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Erzbistum Paderborn

Ostermontag: die österliche Hoffnungsbotschaft weitergeben

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Ihr Presse-Team des Erzbistums Paderborn

„Der Glaube ist da“

An Ostermontag spricht Weihbischof Matthias König über die Herausforderungen der Kirche und die Kraft des Christentums

Paderborn (pdp) „Er ist auferstanden.“ Die Botschaft von Ostern verkündet den Sieg des Lebens über den Tod. Am Ostermontag richten wir unseren Blick nach vorn – auf den Weg unseres Glaubens. Der Glaube wächst oft leise, oft unerkannt und Schritt für Schritt. Wie die Jünger auf dem Weg nach Emmaus Jesus zunächst nicht erkennen, sondern ihn erst im Nachhinein begreifen, gilt es auch die Osterbotschaft Jahr für Jahr neu zu begreifen und im eigenen Leben zu erkennen. Ostermontag markiert so den Beginn des Verstehens und der Weitergabe der österlichen Hoffnungsbotschaft.

Auch in diesem Jahr versammelten sich hunderte Gläubige im Hohen Dom zu Paderborn, um gemeinsam das feierliche Pontifikalamt am Ostermontag unter der Leitung von Weihbischof Matthias König zu begehen. In seiner Predigt spannte Weihbischof König einen weiten Bogen – von der leisen Unsichtbarkeit von Kirche in unserer Zeit über die unerwartete Kraft der Osterbotschaft bis hin zu konkreten Erfahrungen von Hoffnung im Leben der Menschen.

Die öffentliche Wahrnehmung

Eine Kirche in Japan, verborgen im Stadtbild: In seiner Predigt gewährte Weihbischof Matthias König den Gläubigen im Paderborner Dom einen Einblick in seine jüngste Reise. „Man muss schon wissen, wo diese Kirche ist, sonst läuft man daran vorbei“, erinnerte sich der Weihbischof. Für Matthias König ist das Bild von der verborgen anmutenden katholischen Kirche im fernen Japan mehr als eine Beobachtung. Das Bild stellt eine entscheidende Frage an die Gegenwart. Wird Glaube übersehen? Wird Kirche unsichtbar? „Also noch einmal die Frage: Werden wir bald aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwinden?“, hakte der Weihbischof nach.

Doch genau an diesem Punkt setze die Osterbotschaft an, betonte Matthias König weiter. Schon der Anfang des Christentums sei unscheinbar, widersprüchlich, kaum glaubhaft gewesen. „Ein gekreuzigter Gott? Das war für die Menschen der griechisch-römischen Welt undenkbar.“ Und dennoch: Diese Botschaft sei über die Zeit hinweg nicht verschwunden. Sie habe sich durchgesetzt – nicht durch Macht, sondern durch Erfahrung.

Hoffnung, wo niemand damit rechnet

„Er hat den Tod überwunden, er ist auferstanden. Er hat sich den Seinen gezeigt und sie selbst zum Glauben geführt“, fasste Weihbischof König die Osterbotschaft zusammen.

Ostern, so König, beginne nicht im Offensichtlichen, sondern im Kleinen, im Verborgenen, im scheinbar Gescheiterten. Wie in der Natur, in der aus kahlen Bäumen neues Leben wächst, entfalte sich auch die Hoffnung oft dort, wo niemand mehr damit rechnet: Ostern habe, so König, immer auch mit dem Unscheinbaren und mit dem zu tun, was zunächst nach Scheitern aussehe.

Diese Dynamik sei bis heute vor allem in den Brüchen des Lebens erfahrbar. In zerbrochenen Beziehungen, in Krankheit, in Verlust – könne sich eine neue Perspektive öffnen. Nicht laut, nicht spektakulär, aber spürbar: „Es ist nicht alles vorbei. Es geht irgendwie weiter. Da, wo ich nur eine Wand gesehen habe, öffnet sich eine Tür“, fasste Weihbischof König die Hoffnung, die auch von der österlichen Botschaft ausgehe, in Worte.

Die katholische Kirche sei, so Weihbischof Matthias König, nicht nur dem Verlust der öffentlichen Wahrnehmung ausgesetzt. Auch Spannungen innerhalb der Kirche gehörten zur kirchlichen Gegenwart. Angesichts von Missbrauch und Vertrauensverlust stellte der Weihbischof die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Kirche: „Wie glaubwürdig sind die Verkünder, wenn sie selbst Menschen Gewalt antun und missbrauchen?“

Die Kraft des Christentums

Viele entwickelten auch unabhängig vom unermesslichen Unrecht, das Menschen in der katholischen Kirche erfahren haben, eine Distanz zum Glauben. Weihbischof König stellte fest: „Ganze Generationen scheinen keinen Sinn mehr für das zu haben, was das Materielle übersteigt und sich nicht nur in digitalen Netzwerken abspielt.“

Die christliche Gemeinschaft werde kleiner, notwendige Veränderungsprozesse sorgten an manchen Stellen für Unsicherheit. Die Kraft des christlichen Glaubens und der Verbundenheit schmälere dies jedoch nicht. „Christen haben es auch als kleine Gruppe, als kleine Schar von Gläubigen geschafft, andere neugierig zu machen: ‚Warum leben die anders? Warum geben sie nicht auf, wenn doch alles hoffnungslos erscheint? Warum haben sie Kraft, wo wir längst keine mehr hätten?‘“, veranschaulichte Weihbischof König und betonte weiter: „Wenn wir darauf mit unserem Glauben antworten, dann können wir Menschen zum Auferstandenen führen. Und selbst wenn – wie ich es in Japan erlebt habe – keine große Welle der Bekehrung entsteht: Der Glaube ist da, und unsichtbar prägt er vielleicht mehr die Umgebung, als wir denken.“

Die musikalische Gestaltung des Pontifikalamtes oblag der Mädchenkantorei am Paderborner Dom, unter der Leitung von Patrick Cellnik und Emanuela Musso, sowie bei Domorganist Tobias Aehlig.

Videobotschaft zu Ostern

Bereits am Gründonnerstag hat sich Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz mit einer Videobotschaft an die Gläubigen gewandt. Vom Mahnmal für Betroffene sexualisierter Gewalt im Paderborner Dom blickt Erzbischof Dr. Bentz auf das Motiv des Hahnenschreis, das den Gedenkort prägt und für den Verrat des Petrus an Jesus steht. „Der Hahn kräht – auch zu diesem Osterfest. Die Passion Jesu ist nicht Vergangenheit, sie spiegelt sich in den Leidensgeschichten des Menschen bis in die Gegenwart“, betont der Paderborner Erzbischof. Die Kirche von Paderborn habe in den Wochen nach Veröffentlichung der Studie zum Missbrauch im Erzbistum erlebt, dass es Schuld gibt, die nicht kleingeredet werden dürfe. „Karfreitag heißt auch: hinschauen. Aushalten. Nicht fliehen“, macht Erzbischof Dr. Bentz deutlich.

Der Hahnenschrei kündige aber immer auch „den neuen, anderen Morgen“ an, unterstreicht der Paderborner Erzbischof die österliche Hoffnungsperspektive: „Die Nacht hat nicht das letzte Wort. Schuld und Versagen bleiben. Das Dunkel lässt sich nicht rückgängig machen. Aber Ostern sagt: Gott führt in ein neues Licht.“

Zur Videobotschaft:

https://www.youtube.com/watch?v=j8laYElsoxE

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Das Erzbistum Paderborn – Lebendige Kirche für 1,25 Millionen katholische Christinnen und Christen

Das Erzbistum Paderborn ist eine Ortskirche der katholischen Kirche. Über 4,8 Millionen Menschen leben im Erzbistum Paderborn, davon sind 1,25 Millionen katholisch. In den Einrichtungen des Erzbistums sind mehr als 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Sie und viele ehrenamtlich Engagierte setzen sich täglich dafür ein, einen lebendigen Glauben zu gestalten und den Auftrag der Kirche zu erfüllen – in der Feier von Gottesdiensten, der Seelsorge, in Bildungseinrichtungen und mit caritativen Angeboten.

Das Erzbistum Paderborn gliedert sich in 19 Dekanate mit 603 Pfarrgemeinden in 96 Seelsorgeeinheiten (Pastorale Räume / Pastoralverbünde / Gesamtpfarreien). Geleitet wird das Erzbistum Paderborn von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, seine Generalvikare sind Monsignore Dr. Michael Bredeck und Prälat Thomas Dornseifer.

Geografisch erstreckt sich das Erzbistum Paderborn auf einer Fläche von rund 14.000 Quadratkilometern – von Minden im Norden bis nach Siegen im Süden und von Höxter im Osten bis nach Herne im westlichen Ruhrgebiet. Zusätzlich zu den Gebieten in Westfalen zählen Teile des Kreises Waldeck-Frankenberg (Hessen) und die Stadt Bad Pyrmont (Niedersachsen) ebenfalls zum Erzbistum Paderborn. Metropolitankirche ist der Hohe Dom St. Maria, St. Liborius, St. Kilian zu Paderborn, der im Wesentlichen aus dem 13. Jahrhundert stammt.
Weitere Informationen:  www.erzbistum-paderborn.de