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IGBCE Nordost

IGBCE protestiert scharf gegen Schließung des TMD-Standorts Coswig und Vernichtung von 100 guten Industriearbeitsplätzen

Coswig/Dresden – Die Chemiegewerkschaft IGBCE protestiert auf das Schärfste gegen die angekündigte Stilllegung des TMD-Standorts in Coswig bei Dresden zum Jahresende.

Der Konzern plant, die Produktion von jährlich vier Millionen LKW-Bremsbelägen nach China zu verlagern. Von dieser skandalösen Entscheidung sind mindestens 100 der rund 120 Beschäftigten direkt betroffen.

„Diese Entscheidung ist falsch, unsozial und angesichts der geopolitischen Lage fatal“, erklärt Norbert Winter, Gewerkschaftssekretär der IGBCE Sachsen. „Hier wird ein hochprofitabler und maximal ausgelasteter Traditionsstandort in Deutschland geopfert, nur um kurzfristige Maximalgewinne für einen Investmentfonds zu erzielen. Das ist Kapitalismus auf Kosten der Menschen und der regionalen Wirtschaft in seiner hässlichsten Form.“

Der Standort Coswig ist tarifgebunden in der Fläche Chemie und beschäftigt hochqualifizierte Facharbeiter zu guten Löhnen. Die Schließung wird nicht nur die betroffenen Familien hart treffen, sondern auch einen spürbaren negativen Impuls für die Stadt Coswig bedeuten. Wertschöpfung und Know-how werden ins Ausland verlagert.

Hintergrund der Entscheidung ist die Übernahme von TMD durch den Investmentfonds Aequita im Jahr 2023. „Aequita steht für ein Geschäftsmodell, das wir zutiefst ablehnen: Unternehmen werden aufgekauft, ausgepresst, zurechtgestutzt und dann wieder verkauft“, so Norbert Winter. „Die langfristige Entwicklung der Betriebe, die Sicherung von Standorten und die Verantwortung für die Beschäftigten zählen nicht. Es zählt nur die schnelle Rendite.“

Die IGBCE fordert die Unternehmensführung und den Eigentümer Aequita nachdrücklich auf, diese Entscheidung umgehend zu revidieren.

„Erneut eine weitere Hiobsbotschaft für meine Mitglieder und die Chemieindustrie in Ostdeutschland. Im Falle von TMD völlig inakzeptabel und verantwortungslos! Die Unternehmensführung kann sich sicher sein: Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, um uns gegen diese drohende Vernichtung von gut bezahlten Industriearbeitsplätzen zur Wehr zu setzen und unsere Mitglieder besonders zu schützen“, kündigt Stephanie Albrecht-Suliak, Landesbezirksleiterin der IGBCE Nordost an. „Es kann nicht sein, dass wir einerseits über Resilienz, Wertschöpfungstiefe und Fachkräftesicherung reden und andererseits profitable Werke schließen. Ich erwarte auch Solidarität, Fokus und Unterstützung der Politik.“

Die IGBCE steht im engen Austausch mit der betroffenen Belegschaft und wird die weiteren Schritte gemeinsam mit ihr beraten und entscheiden.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

IGBCE Bezirk Sachsen

Norbert Winter

+49 173 60 80 653

norbert.winter@igbce.de

Hinweis an die Redaktionen: Gerne vermitteln wir Ihnen Gesprächspartner aus der Belegschaft und der Gewerkschaft vor Ort. Bitte melden Sie sich bei Interesse.

IGBCE Sachsen
Verantwortlich: Philipp Zirzow, Bezirksleiter
Schützenplatz 14, 01067 Dresden
Telefon: +49 35 18 67 650
E-Mail:  bezirk.sachsen@igbce.de
Internet:  IGBCE Bezirk Sachsen
 
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Der IGBCE-Bezirk Sachsen betreut rund 20.000 Mitglieder in mehr als 220 Betrieben und gibt rund 38.000 Beschäftigten mit gelebter betrieblicher Demokratie ein Zuhause. Bezirksleiter ist Philipp Zirzow.

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