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24.06.2020 – 14:03

dpa-Faktencheck

Wetter und Sonnenstand sorgten für besonders dichten Kondensstreifen

Berlin (ots)

Ein Flugzeug lässt einen beeindruckenden Kondensstreifen entstehen - ein millionenfach geklicktes Video davon ist für Anhänger der Chemtrail-Verschwörungserzählung ein Beleg für das Versprühen von Chemikalien in die Atmosphäre (http://dpaq.de/Dcbsg).

BEWERTUNG: Es gibt keinen Beleg, dass das Video mehr zeigt als einen Kondensstreifen. Nach Angaben des Piloten, der die Aufnahme gemacht hat, ließen das Wetter und der Sonnenstand den Kondensstreifen besonders dicht erscheinen.

FAKTEN: Das Video wurde von dem Piloten Lou Boyer aus dem Cockpit eines anderen Flugzeugs aufgenommen und im Juni 2017 auf Youtube veröffentlicht (http://dpaq.de/WcY0h). Der Videobeschreibung zufolge ist es über der Ostküste Russlands aufgenommen worden.

Bei dem Flugzeug handelt es sich laut Aussagen von Boyer gegenüber dem staatlichen russischen Auslandssender "RT" um eine Boeing 787 Dreamliner (http://dpaq.de/NcE9I). Boyer filmte das Flugzeug demnach in rund 10 Kilometern Höhe aus dem Cockpit einer Boeing 747 auf dem Weg von Tokio nach Alaska. Die Flugzeuge kreuzten sich nach seinen Angaben mit rund 300 Metern Höhenunterschied. Dass der Kondensstreifen der 787 so groß und dicht aussieht, erklärt Boyer mit der hohen Luftfeuchtigkeit und dem Stand der Sonne, der für Schatten durch den Kondensstreifen selbst gesorgt habe.

Informationen, die über die Videoaufnahme hinausgehen oder Boyers Schilderungen widerlegen oder ergänzen würden, finden sich im Facebook-Post nicht. Konkrete Belege für die Chemtrail-Verschwörungserzählung, also das Versprühen von Chemikalien aus Flugzeugen zur Manipulation von Wetter und Bevölkerung, werden keine genannt.

Generell können Kondensstreifen unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Sie entstehen, wenn bei der Verbrennung von Treibstoff unter anderem Wasserdampf entsteht. Dieser kondensiert (http://dpaq.de/V7n56), allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Zum Beispiel muss die Atmosphäre kalt genug sein, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) schreibt (http://dpaq.de/CdbLe).

Die genaue Temperatur hängt den Angaben zufolge von Faktoren wie der Flughöhe, der Umgebungsfeuchte, dem Treibstoff und der Beschaffenheit der Flugzeugturbinen ab. Das DLR schreibt zudem: "In trockener Luft lösen sich die Kondensstreifen rasch wieder auf. In sehr feuchter Luft können Kondensstreifen dagegen lange, einige Minuten bis Stunden, leben und sich am Himmel ausbreiten."

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Links:

Post auf Facebook: https://www.facebook.com/1550343398/videos/10222609195049150/ (archiviert: https://archive.vn/PvXam)

Video auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=epa6WxEw1Xk (archiviert: http://dpaq.de/WcY0h)

"RT"-Artikel: https://www.rt.com/viral/394588-boeing-contrails-dreamliner-video/ (archiviert: https://archive.vn/476RF)

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt über Kondensstreifen: https://www.dlr.de/pa/desktopdefault.aspx/tabid-2554/3836_read-5746/ (archiviert: https://archive.vn/2J3LV)

"Encyclopedia Britannica" über Kondensstreifen: https://www.britannica.com/science/vapor-trail (archiviert: https://archive.vn/a5lRt)

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Kontakt zum dpa-Faktencheckteam: faktencheck@dpa.com

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