelständler, die trotz der widrigen Umstände in Deutschland investieren wollen, wird es immer schwieriger, an das dazu notwendige Kapital zu kommen, benennt die CEO von Planet Industrial Excellence eine weitere Ursache für den wirtschaftlichen Niedergang des Landes. Als Grund dafür hat sie neben den gestiegenen Finanzierungskosten aufgrund der Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank vor allem die von der EU verhängten schärferen Eigenkapitalanforderungen und Kredit­vergabestandards ausgemacht, die an Banken bei der Finanzierung mittelständischer Unternehmen gestellt werden.

Aus ihrer Erfahrung weiß sie: Durch strengere Eigenkapitalregeln müssen Banken für Unternehmens­kredite mehr eigenes Kapital vorhalten, bewerten Risiken konservativer und verlangen höhere Sicherheiten sowie detailliertere Bonitätsprüfungen. Gleichzeitig führen strengere Vergabestandards, zusätzliche Auflagen wie Governance- und ESG-Kriterien sowie kürzere Laufzeiten dazu, dass Kredite für den Mittelstand insgesamt schwerer zugänglich und teurer werden.

„Dem entsprechend ist die Investitionsbereitschaft im Mittelstand rückläufig“, weist die CEO von Planet Industrial Excellence auf die Folgen hin. Laut KfW-Mittelstandspanel investieren nur noch rund 40 Prozent der Unternehmen regelmäßig – ein Niveau nahe historischer Tiefstände.

Digitale Transformation und KI als doppelte Herausforderung

„Die digitale Transformation, die im Mittelstand ohnehin nicht an erster Stelle steht, ist durch Künstliche Intelligenz zu einem Eiertanz geworden“, sagt Jane Enny van Lambalgen. Sie berichtet aus der Betriebspraxis: „Viele mittelständische Unternehmen halten sich bei KI-Innovationen zurück aus Angst vor ungewollten Datenschutzverletzungen und Governance-Verstößen. Hinzu kommt die oftmals unklare Einordnung von KI-Anwendungen auf der Risikoskala des EU AI Act.“

Als konkretes Beispiel nennt sie die automatische Analyse und Priorisierung von E-Mails mit der Bereitstellung von Antwortvorschlägen: Da E-Mails in der Regel personenbezogene Angaben enthalten und alle gängigen KI-Systeme als US-amerikanische Clouddienste bereitgestellt werden, gerate bereits diese im Grunde einfache KI-Anwendung zum Problemfall. Als weitere nach geltendem Recht hochproblematische Einsatzfälle stuft sie das KI-gestützte Recruiting, die Kundenanalyse und das Profiling im Marketing, die Video- oder die Leistungsüberwachung mit KI-Auswertung, die Analyse von Dokumenten durch KI oder die automatische Erstellung und Aufbereitung von Gesprächsprotokollen ein.

„Man muss wohl sagen, dass die meisten KI-Anwendungsbiete, die etwa in den USA längst zur Selbstverständlichkeit geworden sind, in der EU als rechtlich problematisch gelten“, fasst Jane Enny van Lambalgen zusammen. Sie sagt: „Konzerne mit eigenen Compliance-Abteilungen können diese Hürden überwinden, aber für weite Teile des Mittelstands wird Künstliche Intelligenz aufgrund der strikten Regulatorik hierzulande zum Spiel mit dem Feuer, weil der damit verbundene rechtliche Aufwand unverhältnismäßig hoch ist.“

Globale Unsicherheiten und Risiken

Die geopolitischen Risiken und Konflikte mit direkten Auswirkungen auf Lieferketten und Absatzmärkte belasten den Mittelstand ebenfalls stark, räumt Jane Enny van Lambalgen ein. Aber sie legt nach: „Die Kernprobleme für den Wirtschaftsstandort Deutschland sind hausgemacht. Der Verweis auf Trumps Zolleskapaden oder die Sperrung der Straße von Hormus wirken oftmals wie Ausreden, um über die wahren Ursachen nicht sprechen zu müssen.“

Als Beispiel führt sie die zunehmende Knappheit bei Speicherchips an, hervorgerufen vor allem durch den großdimensionalen Bau von KI-Rechenzentren in den USA. Die Managerin blickt in die Zukunft: „Die Versorgungslücke für die deutsche Industrie ist absehbar, weil heutzutage in praktisch jedem Gerät und jeder Maschine Speicherbausteine stecken. Der politische Ruf nach europäischer Souveränität bei Halbleitern wird erneut kommen – und wohl leider ebenso klanglos verhallen wir alle bisherigen Versuche zum Aufbau einer eigenen Chipversorgung.“

Zu hohe Steuer- und Abgabenlast

„Die im internationalen Vergleich viel zu hohe Steuer- und Abgabenlast gehört ebenso zu den Dauerbrennern, ohne dass Besserung in Sicht ist“, führt Jane Enny van Lambalgen weiter aus.

Für den Mittelstand bedeute dies geringere Spielräume für Investitionen und Innovationen. Besonders arbeitsintensive Unternehmen sind durch hohe Lohnnebenkosten belastet. „Das deutsche Steuer- und Abgabensystem lädt geradezu dazu ein, menschliche Arbeitskraft durch KI und Roboter zu ersetzen, wobei dabei wiederum der Mittelstand im Nachteil ist“, erklärt sie.

Strukturelle Mehrfachbelastung

„Alle diese Entwicklungen kumulieren zu einer strukturellen Mehrbelastung enormen Ausmaßes“, zeigt Jane Enny van Lambalgen die Zusammenhänge auf. Sie führt auf: die Bürokratie reduziert die Produktivität, hohe Energiepreise erhöhen die Kostenbasis, der Fachkräftemangel begrenzt das Wachstum, die Digitalisierung erzwingt zusätzliche Investitionen und die KI als Lösung für einige dieser Probleme scheitert an regulatorischen Hürden.

Die CEO von Planet Industrial Excellence: „In Summe entsteht ein struktureller Druck, der weit über konjunkturelle Schwankungen hinausgeht. Wenn sich nichts Wesentliches ändert, wird sich die mittelständische Wirtschaft in Deutschland nie mehr erholen.“

Jane Enny van Lambalgen ist Founding Partner und Geschäftsführerin der Firma Planet Industrial Excellence sowie Mitglied bei United Interim, der führenden Community für Interim Manager im deutschsprachigen Raum, und im Diplomatic Council, einer globalen Denkfabrik mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen (UNO). Für Unternehmen ist sie tätig als Interim Manager für Strategie, Operational Excellence, Turnaround, Supply Chain Management und Digital Transformation. Als Managerin auf Zeit übernimmt sie Positionen als CEO, Managing Director, COO, Delegierte des Verwaltungsrats, Aufsichtsrat und Beirat in der mittelständischen Wirtschaft. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit sind internationale Operations-Einsätze mit Fokus auf Produktion, Supply Chain und Logistik. Jane Enny van Lambalgen wurde sowohl 2025 als auch 2026 als „Top Interim Manager des Jahres“ ausgezeichnet.

Weitere Informationen:  www.planetie.ch und 
 www.diplomatic-council.org/vanlambalgen
Presseagentur: euromarcom public relations,
E-Mail:  team@euromarcom.de, Web:  www.euromarcom.de

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