Verhandlungen Glaswerk Bernsdorf nun vor Einigungsstelle
Verhandlungen Glaswerk Bernsdorf nun vor Einigungsstelle
Mit Unverständnis reagiert die IGBCE auf die Ablehnung des Vorschlags, den erfahrenen Politiker Thomas Jurk als Vorsitzenden der Einigungsstelle im Zusammenhang mit der geplanten Betriebsschließung einzusetzen.
Aus Sicht der Gewerkschaft wird damit eine Chance vertan, den festgefahrenen Konflikt um Arbeitsplätze, Zukunftsaussichten und regionale Verantwortung auf einer vermittelnden Ebene voranzubringen. Der von der IGBCE und dem Betriebsrat vorgeschlagene Thomas Jurk, ehemaliger stellv. Ministerpräsident Sachsens, äußerte sich wie folgt zu seiner Ablehnung: "Der Arbeitgeber steht hier in der Verantwortung. Es geht um die Arbeitsplätze in der Region. Der Arbeitgeber schlägt die ausgestreckte Hand der Politik aus, um hier noch eine Lösung für die Zukunft des Standorts zu finden. Das kann ich nicht verstehen."
Die IGBCE hatte den Vorschlag bewusst eingebracht, um ein Signal für Dialog, Deeskalation und regionale Verantwortung zu setzen. Die Ablehnung zeigt aus Sicht der Gewerkschaft jedoch, dass der Arbeitgeber weiterhin auf ein rein formaljuristisches Verfahren setzt – ohne erkennbare Bereitschaft zu einem vermittelnden Ansatz.
„Arbeitsplätze sind keine abstrakte Rechtsmaterie“, betont Reni Richter, Bezirksleiterin der IGBCE Lausitz. „Wer einen regional anerkannten Vermittler ablehnt, macht deutlich, dass es ihm nicht um Lösungen für die Menschen vor Ort geht, sondern um das Abarbeiten eines Verfahrens.“
Nach Auffassung der IGBCE wäre ein regional verankerter Vorsitz ein wichtiges Signal gewesen – an die Belegschaft, an die Region und an die Öffentlichkeit. Die Ablehnung verstärkt hingegen den Eindruck, dass soziale Verantwortung und regionale Folgen bewusst ausgeblendet werden.
„Wir werden diesen Konflikt weiter sichtbar machen“, so Vivian Madeja, Gewerkschaftssekretärin der IGBCE in der Lausitz. „Denn Strukturbrüche, Arbeitsplatzverluste und Zukunftsfragen lassen sich nicht hinter verschlossenen Türen lösen.“
Die Unterstützung für die Beschäftigten reicht dabei weit über den Betrieb hinaus. Auf der DGB-Konferenz in Sachsen am vergangenen Samstag haben Delegierte und Gewerkschaften ihre Solidarität mit den betroffenen Kolleginnen und Kollegen ausdrücklich bekräftigt. Die IGBCE machte dort deutlich, dass es sich nicht um einen Einzelfall, sondern um eine grundsätzliche Frage von Industriepolitik, regionaler Verantwortung und guter Arbeit handelt. „Diese Auseinandersetzung wird wahrgenommen – und sie wird solidarisch begleitet“, so die klare Botschaft aus der Konferenz an die Beschäftigten vor Ort.
Pressekontakt:
Vivian Madeja
TEL.: 01718454375
E-Mail: Vivian.madeja@igbce.de
IGBCE Lausitz Verantwortlich: Reni Richter, Bezirksleiterin Straße der Jugend 13-1403046 Cottbus Telefon: +49 35 53 80 46 16 Telefax: +49 355 38 04 62 1 E-Mail: bezirk.lausitz@igbce.de Internet: IGBCE Bezirk Lausitz
Über uns:
Der Bezirk Lausitz der IGBCE erstreckt sich geografisch vom brandenburgischen Lübben im Spreewald über die Lausitz bis nach Guben im Norden, Falkenberg im Osten und Görlitz im Süden an der polnischen Grenze. Seit jeher hat die Energiegewinnung in der Lausitz Tradition. Unsere Beschäftigten im Bergbau und der Energiegewinnung, insbesondere beim Bergbau- und Kraftwerksbetreiber LEAG sind daher heute in hohem Maße vom politischen Strukturwandel und dem Kohleausstieg betroffen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die chemische Industrie am Standort in Schwarzheide. Darüber hinaus betreuen wir knapp 80 Betriebe aus verschiedensten Bereichen wie beispielsweise der Papier-, Glas-, Kunststoff- und Keramikindustrie. Bezirksleiterin ist Reni Richter. Als einer von fünf Bezirken gehört der Bezirk Lausitz zum Landesbezirk Nordost.