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IGBCE bewertet Insolvenz der Leuna-Polyamid als Chance für einen Neustart

IGBCE bewertet Insolvenz der Leuna-Polyamid als Chance für einen Neustart

Chemiegewerkschaft unterstützt Suche nach einem Investor + Dominoeffekt im mitteldeutschen Industrieverbund muss unbedingt vermieden werden + Chemiepark hat mit der Leuna-Polyamid GmbH großes Potenzial

Leuna/Berlin, 22. Juni – Die IGBCE unterstützt die Suche nach einem strategischen Investor für die Leuna-Polyamid GmbH. Das neu gegründete Unternehmen, das zum 1. April die insolvente Domo Caproleuna im mitteldeutschen Chemiepark übernommen hatte, hat zum 17. Juni beim zuständigen Amtsgericht den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenregie gestellt.

„Für die 439 Beschäftigten der noch jungen Leuna-Polyamid ist die erneute Insolvenz ihres Arbeitgebers ein schwerer Schlag“, sagt Norman Friske, Bezirksleiter der IGBCE in Sachsen-Anhalt. „Sie haben in den vergangenen Monaten bereits ein Wechselbad der Gefühle erlebt, massive Zugeständnisse gemacht und mit ihrer hervorragenden Arbeit den Betrieb bei widrigsten Bedingungen am Laufen gehalten.“

Allerdings stelle sich diese Insolvenz anders dar als die ihres früheren Arbeitgebers, des belgischen Chemieunternehmens Domo Chemicals. Die Leuna-Polyamid ist insbesondere aufgrund der drastischen Rohstoffpreissteigerungen infolge der geopolitischen Lage unverschuldet in Liquiditätsprobleme geraten. „Die Insolvenz in Eigenregie ist ein geordnetes Verfahren, das dem Unternehmen für die Suche nach einem zusätzlichen Investor Luft verschafft und die Leuna-Polyamid am Ende hoffentlich in die Zukunft führt“, sagt Norman Friske. „Wir begrüßen es, dass der Arbeitgeber offen mit der Situation umgeht und erwarten, dass unsere Kolleginnen und Kollegen auch weiterhin transparent mitgenommen werden.“

Die im Chemiepark etablierten Unternehmen Infra Leuna und Leuna Harze hatten die Leuna-Polyamid gegründet und das insolvente Unternehmen Domo Caproleuna mit der Übernahme zum 1. April vor der Schließung gerettet. Ein Ziel der Übernahme durch die Leuna Polyamid war es, bestehende Synergien im energetischen und stoffwirtschaftlichen Verbund aufrechtzuerhalten und nach Möglichkeit weiter auszubauen.

„Wir unterstützen die Suche nach einem zusätzlichen Investor für das noch junge Unternehmen“, sagt Stephanie Albrecht-Suliak, Landesbezirksleiterin der IGBCE Nordost. „Es bleibt wichtig, einen Dominoeffekt im Chemiepark Leuna zu verhindern, den der Ausfall eines Unternehmens für die anderen Unternehmen am Standort haben würde. Fällt ein Rädchen im Getriebe aus, hätte das für die anderen verheerende Konsequenzen und würde weitere Standorte und Arbeitsplätze im mitteldeutschen Chemiecluster gefährden. Das gilt es unbedingt zu verhindern. Mit guten Rahmenbedingungen haben sowohl das Unternehmen als auch der gesamte Chemiepark großes Potenzial für eine erfolgreiche Entwicklung. Beschäftigte und alle Partner in der Region haben zuletzt bewiesen, was möglich ist, wenn zusammengearbeitet wird. Dieser Geist ist auch jetzt erneut gefragt.“

Anfang des Jahres hatte die damalige insolvente belgische Eigentümerin Domo Chemicals einen Produktionsstopp angekündigt. Daraufhin hatte das Land Sachsen-Anhalt aus Gründen der Gefahrenabwehr die Ersatzvornahme und die Weiterproduktion angeordnet. Die so gewonnene Zeit wurde genutzt, um eine Lösung für die Domo Caproleuna zu finden. Zum 1. April übernahm die Leuna-Polyamid den Standort und gab mehr 439 Beschäftigten und ihren Familien Zukunft. Dass die nun wieder in Gefahr geraten ist, ist insbesondere auf die infolge der Krisensituation in der Golfregion massiv gestiegenen Rohstoffpreise zurückzuführen. Das junge Unternehmen hatte in der Kürze der Zeit noch keine Gelegenheit, Rücklagen aufzubauen, während die Rohstofflieferanten auf Vorkasse bestehen. Ohne ein geordnetes Insolvenzverfahren wäre die Fortführung des Betriebs nicht weiter möglich gewesen. In einem geordneten Prozess, der sich grundlegend von dem vorherigen Insolvenzverfahren unterscheidet, soll die Zeit nun genutzt werden, um einen Investor zu finden, der die Leuna-Polyamid mit zusätzlichen Geldern stärkt. Die hoch qualifizierten Beschäftigten und die Einbindung in das mitteldeutsche Chemiecluster bieten die Chance, das Unternehmen langfristig erfolgreich am Markt zu entwickeln.

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Industriegewerkschaft IGBCE
Verantwortlich: Stephanie Albrecht-Suliak
Landesbezirksleiterin Nordost
Inselstraße 6, 10179 Berlin
Telefon: +49 30 27 87 13-0
Telefax: +49 30 27 87 13-44
E-Mail: lb.nordost@igbce.de
Internet: nordost.igbce.de
 
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Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie hat im Landesbezirk Nordost rund 80.000 Mitglieder.

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