Klimawandel und Landwirtschaft: Wie Cotton made in Africa und African People & Wildlife Kleinbäuer*innen durch partizipative Beratung in den Mittelpunkt stellen
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Neues Handbuch der Aid by Trade Foundation und African People & Wildlife zeigt, wie Cotton made in Africa den Baumwollanbau durch Dialog statt Vorschriften transformieren will .
Hamburg, 14. September 2026. Dürren und Artensterben als Folge des Klimawandels und des Biodiversitätsverlusts zwingen die Landwirtschaft zu schnellen Anpassungen – gerade Kleinbäuer*innen in Afrika südlich der Sahara sind mit diesen Herausforderungen konfrontiert. Schulungen können helfen, doch reine Vorschriften von oben herab scheitern in der Praxis oft. Die Hamburger Aid by Trade Foundation (AbTF) hat in enger Zusammenarbeit mit der seit 20 Jahren im gemeinschaftsbasierten Naturschutz engagierten Organisation African People & Wildlife (APW) ein wegweisendes Handbuch veröffentlicht: Mit dem „CmiA Community Engagement Training Manual“ führen die Partner einen neuen Weg in der landwirtschaftlichen Beratung ein und etablieren einen partnerschaftlichen Dialog auf Augenhöhe mit den Baumwollkleinbäuer*innen.
Das neue Schulungshandbuch ist als praxisnaher Leitfaden konzipiert und hebt die Einbahnstraße der Information auf, die herkömmliche agrarische Beratung oft prägt. Das Handbuch wurde von beiden Organisationen in mehrjähriger Zusammenarbeit entwickelt und baut auf dem bewährten „ACTIVE Community Engagement Model“ von APW auf. In vier Module unterteilt, reicht es von der soziokulturellen Planung über die Durchführung partizipativer Sitzungen bis hin zur Evaluierung des Lernerfolgs.
Komplexe Herausforderungen erfordern neue Wege
Die Baumwollproduzent*innen stehen in diesem Handbuch im Zentrum eines Prozesses, der gemeinsames Lernen, Austausch und Entscheidungsfindung umfasst. Landwirtschaftliche Berater*innen und führende Landwirt*innen werden dabei zu Moderatoren des Wandels („Community Champions“) entwickelt, bei denen die dialogische Einbindung bäuerlicher Gemeinschaften, mit dem Ziel herkömmliche landwirtschaftliche Praxis dauerhaft zu verändern, im Fokus steht.
Der Grund dafür ist, dass Klimawandel, Verlust biologischer Vielfalt und deren Folgen für bäuerliche Gemeinschaften umfassende Anpassungen des Baumwollanbaus erfordern. Um diese zu implementieren, reichen rein technische Handlungsempfehlungen und die Überprüfung ihrer Umsetzung nicht aus. Vielmehr ist es notwendig, lokales Wissen, traditionelle Praktiken und die individuellen Risikowahrnehmungen der Bäuerinnen und Bauern zu berücksichtigen. Den Moderator*innen in den Anbaugebieten bietet das Handbuch einen Leitfaden, durch eine gemeinsame Analyse der Bedarfe herauszufinden, welche Anpassungen kleinbäuerliche Landwirtschaft im lokalen Kontext wirklich braucht. Dieses Vorgehen führt zu mehr Akzeptanz innovativer Anbaumethoden, und zum gemeinsamen Handeln sowie dem Aufbau von tieferem Verständnis für die Notwendigkeit von Wandel.
Gemeinschaften im Fokus des Handelns
„Das Handbuch spiegelt unsere Überzeugung wider, dass eine Landwirtschaft auf Dauer nur funktionieren kann, wenn die ländlichen Gemeinschaften im Fokus des Handelns stehen“, betont Alexandra Perschau, Leiterin der Baumwollstandards der Aid by Trade Foundation. „Bäuerinnen und Bauern sind keine passiven Empfänger von Handlungsempfehlungen, sie sind Dreh- und Angelpunkt der Veränderung. Ihre wertvollen Erfahrungen und das reiche, traditionelle Wissen zahlreicher Personen und Gemeinschaften bilden die Grundlage des neuen Ansatzes.“
Zurzeit wird das Handbuch unter Federführung der APW im Rahmen eines ersten “Training of the Trainers” sowie CmiA Regional Workshops den Umsetzungspartnern von CmiA vorgestellt. Daran beteiligt sind Alais Ole-Morindat, Leiter des „ACTIVE Community Engagement“-Programms, und Revocatus Magayane (ACTIVE Programme Director und Senior Programme Officer von APW) sowie Dr. Ben Sekamatte, Agrarexperte und Berater von CmiA aus Uganda.
Pressekontakt Christina Ben Bella, E-Mail: christina.benbella@abt-foundation.org Holger Diedrich, E-Mail: holger.diedrich@abt-foundation.org Aid by Trade Foundation | Werner-Otto-Straße 13 b | 22197 Hamburg | Deutschland
Pressekontakt African People & Wildlife Katy Teson, E-Mail: kteson@africanpeoplewildlife.org
Über die Aid by Trade Foundation: Die Aid by Trade Foundation (AbTF), 2005 von dem Unternehmer Prof. Dr. Michael Otto gegründet, ist eine international agierende Non-Profit-Organisation. Anhand ihrer Rohstoffstandards Cotton made in Africa® (CmiA), Cotton made in Africa Organic (CmiA Organic), Regenerative Cotton Standard® (RCS) und The Good Cashmere Standard® (GCS) überprüfen unabhängige Dritte die Einhaltung von Umwelt-, Sozial- und Tierwohlkriterien. Digitale Trackingsysteme der AbTF gewährleisten zusätzlich eine transparente Rückverfolgbarkeit der verifizierten Rohstoffe. Modemarken und Textilunternehmen können so Baumwolle und Kaschmirwolle beziehen, die nach den Kriterien des jeweiligen Standards produziert wurde, und diese vom Ursprung bis zum fertigen Produkt rückverfolgen. Darüber hinaus investiert die AbTF in Schulungen für Produzent*innen sowie in gemeinschaftsorientierte Projekte in den Anbaugebieten. Angesichts von Klimawandel, Biodiversitätsverlust und neuen Gesetzen sind die Standards von grundlegender Bedeutung für landwirtschaftliche Betriebe und Partnerunternehmen. Hierbei kooperiert die Stiftung eng mit Fachleuten aus Wirtschaft, Tier- und Naturschutz. Mehr Infos unter: www.aidbytrade.org
Über African People & Wildlife: African People & Wildlife (APW) arbeitet Hand in Hand mit Gemeinden und anderen Partnern daran, eine gesündere und nachhaltigere Welt zu schaffen – durch den Schutz wildlebender Tiere, Investitionen in Menschen und die Wiederherstellung des Gleichgewichts in Afrikas lebenswichtigen Ökosystemen mittels wirksamer Naturschutzmaßnahmen, angewandter Wissenschaft und kollektiver Wirkung. Der integrative und ganzheitliche Ansatz von APW im Naturschutz führt zu wirksamen, messbaren und dauerhaften Ergebnissen für Mensch und Natur. APW wurde 2005 gegründet und ist ein anerkannter Vorreiter im Bereich des gemeinschaftsorientierten Naturschutzes. Weitere Informationen finden Sie unter: africanpeoplewildlife.org

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