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Expertin: Freihandelszone mit Indien kostet bis zu drei Millionen Industriearbeitsplätze in Deutschland

Expertin: Freihandelszone mit Indien kostet bis zu drei Millionen Industriearbeitsplätze in Deutschland
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Expertin: Freihandelszone mit Indien kostet bis zu drei Millionen Industriearbeitsplätze in Deutschland

Jane Enny van Lambalgen: „Der industrielle Mittelstand ist im Grunde gezwungen, seine Produktion nach Indien zu verlagern, um im Kostenwettbewerb mithalten zu können.“

Frankfurt, 29. Januar 2026 – „Das neue Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien wird massenhaft Industriearbeitsplätze in Deutschland kosten“, befürchtet Jane Enny van Lambalgen, CEO der Beratungs- und Managementfirma Planet Industrial Excellence. Die Industrieexpertin begründet: „Ein Teil des industriellen Mittelstands nutzt die gewonnenen Freiheiten für Produktionsverlagerungen nach Indien und kann die dort hergestellten Waren dank des neuen Abkommens zollfrei in die EU importieren. Das senkt die Kosten um mehr als 50 Prozent.“ Planet Industrial Excellence ist eigenen Angaben zufolge direkt in derartige Projekte involviert.

Jane Enny van Lambalgen erklärt die Vorgehensweise: „Die Unternehmen lassen die Waren in Indien statt in Deutschland herstellen und führen sie zollfrei in die EU ein. Das lohnt sich, weil die Fertigungs­kosten in Indien bei praktisch allen Industrieprodukten nicht einmal halb so hoch sind wie hierzulande.“ Die Arbeitskosten in Indien betragen nur etwa 25 bis 30 Prozent im Vergleich zum Lohnniveau in Deutschland, beleuchtet sie die betriebswirtschaftliche Kalkulation aus Firmensicht. Da Hauptsitz, Verwaltung, Marketing und Vertrieb in der Regel in Deutschland verbleiben, fällt die Produktions­verlagerung kaum auf. „Nur die Beschäftigten merken es natürlich, wenn sie die Kündigung erhalten“, sagt Jane Enny van Lambalgen betrübt. Bei der Produktentwicklung hat sie festgestellt: „Das Engineering verbleibt vorläufig in Deutschland, bis die indische Seite entsprechend ausgebildet ist, um auch das zu übernehmen.“

Schritt nach Indien betriebswirtschaftlich unvermeidbar

Aus Sicht der Industrieexpertin ist der Schritt nach Indien oder in andere Niedriglohnländer für viele deutsche Maschinenbaufirmen betriebswirtschaftlich unvermeidbar, um nicht mit dem hohen Kosten­niveau einer deutschen Produktion gegen indische Hersteller am Markt konkurrieren zu müssen. „Der heute schon enorme Kostendruck von indischer Seite wird sich durch das neue Freihandels­abkommen dramatisch verschärfen“, ist sich Jane Enny van Lambalgen sicher.

Für den industriellen Mittelstand stelle sich somit häufig nur die Alternative „hierbleiben und untergehen oder die Produktion nach Indien verlagern und das Unternehmen retten.“ Im letzteren Fall blieben „wenigstens noch Verwaltungs-, Marketing- und Vertriebsjobs in Deutschland.“ Das sind allerdings nach Einschätzung der Fachfrau bestenfalls 40 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse. Gut 60 Prozent der Stellen entfielen bei einem mittelständischen Fertigungsunternehmen auf die Produktion. „Wir reden von bis zu drei Millionen mittelständischen Industriearbeitsplätzen, die aufgrund der neuen Freihandelszone hierzulande ab- und in Indien aufgebaut werden“, schätzt Jane Enny van Lambalgen.

Indien als Alternative zu China

Aus Projekterfahrungen weiß die CEO von Planet Industrial Excellence: „Schon seit Jahren wandern deutsche Industriearbeitsplätze nach China. Aber die geopolitischen Spannungen zwischen Peking und Washington haben viele Führungskräfte in letzter Zeit zögern lassen, diesen Weg zu gehen. Das neue Freihandelsabkommen mit Indien eröffnet einen Ausweg aus diesem Dilemma, den viele Mittelständler nutzen werden.“

Sie stellt klar: „Die indische Alternative rechnet sich nicht nur bei der Massenfertigung, sondern schon bei kleinen Produktionschargen bis hin zum Sondermaschinenbau.“ Nach ihren Erfahrungen können indische Firmen und Fachkräfte in der mechanischen Fertigung ohne weiteres mit deutschem Know-how mithalten.

Jane Enny van Lambalgen analysiert: „Derzeit sichern vor allem zwei Faktoren noch Industrie­arbeitsplätze in Deutschland: das relativ geringere Innovationstempo Indiens und die langsamere Einführung neuer Technologien. Zudem ist Indien bislang stark von Importen bei wichtigen Rohstoffen und Vorprodukten wie Halbleitern und Leiterplatten abhängig. Doch diese Situation wird sich ändern. Indien arbeitet mit hoher Geschwindigkeit daran, sich zu einem modernen Industriestaat zu entwickeln. Langfristig können deutsche Industriearbeitsplätze daher nur durch technologische Spitzenleistungen und hochqualifizierte Fachkräfte gesichert werden.“

Jane Enny van Lambalgen ist Founding Partner und Geschäftsführerin der Firma Planet Industrial Excellence sowie Mitglied bei United Interim, der führenden Community für Interim Manager im deutschsprachigen Raum, und im Diplomatic Council, einer globalen Denkfabrik mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen (UNO). Für Unternehmen ist sie tätig als Interim Manager für Strategie, Operational Excellence, Turnaround, Supply Chain Management und Digital Transformation. Als Managerin auf Zeit übernimmt sie Positionen als CEO, Managing Director, COO, Delegierte des Verwaltungsrats, Aufsichtsrat und Beirat in der mittelständischen Wirtschaft. Schwerpunkte ihrer Tätigkeit sind internationale Operations-Einsätze mit Fokus auf Produktion, Supply Chain und Logistik. Für ihre Verdienste wurde sie als „Top Interim Manager 2026“ ausgezeichnet. Jane Enny van Lambalgen ist Co-Autorin des Buches „Wirtschaftswende jetzt!“, in dem sie gemeinsam mit anderen Industrieexperten beschreibt, wie Deutschland die derzeitige Wirtschaftskrise überwinden kann.

Weitere Informationen:  www.planetie.ch und 
 www.diplomatic-council.org/vanlambalgen
Presseagentur: euromarcom public relations,
E-Mail:  team@euromarcom.de, Web:  www.euromarcom.de

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