Alle Storys
Folgen
Keine Story von Erzbistum Paderborn mehr verpassen.

Erzbistum Paderborn

Gespräch über Fachkräftemangel, Demografie, Zuwanderung - 19. „Tag für Unternehmerinnen und Unternehmer – erfolgreich nachhaltig“ in Dortmund

Gespräch über Fachkräftemangel, Demografie, Zuwanderung - 19. „Tag für Unternehmerinnen und Unternehmer – erfolgreich nachhaltig“ in Dortmund
  • Bild-Infos
  • Download

Wir stellen Ihnen eine aktuelle Meldung aus dem Erzbistum Paderborn mit zugehörigem Bildmaterial zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Presse-Team des Erzbistums Paderborn

Gespräch über Fachkräftemangel, Demografie und Zuwanderung

19. „Tag für Unternehmerinnen und Unternehmer – erfolgreich nachhaltig“ in Dortmund

Dortmund (pdp). Rund 200 Gäste aus Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft kamen am Dienstagabend zum 19. „Tag für Unternehmerinnen und Unternehmer – erfolgreich nachhaltig“ der Kommende Dortmund im Westfälischen Industrieklub in Dortmund zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Unternehmen angesichts von demografischem Wandel, Zuwanderung und Künstlicher Intelligenz dem Fachkräftemangel begegnen können.

Fachkräftesicherung

Den inhaltlichen Schwerpunkt bildete ein intensives Gespräch zwischen Cihan Sügür, Manager bei der Porsche Company und laut „Capital“ unter den „Top 40 unter 40“-Managern in Deutschland, Mitglied der Atlantik-Brücke und Sohn türkischer Gastarbeiter aus dem Dortmunder Norden, sowie Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani, Professor für Migrations- und Bildungssoziologie an der TU Dortmund und wissenschaftlicher Berater im Vorstand der Kommende-Stiftung beneVolens.

Raum für Dialog

Der Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz verzichtete kurzfristig auf einen eigenen Impuls, um dem Austausch auf dem Podium und mit dem Publikum bewusst mehr Raum zu geben. Damit rückte der dialogische Charakter der Veranstaltung noch stärker in den Mittelpunkt.

Im Zentrum stand die Frage, wie sich Arbeitskräfte- und Fachkräftebedarf vor dem Hintergrund tiefgreifender demografischer Veränderungen sichern lassen. El-Mafaalani zeichnete ein eindrückliches Bild der Entwicklung: In Deutschland lebten derzeit etwa doppelt so viele 60-Jährige wie 6-Jährige. Die geburtenstarken Jahrgänge würden in den kommenden Jahren in den Ruhestand eintreten und in 20 bis 25 Jahren hochaltrig sein. Damit verschiebe sich nicht nur die Altersstruktur, sondern auch das gesellschaftliche Gefüge mit bislang kaum erprobten Folgen für Demokratie, Arbeitsmarkt und Innovationsfähigkeit. „In zehn Jahren ist die größte Wählergruppe im Rentenalter“, gab er zu bedenken und stellte die Frage, wie eine innovationsfähige Wirtschaft unter diesen Bedingungen gestaltet werden könne.

Vor diesem Hintergrund plädierte El-Mafaalani für eine stärkere politische und gesellschaftliche Fokussierung auf Kinder und Jugendliche als künftig besonders relevante Minderheit. Zugleich warb er für Maßnahmen zur Erhöhung der Erwerbstätigkeit von Müttern und verwies auf strukturelle Ungleichheiten. Im europäischen Vergleich sei die Erwerbstätigkeit von Müttern in den deutschsprachigen Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz unterdurchschnittlich.

Zuwanderung und Qualifizierung

Ein weiterer zentraler Punkt war die qualifizierte Zuwanderung. Deutschland sei für internationale Fachkräfte bislang nur eingeschränkt attraktiv und schaffe es häufig nicht, gut ausgebildete Studierende nach ihrem Abschluss im Land zu halten. Bürokratische Hürden und sprachliche Anforderungen wirkten dabei oft abschreckend. Gleichzeitig brauche es stärker systematisierte Wege, Zugewanderte im Inland zu qualifizieren.

Cihan Sügür unterstrich die wirtschaftliche Perspektive und betonte: „Wir brauchen wirtschaftlichen Aufschwung als Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt.“ Entscheidend seien klare Ziele, passende Anreizsysteme und eine konsequente Förderung von Qualifikation. Aus eigener Erfahrung hob er die Bedeutung von Bildungschancen hervor und verwies unter anderem auf die prägende Unterstützung durch engagierte Lehrkräfte während seines Aufwachsens in der Dortmunder Nordstadt.

Einigkeit bestand darin, dass Investitionen in Bildung früh ansetzen müssen. El-Mafaalani verwies auf deutliche Effekte bei der Förderung benachteiligter Kinder und sprach sich für den Ausbau von Mentoringprogrammen aus, auch als mögliches Engagementfeld für ältere Generationen.

Auch aus dem Publikum wurde betont, dass Bildungsförderung früher beginnen müsse und Unternehmen bereits heute Verantwortung übernehmen könnten, etwa durch Ausbildungsangebote auch für junge Menschen ohne Schulabschluss.

Preis „Erfolgreich nachhaltig“

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Unternehmerpreises „Erfolgreich nachhaltig“, der von der Kommende Dortmund gemeinsam mit der Pax-Bank für Kirche und Caritas vergeben wird. Mit der Auszeichnung werden Unternehmen gewürdigt, die wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung verbinden.

Die diesjährigen Preisträger, die Möbelwerkstatt Breckerfeld/Kukatsch Systeme um Alina und Malte Frenzel sowie Firmengründer Eckhard Kukatsch, stehen beispielhaft für innovatives, nachhaltiges Wirtschaften. Ihr modulares Hausbausystem verbindet ökologische Bauweise mit sozialer Verantwortung und zeigt, wie unternehmerische Praxis zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen kann. Die Laudatio hielt Olesja Mouelhi-Ort, Geschäftsführerin der Handwerkskammer Dortmund. Überreicht wurde der Preis durch Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz.

Im Anschluss nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum Austausch in Tischgesprächen. Der „Tag für Unternehmerinnen und Unternehmer“ der Kommende Dortmund versteht sich seit Jahren als Plattform für Dialog und Vernetzung und setzt Impulse für eine Wirtschaft, die sich an den Prinzipien der katholischen Soziallehre orientiert.

Bildunterzeilen

260422_unternehmer_tag2026_1: Die Möbelwerkstatt Breckerfeld/Kukatsch Systeme wurde beim 19. „Tag für Unternehmerinnen und Unternehmer“ in Dortmund mit dem Preis „erfolgreich nachhaltig“ ausgezeichnet (v.l.): Bettina Kukatsch, Eckhard Kukatsch, Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und Dr. Andreas Fisch von der Kommende Dortmund. Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

260422_unternehmer_tag2026_2: Kommendedirektor Detlef Herbers (links) konnte im Westfälischen Industrieklub Dortmund rund 200 Gäste zum 19. „Tag für Unternehmerinnen und Unternehmer – erfolgreich nachhaltig“ begrüßen. Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

260422_unternehmer_tag2026_3: Cihan Sügür (links) und Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani (rechts) diskutierten unter der Leitung von Dr. Andreas Fisch (Kommende Dortmund) im Westfälischen Industrieklub über Fachkräftemangel, Demografie und Zuwanderung. Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

260422_unternehmer_tag2026_4: Nach Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani ist Deutschland für internationale Fachkräfte bislang nur eingeschränkt attraktiv. Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

260422_unternehmer_tag2026_5: Cihan Sügür zählt laut „Capital“ zu den „Top 40 unter 40“-Managern in Deutschland. Foto: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn

1000 GUTE GRÜNDE - Erzählen wir, was für uns zählt!

 Presse-Team des Erzbistums Paderborn
Erzbischöfliches Generalvikariat
Domplatz 3
33098 Paderborn
Tel. 05251 125 15 58
pressestelle@erzbistum-paderborn.de
  www.erzbistum-paderborn.de

Das Erzbistum Paderborn – Lebendige Kirche für 1,25 Millionen katholische Christinnen und Christen

Das Erzbistum Paderborn ist eine Ortskirche der katholischen Kirche. Über 4,8 Millionen Menschen leben im Erzbistum Paderborn, davon sind 1,25 Millionen katholisch. In den Einrichtungen des Erzbistums sind mehr als 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Sie und viele ehrenamtlich Engagierte setzen sich täglich dafür ein, einen lebendigen Glauben zu gestalten und den Auftrag der Kirche zu erfüllen – in der Feier von Gottesdiensten, der Seelsorge, in Bildungseinrichtungen und mit caritativen Angeboten.

Das Erzbistum Paderborn gliedert sich in 19 Dekanate mit 603 Pfarrgemeinden in 96 Seelsorgeeinheiten (Pastorale Räume / Pastoralverbünde / Gesamtpfarreien). Geleitet wird das Erzbistum Paderborn von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, seine Generalvikare sind Monsignore Dr. Michael Bredeck und Prälat Thomas Dornseifer.

Geografisch erstreckt sich das Erzbistum Paderborn auf einer Fläche von rund 14.000 Quadratkilometern – von Minden im Norden bis nach Siegen im Süden und von Höxter im Osten bis nach Herne im westlichen Ruhrgebiet. Zusätzlich zu den Gebieten in Westfalen zählen Teile des Kreises Waldeck-Frankenberg (Hessen) und die Stadt Bad Pyrmont (Niedersachsen) ebenfalls zum Erzbistum Paderborn. Metropolitankirche ist der Hohe Dom St. Maria, St. Liborius, St. Kilian zu Paderborn, der im Wesentlichen aus dem 13. Jahrhundert stammt.
Weitere Informationen:  www.erzbistum-paderborn.de