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Suizidalität und Lebensmüdigkeit im Alter

Suizidalität und Lebensmüdigkeit im Alter
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Suizidprävention und Hilfsangebote in der Pflegeberatung

Suizidalität und Lebensmüdigkeit im Alter

Suizidalität kommt in allen Altersgruppen vor, besonders gefährdet sind jedoch ältere und pflegebedürftige Personen. Die Relevanz des Themas offenbart sich daher auch im Rahmen der Pflegeberatung.

Es gibt Risikofaktoren, die eine Wahrscheinlichkeit für suizidales Verhalten erhöhen. Lebensumstände und persönliche Erfahrungen können zu anhaltendem seelischem Druck und zu suizidalen Gedanken oder Absichten führen. In Deutschland beendeten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mehr als 10.000 Menschen im Jahr 2023 selbst ihr Leben. Insgesamt starben damit in Deutschland mehr Menschen durch vollendeten Suizid als durch Gewalttaten, Verkehrsunfälle oder den Gebrauch von illegalen Drogen. Die Tendenz der letzten zehn Jahre zeigt eine Steigerungsrate an Selbsttötungen von knapp sieben Prozent. Männer begehen mit 71,5 % dabei häufiger Suizid als Frauen.

Die Zahlen verdeutlichen, dass die gesellschaftliche Bedeutung von Suizidalität nicht unterschätzt werden sollte, zumal davon ausgegangen werden kann, dass auf einen vollendeten Suizidversuch viele unvollendete Versuche kommen. Dennoch wird der Themenkomplex Suizidalität oder Freitod in vielen gesellschaftlichen Diskursen nach wie vor tabuisiert und stigmatisiert. Sozialgerontologin Daniela Brüker-van Heek, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Kuratorium Deutsche Altershilfe in Köln, kann das bestätigen:

„Die Altersgruppe älterer Menschen weist die höchste Suizidrate auf. Das Durchschnittsalter liegt bei ca. 58 Jahren. Zweidrittel der Suizide werden von Menschen über 50 begangen und im Alter steigt diese Zahl exponentiell an. Daher ist das Thema von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Die Risikofaktoren sind dabei sehr unterschiedlich. Das können das Alter, Armut, Arbeits- und Wohnungslosigkeit, familiäre Krisen, Diskriminierung, Pflegebedürftigkeit, Verlusterfahrung, Tod, Missbrauch, Substanzmittelkonsum und verschiedene physische und psychische Krankheitsbilder sein; beispielsweise auch chronische Schmerzen oder Psychosen. Die Fülle der möglichen Faktoren zeigt deutlich die Vulnerabilität dieser Gruppe und dass durch die Kumulation verschiedener Aspekte das Risiko einer Suizidalität im Alter deutlich steigt.“

Der Unterschied zwischen Suizidalität und Lebensmüdigkeit

Die differenzierte Betrachtung unterscheidet zwischen Suizidalität und Lebensmüdigkeit. Unter Lebensmüdigkeit wird ein Gefühl der Erschöpfung und Sinnlosigkeit verstanden, welches in der aktuellen Situation den Wunsch verstärkt, nicht mehr leben zu wollen. Die empfundene Ausweglosigkeit kann den Leidensdruck verstärken, muss aber nicht mit einer konkreten Suizidabsicht einhergehen. Sie kann sich, oft bedingt durch psychische Erkrankungen, dahin entwickeln. Wenn alle Gefühle, Gedanken und Handlungen durch aktive Maßnahmen, oder auch durch Unterlassung, auf die Absicht hinauslaufen, das eigene Leben zu beenden, spricht man von suizidalem Verhalten. Dieses Verhalten kann unterschiedliche Ausprägungsformen aufweisen; von ersten flüchtigen Gedanken bis hin zu konkreten Handlungen und schließlich der Vollendung durch den Suizid.

Suizidales Verhalten oder ein geplanter Suizid können unbemerkt bleiben und lassen sich nicht zwangsläufig unterbinden. Es gibt aber oft Anzeichen und Warnhinweise, die dafür sensibilisierte Menschen, z.B. compass-Pflegberater*innen, im direkten Umfeld wahrnehmen können. Konkrete Aussagen über einen beabsichtigten Todeswunsch oder eine Suizidabsicht sollten auf jeden Fall ernst genommen werden. Auch sozialer Rückzug, Verhaltensveränderungen, z. B. Angst oder Wut, sowie kommunizierte Hoffnungs- oder Sinnlosigkeit können Warnrufe sein. Das kann auch mit konkreten Planungen oder Recherchen und Fragen zum Thema Selbsttötung einhergehen. Auch Selbstkritik, starke Schuldgefühle, das Ordnen persönlicher Angelegenheiten und privater Verhältnisse, sowie eine plötzliche Ruhe oder Gelöstheit nach privater Krise, können auf eine Suizidalität hinweisen.

Wie sollte mit Warnzeichen umgegangen werden?

Nicht jedes Warnzeichen muss automatisch auf eine akute Suizidgefahr hinweisen. Möglicherweise fällt es Bezugspersonen von älteren oder kranken Menschen auch schwerer, die Anzeichen zu deuten, weil sich eine gewisse Form der Lebensmüdigkeit über längere Zeit hinweg eingeschlichen hat und nicht mehr als auffällig heraussticht. Ernst nehmen sollte man Signale, auch die vermuteten, trotzdem immer und unbedingt.

Eine mögliche Form der Krisenintervention kann zum Beispiel in einer notfallpsychiatrischen Behandlung bestehen. Kurztherapien und die Betreuung durch geschultes Fachpersonal können akute Krisensituationen bewältigen helfen. So werden auch gemeinsam Strategien zur Rückfallprävention erarbeitet. Außerdem können Notfallpläne erstellt, konkrete Vereinbarungen getroffen und die Selbsthilfekräfte gestärkt werden, um zukünftige Selbst- und Fremdgefährdung zu verhindern. Auch Psychotherapien und Medikation sind wichtige Bausteine als krisentherapeutische Strategie.

Suizidprävention und Hilfsangebote

Kommunikation ist in der Regel der Schlüssel im Umgang mit Betroffenen. Dabei geht es immer zuerst darum, Vertrauen und Hilfsbereitschaft zu signalisieren. Ein Gespräch mit suizidalen Personen kann gelingen, wenn das Gespräch als Angebot verstanden wird - und nicht als Zwang den Suizid verhindern zu müssen. Eine weitere Möglichkeit der Suizidprävention ist es, den Zugang zu gefährlichen Mitteln einzuschränken. Das sichere Verwahren von Medikamenten, Giftstoffen und Waffen kann das Suizidrisiko deutlich senken, insbesondere bei impulsiven Suizidversuchen.

Bei Handlungsdruck sollten sich Betroffene an die Polizei oder den Rettungsdienst wenden. Auch die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik kann ein probates Mittel sein. Ambulante Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen können über die Datenbank der Kassenärztlichen Bundesvereinigung bei der Suche nach Therapieplätzen behilflich sein. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist durchgehend über die Rufnummer 116 117 erreichbar. Außerdem steht die TelefonSeelsorge rund um die Uhr kostenfrei per Telefon unter 0800 - 1110111, Chat oder E-Mail zur Verfügung. Die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention e.V. informiert im Netz über Hilfsangebote und zentrale Anlaufstellen. Darüber hinaus bieten zahlreiche Angebote und diverse Selbsthilfegruppen ihre Hilfe an.

Auch die geschulten Pflegeexpert*innen von compass sind für das Thema sensibilisiert und verfügen über das notwendige Fachwissen, um Betroffenen im Rahmen einer Pflegeberatung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, falls Fragen zum Thema Suizidalität und Lebensmüdigkeit im Alter auftreten. Sie können auch bei der Suche nach entsprechenden Fachstellen oder Selbsthilfegruppen sowie bei der Auswahl von Angeboten unterstützen.

Weiterführende Informationen: Hilfe bei Suizid-Gedanken

Wenn es Ihnen nicht gut geht oder Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Das können Freund*innen oder Verwandte sein, es gibt aber auch viele qualifizierte Hilfsangebote, z.B.:

TelefonSeelsorge Rufnummer 0800 - 1110111

Der ärztliche Bereitschaftsdienst Rufnummer: 116 117

Hintergrund:

Die compass private pflegeberatung GmbH berät Pflegebedürftige und deren Angehörige telefonisch, per Videogespräch und auch zu Hause gemäß dem gesetzlichen Anspruch aller Versicherten auf kostenfreie und neutrale Pflegeberatung (§ 7a SGB XI sowie § 37 Abs. 3 SGB XI). Die telefonische Beratung von compass steht allen Versicherten offen. Digitale Angebote wie das Informationsportal pflegeberatung.de, die App “pflegecompass” sowie Online-Pflegekurse ergänzen das Angebot für Ratsuchende.

compass ist als unabhängige Tochter des PKV-Verbandes mit circa 1.000 Mitarbeitenden bundesweit tätig. Die compass-Pflegeberater*innen beraten im Rahmen von Telefonaktionen sowie zu den regulären Service Zeiten zu allen Fragen rund um das Thema Pflege.

Hinweis zum Text:

Dieser Text wurde ohne Unterstützung durch eine KI-Anwendung erstellt.

Service für Journalist*innen:

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Abteilung Politik und Kommunikation
Thomas Gmeinder
Telefon: 0221 933 32-4111
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