Dun & Bradstreet Deutschland GmbH
KI zahlt sich für deutsche Unternehmen aus, doch die Datenbasis bremst den nächsten Schritt
Unternehmens-KI auf dem Weg zur Reife
Frankfurt am Main (ots)
Mehr als sieben von zehn Unternehmen in Deutschland verzeichnen inzwischen einen messbaren Return on Investment (ROI) aus Künstlicher Intelligenz. Das zeigt der aktuelle AI Momentum Index von Dun & Bradstreet. Der größte Anteil von 50 Prozent berichtet von punktuellem ROI in einzelnen Projekten, weitere 23 Prozent erzielen einen breiten oder starken ROI über mehrere Projekte hinweg. Zugleich geben nur 3 Prozent der Unternehmen an, ihre Daten seien vollständig bereit, um KI im großen Maßstab zu tragen.
"Die Herausforderung besteht heute darin, dass die KI-Adoption die Datenreife überholt hat. Erste Erträge aus einzelnen Pilotprojekten sehen inzwischen die meisten Organisationen, zu einem breiten, unternehmensweiten Erfolg hat das bislang aber nur bei wenigen geführt", sagt Gary Kotovets, Chief Data and Analytics Officer bei Dun & Bradstreet. "Die derzeit modernsten KI-Systeme sind ausgesprochen leistungsfähig, doch der entscheidende Faktor für ihre Wirksamkeit ist der richtige Kontext. KI in verifizierten Informationen zu verankern, sodass Fakten bestätigt und Integrationen aufgebaut werden können, ist fundamental für die Einführung agentischer Workflows."
Deutschland rollt KI schneller aus, als das Datenfundament nachkommt
69 Prozent der deutschen Unternehmen skalieren, operationalisieren oder nutzen bereits agentische Workflows, global sind es 60 Prozent. Bei der Datenreife fällt Deutschland dagegen zurück: Nur 3 Prozent bewerten ihre Daten als vollständig bereit, global immerhin 6 Prozent. Am Investitionswillen mangelt es nicht, 79 Prozent der deutschen Unternehmen erwarten in den nächsten 12 Monaten steigende KI-Ausgaben, gegenüber rund 67 Prozent weltweit. Der KI-Einsatz in Unternehmen erreicht damit erkennbar eine reifere Phase, ohne dass die Datengrundlage bislang Schritt hält.
Datenreife bleibt der Engpass
Der Blick auf die Details zeigt, wo genau es hakt: 45 Prozent der Unternehmen beschreiben ihre Daten als teilweise, 43 Prozent als weitgehend bereit für KI-basierte Wertschöpfung im großen Maßstab, bei fast jedem zehnten Unternehmen sind sie kaum bis gar nicht darauf vorbereitet. Zwischen den Daten, die frühe KI-Fortschritte ermöglichen und den Daten, die skalierbaren, wiederholbaren ROI im gesamten Unternehmen tragen, klafft damit weiterhin eine deutliche Lücke. Auch beim Risikomanagement bleibt die Unsicherheit groß, nur 36 Prozent der Unternehmen fühlen sich gut oder sehr gut aufgestellt, um Risiken wie Bias, Datenschutz oder Compliance im Zusammenhang mit KI zuverlässig zu erkennen und zu steuern.
Was das für Unternehmen praktisch bedeutet, ordnet Gary Kotovets ein: "Damit KI gute Entscheidungen treffen kann, ob im Team, im System oder als eigenständig arbeitender KI-Agent, braucht sie einen verlässlichen Überblick über den konkreten Geschäftskontext des Unternehmens. Genau das liefert unsere Identity-Infrastruktur, sie verankert KI in echten, geprüften Unternehmensdaten und gibt Unternehmen die Sicherheit, ihre KI-Agenten wirklich selbstständig arbeiten zu lassen."
Ausblick
Der AI Momentum Index von Dun & Bradstreet zeigt 2026 einen stetigen Fortschritt bei Adoption und Reife von KI, auch wenn die Datengrundlage eine Herausforderung bleibt. Die Erwartungen an KI bleiben dabei hoch, 78 Prozent der deutschen Unternehmen rechnen im kommenden Quartal mit konkreten neuen Produkten, Geschäftsmodellen oder operativen Verbesserungen durch KI, deutlich mehr als die 56 Prozent im globalen Schnitt. Die Ergebnisse des dritten Quartals legen nahe: Die nächste Phase verlangt von den Unternehmen, ihre Datenreife zu verbessern und so frühen, ungleich verteilten ROI in konsistentere Erträge im Unternehmensmaßstab zu überführen.
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