Virchow-Preis 2026 verliehen für Pionierarbeit im Kampf gegen Ebola, Stärkung der weltweiten Epidemievorsorge und Förderung globaler Solidarität
Berlin (ots)
50 Jahre nach dem ersten Ebola-Ausbruch werden Jean-Jacques Muyembe und Peter Piot für ihr außergewöhnliches, lebenslanges Engagement mit der mit 500.000 € dotierten internationalen Auszeichnung geehrt
Der Virchow-Preis 2026 wird gemeinsam an Jean-Jacques Muyembe und Peter Piot verliehen für ihre bahnbrechende und beständige Führungsrolle bei der Erkennung, der Bekämpfung und dem Verständnis epidemischer Bedrohungen sowie für die Förderung einer gerechten, multilateralen Zusammenarbeit und Governance, über die die globale Vorsorge und Solidarität angesichts von Ausbrüchen übertragbarer Krankheiten grundlegend gestärkt worden ist.
Die Bekanntgabe erfolgte heute durch die Virchow Foundation, die den jährlichen Preis vergibt. Der Auswahl der Preisträger durch das unabhängige Virchow-Preis-Komitee ging eine bis Ende Februar währende Nominierungsphase voraus, gefolgt von einer dreimonatigen Juryphase.
Dieser Moment ist von besonderer historischer Tragweite: 2026 markiert sowohl den 50. Jahrestag des erstmaligen Ausbruchs von Ebola als auch die erneute Konfrontation mit dem Virus durch den aktuellen Ausbruch.
Nach Angaben des Komitees sind die Karrieren von Jean Jacques Muyembe und Peter Piot in einem entscheidenden Moment der modernen Geschichte der Infektionskrankheiten verankert: dem ersten identifizierten Ebola-Ausbruch im Jahr 1976. Ihre Zusammenarbeit demonstrierte die Notwendigkeit, kontextuelle, disziplinäre und geografische Grenzen zu überwinden, und hob sowohl das Potenzial als auch die Ungleichheiten hervor, die globalen Partnerschaften im Gesundheitsbereich innewohnen. Über Jahrzehnte hinweg haben sowohl Muyembe als auch Piot – teils eng zusammen, teils unabhängig voneinander auf sich ergänzende Weise – daran gearbeitet, die Epidemieforschung auf vorbildliche Weise auf dem Fundament von Gerechtigkeit, Gegenseitigkeit und geteilter Führung zu transformieren.
Zusammengenommen veranschaulichen die Beiträge der Preisträger ein Kontinuum, das für die Förderung der Gesundheit aller von zentraler Bedeutung ist: von der Entdeckung bis zur Umsetzung, von der lokalen Reaktion bis zur globalen Koordination, von Notfallmaßnahmen bis zur langfristigen Systemstärkung. Ihre Arbeit hat die Fähigkeit, tödliche Ausbrüche zu erkennen, zu verstehen und zu kontrollieren, direkt verbessert und gleichzeitig breitere Rahmenbedingungen beeinflusst, um globale Gesundheitsherausforderungen auf gerechte und inklusive Weise anzugehen.
Mit der Verleihung des Virchow-Preises 2026 zu gleichen Teilen an Muyembe und Piot werden wissenschaftlichen Leistungen und Engagement beider Lauraten für die Stärkung von Gesundheitssystemen und die Förderung globaler Solidarität gewürdigt. Die Arbeit der Preisträger verkörpert Rudolf Virchows Vermächtnis, dass Gesundheit untrennbar mit sozialer Organisation, Regierungsführung und kollektiver Verantwortung verbunden ist.
Ausführlicher Artikel und detaillierte Begründung des Virchow-Preiskomitees: www.virchowprize.org/vp2026
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