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Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

PM Bundesstiftung Aufarbeitung: Erich Loest zum 100. Geburtstag: Literatur als Zugang zur DDR-Geschichte

Erich Loest zum 100. Geburtstag: Literatur als Zugang zur DDR-Geschichte

Berlin, 23. Februar 2026 - Am 24. Februar 2026 würde Erich Loest 100 Jahre alt. Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur nimmt den Jahrestag zum Anlass, an Leben und Werk eines Schriftstellers zu erinnern, der wie kaum ein anderer literarisch nachvollziehbar gemacht hat, wie Anspruch und Wirklichkeit der kommunistischen Diktatur in Ostdeutschland auseinanderfielen. Seine Romane eröffnen bis heute einen Zugang zur DDR-Geschichte, der Erfahrungen von Alltag, Anpassung, Konflikt und politischem Umbruch anschaulich verbindet.

„Wer verstehen will, wie die SED-Diktatur in den Alltag hineinwirkte und wie sich 1989 Widerstand und Mut formierten, sollte Loest lesen. Es geht seinen Gang oder die Mühen der Ebene und Nikolaikirche eignen sich auch für den Unterricht, weil sie ohne Belehrung zeigen, wie Diktatur funktioniert – in Sprache, Beziehungen und Lebenswegen“, sagt Dr. Anna Kaminsky, Direktorin der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Erich Loest wurde 1926 in Mittweida geboren. Er wuchs im Nationalsozialismus auf und wurde in diesem System sozialisiert. Nach Krieg, Niederlage und dem Zusammenbruch des Regimes fand er sich – wie viele seiner Generation – zunächst in den sozialistischen Zukunftsversprechen der SED wieder. Er arbeitete als Journalist, unter anderem bei der Leipziger Volkszeitung, und begann früh literarisch zu schreiben. Sein Eigensinn und sein Anspruch auf literarische Wahrhaftigkeit brachten ihn rasch in Konflikt mit Partei und Staat. 1957 wurde Loest verhaftet und 1958 zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt, die er unter anderem im Zuchthaus Bautzen verbüßte. Auch nach seiner Haftentlassung blieb er ein unbequemer Autor, geriet erneut mit Zensur und Kulturpolitik aneinander und verließ 1981 die DDR. Nach 1989 kehrte Loest nach Leipzig zurück, war dort als Autor und Zeitzeuge präsent und blieb bis zu seinem Tod 2013 in vielfältiger Weise mit der Bundesstiftung Aufarbeitung verbunden.

Leseempfehlungen

Alltag in der DDR: Es geht seinen Gang oder die Mühen der Ebene (1978)

Zensur und Kultur in der SED-Diktatur: Der vierte Zensor. Vom Entstehen und Sterben eines Romans in der DDR (1984)

Haft und autobiographische Bilanz: Durch die Erde ein Riss (1981)

Friedliche Revolution 1989: Nikolaikirche (1995)

Volksaufstand vom 17. Juni 1953: Sommergewitter (2005)

Jonathan Harnisch

Pressereferent

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