Klarer Fokus auf nachhaltige Profitabilität und Zukunftsthemen im anspruchsvollen Branchenumfeld
Bertrandt veröffentlicht Bericht zum 2. Quartal 2025/2026
Ehningen (ots)
Bertrandt blickt auf ein anspruchsvolles erstes Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/2026 zurück. Die weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen - insbesondere im Automobilsektor - haben dazu geführt, dass sich der im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Auftragsbestand bislang nicht wie erwartet in höheren tatsächlichen Kundenabrufen niedergeschlagen hat. Zudem hat sich das herausfordernde Branchenumfeld zuletzt durch den Iran-Konflikt weiter verschärft, wodurch die Unsicherheiten für die zweite Jahreshälfte zugenommen haben. Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr angepasst. Gleichzeitig treibt Bertrandt das Ergebnisoptimierungsprogramm "Fit for Future" konsequent voran und setzt die Diversifizierung der Kundenbasis strategisch fort.
Trotz eines höheren Auftragsbestands im Vergleich zum Vorjahr blieb die erhoffte Markterholung, insbesondere zum Ende des zweiten Quartals, hinter den Erwartungen zurück. Die ausbleibende Dynamik bei den Kundenabrufen und eine damit verbundene geringere Auslastung spiegeln die weiterhin volatile Marktsituation wider. Verschärfend kamen zusätzliche Projektverschiebungen bei einzelnen Kunden hinzu, die sich negativ auf die Umsatzentwicklung ausgewirkt haben.
Insgesamt lag die Gesamtleistung im ersten Halbjahr 2025/2026 bei 456.702 TEUR und damit deutlich unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums (516.403 TEUR). Ursachen hierfür waren neben den geringeren Kundenabrufen, insbesondere aus der Automobilindustrie, auch die eingeleiteten Gegenmaßnahmen wie der Personalabbau. Das EBIT belief sich im Berichtszeitraum auf -13.123 TEUR und lag damit leicht über dem Vorjahreswert. Hier zeigen sich positive Effekte aus dem Programm "Fit for Future". Der Personalbestand wurde im Vergleich zum Stand Ende März 2025 um 1.437 auf 11.744 Mitarbeitende reduziert (Vorjahr: 13.181). Die Bilanzstruktur bleibt mit einer Eigenkapitalquote von 44,5 Prozent weiterhin stabil und solide (H1 2024/2025: 42,6 Prozent).
Für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres erwartet der Bertrandt Konzern ein Marktumfeld, das sowohl Chancen beinhaltet als auch Risiken birgt. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute haben Anfang April ihre Wachstumsprognosen für Deutschland aufgrund der erwarteten Auswirkungen des Iran-Konflikts spürbar nach unten korrigiert. In Kombination mit anhaltenden Handelskonflikten besteht das Risiko, dass die wirtschaftliche Schwächephase anhält und die Wirtschaftsleistung auch im Jahr 2026 erneut rückläufig sein könnte.
Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand der Bertrandt AG am 27. April 2026 die Prognose für das Geschäftsjahr angepasst. Während bislang von einem moderaten Anstieg der Gesamtleistung ausgegangen worden war, erwartet das Unternehmen nun einen moderaten Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Die Zielsetzung eines deutlich verbesserten EBIT bleibt grundsätzlich bestehen, auch wenn die Unsicherheit hinsichtlich eines positiven Ergebnisses gestiegen ist. Die Prognose eines deutlichen Anstiegs des Cashflows aus operativer Geschäftstätigkeit wurde bestätigt.
"Das Ergebnisoptimierungsprogramm "Fit for Future" wird konsequent weitergeführt. Bereits auf Basis der bisherigen Maßnahmen konnten Einsparungen in Höhe von mehr als 120 Mio. EUR p.a. und damit oberhalb des ursprünglich angestrebten Zielkorridors von 70 bis 90 Mio. EUR erzielt werden. Mit zusätzlichen Maßnahmen soll die Rückkehr zu einer nachhaltigen Profitabilität sichergestellt werden - auch unabhängig von einem Wachstum der Gesamtleistung", sagt Markus Ruf, Mitglied des Vorstands Finanzen. Bertrandt erwartet im zweiten Halbjahr gegenüber dem ersten Halbjahr rund 15 Mio. EUR an zusätzlichen Einsparungen.
Parallel dazu setzt Bertrandt seine strategischen Initiativen zur Diversifikation des Leistungsportfolios fort und stärkt gezielt das Non-Automotive-Geschäft. Die Umsatzanteile außerhalb der Automobilindustrie sollen in den kommenden Jahren deutlich ausgebaut werden - insbesondere in den Bereichen Aerospace, Defence, Medizintechnik und Industrie. Mittelfristig strebt das Unternehmen einen Anteil von 20 bis 25 Prozent im Nicht-Automobilbereich an.
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