Global CFO Survey 2026: Wachstumserwartungen gestiegen – Risikowahrnehmung noch stärker
Nur 38 Prozent der europäischen CFOs setzen auf Übernahmen
Ein Dokument
Global CFO Survey 2026: Wachstumserwartungen gestiegen – Risikowahrnehmung noch stärker / Nur 38 Prozent der europäischen CFOs setzen auf Übernahmen
85 Prozent der CFOs weltweit erwarten für die kommenden zwölf Monate ein Umsatzwachstum von mindestens zehn Prozent – gegenüber 72 Prozent im Vorjahr. Gleichzeitig ist die Wahrnehmung des Risikos hinsichtlich geopolitischer Konflikte (84 Prozent), Cybersicherheit (82 Prozent) und Inflation (83 Prozent) jeweils deutlich gestiegen. In Europa investieren weltweit die meisten CFOs in Künstliche Intelligenz, setzen im Vergleich aber deutlich weniger auf Übernahmen (M&A). Das ist das Ergebnis des Global CFO Survey 2026 der Unternehmensberatung FTI Consulting, für den 700 CFOs und Finanzentscheider weltweit befragt wurden.
- Sorge vor geopolitischen Konflikten steigt um 19 Prozentpunkte auf 84 Prozent: stärkster Anstieg aller Risikofelder
- Nur 38 Prozent der europäischen CFOs verfolgen aktiv Übernahmen, in Nordamerika sind es 51 Prozent
- 55 Prozent der europäischen CFOs überwiegend mit operativen Pflichtaufgaben ausgelastet
In allen drei erhobenen Weltregionen zeigt sich ein ähnliches Muster: Die Zuversicht der CFOs steigt, die wahrgenommenen Risiken aber steigen noch stärker. Die Besorgnis über geopolitische Konflikte ist gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozentpunkte gestiegen (von 65 auf 84 Prozent), über Cybersicherheit um zwölf Prozentpunkte (von 70 auf 82 Prozent) und über Inflation um elf Prozentpunkte (von 72 auf 83 Prozent).
„Dass Wachstumserwartungen und Risikowahrnehmung gleichzeitig so deutlich steigen, ist kein Widerspruch, es beschreibt die Realität vieler Finanzvorstände im Jahr 2026“, sagt Julian Drellmann, Senior Managing Director bei FTI-Andersch, der auf Restrukturierung, Business Transformation und Transaktionen spezialisierten Beratungseinheit von FTI Consulting in Deutschland. „Wir beobachten in der Praxis, dass CFOs heute Wachstumsinvestitionen anschieben und parallel dazu Schutzmechanismen gegen die Risiken aufbauen, die dieses Wachstum gefährden könnten. Das erfordert eine deutlich höhere Komplexität in der Steuerung. Die Anforderungen an CFOs steigen weiter an.“
Unterschiedliche Strategien: Nordamerika auf Transaktionen, Europa eher auf organische Entwicklung
Weltweit geben 45 Prozent der CFOs an, aktiv Übernahmen zu verfolgen. In Nordamerika liegt dieser Wert bei 51 Prozent, in Asien bei 46 Prozent – in Europa dagegen nur bei 38 Prozent. Europäische CFOs priorisieren aktuell stärker Cybersicherheit (54 Prozent), die Expansion in neue Märkte (50 Prozent) und Kundenakquisition (49 Prozent). Die drei größten Herausforderungen in Europa aus Sicht der Befragten: globale regulatorische Veränderungen (83 Prozent), Unsicherheit an den Kapitalmärkten (83 Prozent) und Zinsvolatilität (82 Prozent).
Dabei wären die Voraussetzungen für Transaktionen grundlegend gegeben: Global berichten zwei Drittel der CFOs von einem verbesserten Zugang zu Finanzierungsquellen – sowohl bei Innenfinanzierung aus dem eigenen Cashflow (67 Prozent) als auch bei Private Equity (66 Prozent), öffentlichen Kapitalmärkten (65 Prozent) und Fremdkapital (61 Prozent). Trotz dieser verbesserten Finanzierungslage bezeichnen 83 Prozent die Unsicherheit an den Kapitalmärkten als erhebliches Risiko, was den Trend zu selektiven Transaktionen unterstreicht.
„Die Zurückhaltung europäischer CFOs bei Übernahmen hat Gründe: Die regulatorische Komplexität in Europa ist hoch“, sagt Julian Drellmann. „Aber eine defensive Positionierung hat einen Preis. Wer heute nicht kauft, muss organisch aufbauen, was Wettbewerber über Zukäufe schneller erreichen können. In unserer Beratungspraxis sehen wir beides: Unternehmen, die das gegenwärtige Umfeld für gezielte Akquisitionen zu verbesserten Konditionen nutzen. Und solche Unternehmen, die abwarten. Entscheidend ist, strategische Optionen zu identifizieren, zu bewerten und bewusste Entscheidungen zu treffen.“
Hohe KI-Investitionen in Europa – operative Last bleibt das Nadelöhr
Europäische CFOs investieren auf breiter Front in Künstliche Intelligenz: 73 Prozent haben KI-Fähigkeiten in der Finanzfunktion entweder im Einsatz, in der Entwicklung oder als hohe Priorität geplant. Das ist ein ähnlich hohes Niveau wie in Nordamerika (69 Prozent) und etwas höher als in Asien (65 Prozent). Die am häufigsten priorisierten Anwendungen in Europa: Predictive Cash Forecasting (90 Prozent), Machine-Learning-gestützte Prognosen (88 Prozent) und automatisiertes KI-Reporting (88 Prozent).
Gleichzeitig geben 55 Prozent der europäischen CFOs an, den Großteil ihrer Arbeitszeit für Budgetierung, Systemmanagement und Teamführung aufzuwenden. Gefragt, wofür sie mehr Zeit aufwenden möchten, nennen sie KI- und Digitalinitiativen sowie die Erschließung neuer Wachstumsfelder. Global führen inzwischen 52 Prozent der CFOs unternehmensweite Transformationsprogramme, 48 Prozent steuern die KI-Implementierung im Unternehmen.
„Auf den ersten Blick erscheint es vielleicht überraschend, dass europäische CFOs beim Einsatz von KI rein quantitativ aktuell führend sind“, sagt Julian Drellmann. „Wenn 55 Prozent der europäischen CFOs den Großteil ihrer Zeit für operative Pflichtaufgaben aufwenden, liegt es nahe, dass KI-Investitionen zunächst dorthin fließen: also in die Beschleunigung bestehender Prozesse. Das sehen wir auch in der Praxis: Damit gibt es mehr freie Zeit für strategische Aufgaben. In diesem Kontext sollten auch weitere KI-Investitionen fließen: Nicht nur in Automatisierung, sondern in die zielführende Unterstützung strategischer CFO-Arbeit. Die nächsten zwölf Monate werden zeigen, wer die Weichen in diesem Bereich jetzt richtig stellt.“
Über die Untersuchung:
Der Global CFO Survey 2026 von FTI Consulting wurde in Zusammenarbeit mit CFO Dive durchgeführt. Insgesamt wurden 700 CFOs und Finanzentscheider in Nordamerika, Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) sowie Asien-Pazifik (APAC) befragt. Mehr als 83 Prozent der Befragten bekleiden die Position eines CFO, VP of Finance, Chief Accounting Officer oder Director of Finance.
Den vollständigen Report können Sie hier herunterladen:
https://www.fticonsulting.com/insights/reports/global-cfo-survey-2026
Über FTI-Andersch
FTI-Andersch ist eine Unternehmensberatung, die ihre Mandanten in der Entwicklung und Umsetzung tragfähiger Zukunfts-, Performance- sowie Restrukturierungskonzepte unterstützt. FTI-Andersch begleitet aktiv Unternehmen, die sich mit strategischen, operativen oder finanzwirtschaftlichen Herausforderungen und Veränderungsprozessen beschäftigen müssen – oder frühzeitig Geschäftsmodell, Organisation und Prozesse zukunftsfähig ausrichten möchten. Zu den Mandanten zählen insbesondere mittelständische Unternehmen und Konzerne, die international agieren. FTI-Andersch ist Teil der FTI-Consulting-Gruppe (NYSE: FCN) mit mehr als 8.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit.
FTI-Andersch AG
Taunusanlage 9-10
60329 Frankfurt am Main
Germany
Für Presse-Anfragen kontaktieren Sie bitte:
Lynn Lackmann
T: +49 69 2722995429
M: +49 151 14494259
lynn.lackmann@fti-andersch.com