Vereinigung der Pflegenden in Bayern (KöR)
Zum Hitzeaktionstag 2026: Hitze für Pflegende eine doppelte Herausforderung
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Zum Hitzeaktionstag 2026: Hitze für Pflegende eine doppelte Herausforderung
11. Juni ist Hitzeaktionstag / Hitze mit zunehmend ernsthafteren Folgen für Gesundheit und Gesundheitswesen / Beruflich Pflegende besonders betroffen
München, 10.06.2026 – In diesem Jahr fällt der Hitzeaktionstag auf den 11. Juni 2026 – für die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) ein wichtiger Anlass, um auf die ernsthaften Folgen und Risiken sommerlicher Hitzewellen für Gesundheit und Gesundheitswesen in Deutschland hinzuweisen. Die VdPB sieht dabei die von ihr vertretene Berufsgruppe in besonderem Maße gefordert: Pflegende sind in hohem Maße verantwortlich, die zu pflegenden Personen bestmöglich vor den Folgen von Hitze zu schützen und können gleichzeitig im beruflichen Kontext selbst den Belastungen durch Hitze kaum ausweichen. Pflegende führen häufig körperlich anstrengende Tätigkeiten aus, können in Schichtdiensten die Arbeit nicht auf kühlere Tageszeiten oder in klimatisierte Räume verlegen und tragen Dienstkleidung, die nicht flexibel anpassbar ist.
„Beruflich Pflegende versorgen Menschen, die sich in höchst vulnerablen Situationen befinden und durch hohe Temperaturen gesundheitlich noch stärker gefährdet sind. Sie versorgen ältere Menschen, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Menschen mit Behinderungen, Säuglinge, Schwangere und Kinder“, erläutert Rita Zöllner, Präsidentin der VdPB, die Situation vieler Kolleginnen und Kollegen. „Pflegende sind bei Hitzewellen dafür verantwortlich, dass diese Personen nicht überhitzen, dass sie ausreichend trinken, dass die Medikamente gekühlt bleiben, die Dosierung der Medikamente gegebenenfalls angepasst wird und die Hitze das Wohlbefinden der Menschen mit Pflegebedarf nicht noch stärker beeinträchtigt. Dabei sind die Rahmenbedingungen oft denkbar schlecht – sie pflegen in überhitzten Räumen, sie fahren in der ambulanten Pflege oft kurze Strecken in aufgeheizten Autos, die so schnell nicht runterkühlen. Manchmal fehlt es auch an der Zeit, ausreichend zu trinken. Das sind Belastungen, die wir nicht nur an Hitzeaktionstagen, sondern während des gesamten Sommers unbedingt in den Blick nehmen müssen. Um beruflich Pflegenden mehr Unterstützung während dieser herausfordernden Perioden zukommen zu lassen, aber auch um zu verstehen, dass Klimaschutz Gesundheitsschutz ist“, betont Zöllner.
„Es versteht sich von selbst, dass besondere Maßnahmen zum Hitzeschutz in der Pflege menschlich notwendig sind. Sie zahlen sich aber auch wirtschaftlich aus: Studien zeigen, dass Menschen bei hoher und andauernder Hitze mehr Fehler machen und deutlich ineffizienter arbeiten. Sie sind bei Hitze nicht nur häufiger krank, es passieren auch mehr Arbeitsunfälle“, stellt Florian Kammermeier fest, der Sozial- und Gesundheitswirtschaft in Sachen Hitzeschutz berät und an der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN) im Bereich Klimawandelanpassung lehrt. Kammermeier ergänzt: „Der Klimawandel trifft auf eine alternde Gesellschaft und zunehmenden Fachkräftemangel in der Pflege. Ohne wirksame Gegenmaßnahmen wird er daher das Gesundheitssystem und die Gesellschaft teuer zu stehen kommen.“
Die VdPB fordert angesichts der immer häufiger werdenden Hitzewellen, die Klimaforschung intensiv zu fördern sowie in Kliniken und Pflegeeinrichtungen sofort mit der Umsetzung langfristiger Maßnahmen zu beginnen. Dazu zählt, dass Gebäude besser gedämmt werden und Dächer, Fassaden sowie die Umgebung rund um Gesundheitseinrichtungen begrünt werden. Aber auch Maßnahmen zum Sonnenschutz wie Jalousien und Rollos sind notwendig. Außerdem müssen bei allen Neubauten Kühlsysteme eingeplant und in Bestandsbauten nachgerüstet werden. In den Einrichtungen müssen Hitzeschutzbeauftragte benannt werden. Um bei aktuellen Hitzeperioden besser gewappnet zu sein, bieten sich zudem kurzfristige Maßnahmen an: zu den richtigen Tageszeiten konsequent lüften und beschatten, Trinkpausen in der Planung berücksichtigen, mobile Klimageräte einsetzen und angepasste Dienstkleidung anbieten. „Vor allem aber liegt uns im Interesse der zu pflegenden Menschen am Herzen, dass beruflich Pflegende Gelegenheit bekommen, in entsprechenden Fortbildungen ihr Wissen zu Folgen von Hitze, zum Hitzeschutz und auch zur Selbstfürsorge aufzubauen“, appelliert Rita Zöllner an Arbeitgeber und Politik.
Der Hitzeaktionstag 2026 steht unter dem Motto „Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze“. Am 11. Juni 2026 machen bundesweite Aktionen, Veranstaltungen und Gespräche sichtbar, wie guter Hitzeschutz gelingen kann. 2023 fand der Hitzeaktionstag erstmals statt und wird seither von einem immer breiter werdenden Bündnis getragen.
Die VdPB
Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und ein unabhängiges Sprachrohr von und für professionelle Pflegekräfte in Bayern. Die VdPB wurde 2017 auf Grundlage des vom Bayerischen Landtag verabschiedeten Pflegendenvereinigungsgesetzes gegründet und hat unter anderem die Aufgabe, die Qualität der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung weiterzuentwickeln – sowohl im Interesse der Berufsgruppe als auch für die Versorgungssicherheit der Menschen in Bayern. Dazu wirkt die VdPB an Gesetzgebungsverfahren mit und vertritt die Pflegenden in Gremien wie beispielsweise dem Landespflegeausschuss. Zudem berät sie ihre Mitglieder kostenlos in berufsrechtlichen, berufsethischen und fachlichen Fragen und verantwortet den Bereich der Fort- und Weiterbildung der beruflich Pflegenden. Die VdPB ist außerdem die für die Führung des Berufsregisters und die Registrierung der Praxisanleitungen in der Pflege zuständige Behörde. Die Mitgliedschaft in der VdPB ist für professionell Pflegende freiwillig und kostenlos. Seit November 2025 ist Rita Zöllner Präsidentin der VdPB.
Vereinigung der Pflegenden in Bayern KöR Prinzregentenstraße 24 80538 München info@vdpb-bayern.de Präsidentin: Rita Zöllner