Lurse Trendstudie: Erhöhungsbudgets sinken weiter - Zwei Industriezweige besonders unter Druck
Düsseldorf (ots)
Anhaltende geopolitische Krisen, Planungsunsicherheiten und die wirtschaftliche Situation stellen deutsche Unternehmen vor Herausforderungen. Die aktuelle Lurse-Studie "Trends in Vergütung und HR 2026/27" zeigt deutlich: Die Spielräume für Gehaltserhöhungen werden besonders in der Chemie- und Automobilbranche kleiner - Pay Equity bestimmt weiterhin als Top-Thema die Agenda der Personalabteilungen.
Reduktion der Gehaltserhöhungsbudgets - neben der Automobilindustrie nun die Chemiebranche am niedrigsten
Der seit 2023 anhaltende Abwärtstrend bei den Gehaltserhöhungsbudgets setzt sich fort. So liegen die realisierten Budgets für 2026 über alle Unternehmen bei durchschnittlich 3,0 % (2025: 3,3 %), für 2027 wird mit 2,7 % geplant.
Die angespannte wirtschaftliche Situation der beiden wichtigsten Industriezweige Deutschlands spiegelt sich besonders deutlich in den Gehaltserhöhungsbudgets wider: In der Chemiebranche wurden mit 1,4 % die niedrigsten Anpassungen aller Branchen realisiert, gefolgt von der Automobilindustrie mit 2,4 %. Während die Erhöhungen im Automobilsektor im Vergleich zum Vorjahr unverändert niedrig bleiben, verzeichnet die Chemiebranche einen erheblichen Rückgang. Lag das Budget dort im Vorjahr noch bei 4,1 % (damals Spitzenreiter in der Lurse Studie 2025), so hat es sich in diesem Jahr mit einem Rückgang um 2,7 Prozentpunkte mehr als halbiert. Die höchsten Budgets werden aktuell von Versicherungen und Beratungsgesellschaften mit 3,8 % umgesetzt.
Wurden die realisierten Budgets in diesem Jahr angepasst, so blieben sie meist auf dem Vorjahresniveau oder wurden sogar gesenkt, wofür bei zwei Dritteln der Fälle wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend waren.
In diesem Jahr nähern sich die Erhöhungsbudgets von tarifgebundenen (2,9 %) und nicht tarifgebundenen Unternehmen (3,0 %) einander an. Aufgrund von teilweise hohen Tarifabschlüssen im Vorjahr lagen die Budgets tarifgebundener Unternehmen noch 0,6 Prozentpunkte über denen von Unternehmen ohne Tarifbindung. Für das kommende Jahr rechnen derzeit aber beide Gruppen gleichermaßen mit 2,7 % Gehaltserhöhungsbudget.
"Ein nachhaltiger Aufwärtstrend ist vorerst nicht in Sicht. [...] Umso wichtiger [ist es], Mitarbeitenden nachvollziehbar zu erklären, wie Budgets verteilt werden und welche Faktoren die Gehaltsentscheidungen beeinflussen. Das schafft Vertrauen - auch wenn die finanziellen Spielräume eingeschränkt sind", so Maximilian Evers, Partner bei Lurse.
Pay Equity an der Spitze der HR-Prioritäten
Pay Equity bleibt Top-Thema: 79 % der befragten Unternehmen benennen die Entgelttransparenz als wichtigstes Thema in der Personalarbeit. Obwohl noch unklar ist, wann die Umsetzung in das nationale Recht erfolgen wird, arbeiten schon jetzt 93 % der Unternehmen, die das Thema als wichtig einstufen, aktiv an entsprechenden Maßnahmen.
In Zeiten von globalen Unsicherheiten werden internationale Beziehungen wichtiger: Beispiel Kanada und Deutschland
Angesichts der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten gewinnen Wirtschafts- und Handelsabkommen wie CETA als Brücke zwischen Deutschland und Kanada an Bedeutung. Auch Lurse kooperiert u. a. mit einem der führenden kanadischen Beratungsunternehmen Normandin Beaudry, um Unternehmen Zugang zu internationalen Trendinformationen wie etwa Entwicklungen von Gehaltserhöhungsbudgets zu ermöglichen.
Aus der aktuellen Studie von Normandin Beaudrygeht für das Jahr 2027 ein durchschnittliches Gesamterhöhungsbudget von 4,0 % hervor, welches sich aus 3,1 % Standarderhöhungsbudget und 0,9 % Strukturkomponente zusammensetzt. Damit liegt das kanadische Standarderhöhungsbudget über den deutschen geplanten Gesamterhöhungen von 2,7 %.
Über die Studie
Die Lurse Studie "Trends in Vergütung und HR 2026/27", durchgeführt zwischen Mai und August 2026, basiert auf der Befragung von 203 Unternehmen aus verschiedenen Branchen, darunter IT- und Telekommunikationsdienstleister, Versicherungen, Banken, Chemie- und Pharmaunternehmen sowie der Automobilindustrie. Über die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen beschäftigt mehr als 1.500 Mitarbeitende und erzielt in Deutschland einen Jahresumsatz von über 500 Millionen Euro.
Die Studie bietet HR-Verantwortlichen fundierte Einblicke in aktuelle Trends und Herausforderungen der Vergütungspolitik und Personalarbeit.
Pressekontakt:
Juliane Zache
juliane.zache@lurse.de
Oliver Möbs
oliver.moebs@lurse.de
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