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Pflegetag Hamburg: Pflege ist bereit für mehr Verantwortung – Sparlogik darf Fortschritt nicht ausbremsen

Pflegetag Hamburg: Pflege ist bereit für mehr Verantwortung – Sparlogik darf Fortschritt nicht ausbremsen
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Pflegetag Hamburg: Pflege ist bereit für mehr Verantwortung – Sparlogik darf Fortschritt nicht ausbremsen

Am Dienstag fand der DBfK Pflegetag Hamburg 2026 mit mehr als 100 Teilnehmenden aus sämtlichen Pflegesettings an der HAW Hamburg statt. Im Mittelpunkt stand die Kompetenzorientierung in Ausbildung und Studium mit Bezug zu Advanced Practice Nursing, Hilfsmittelverordnung durch Pflegefachpersonen und pflegegeleiteter Versorgung. Gleichzeitig nutzten Vertreterinnen des DBfK Nordwest und der HAW den Tag, die aktuelle Sparpolitik des Bundes scharf zu kritisieren.

Bereits in den Grußworten wurde deutlich, dass diese Entwicklung nicht nur fachlich, sondern auch politisch hoch relevant ist. Prof. Dr. Uta Gaidys, Dekanin der Fakultät Gesundheit der HAW Hamburg, kritisierte den politischen Angriff auf mögliche Kürzungen des Pflegebudgets. Sie warnte vor negativen Folgen für die pflegerischen Versorgung im Krankenhaus und den sich gerade etablierenden Advanced Nursing Practice (APN)-Rollen.

Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer sprach in ihrem Grußwort offen über die angespannte Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung und die anstehenden Beratungen der Länder zu möglichen Sparmaßnahmen. Dabei verwies sie auf Kostenentwicklungen und Missbrauchsrisiken im Pflegebudget. Die Länder suchten nach Alternativen, um das Pflegebudget nicht vollständig abzuschaffen, Fehlanreize aber zu begrenzen und Kosten zu reduzieren.

Der DBfK warnt in diesem Zusammenhang vor einer falschen Weichenstellung. „Wer jetzt pauschal am Pflegebudget spart, gefährdet nicht nur die Versorgung, sondern auch notwendige Innovationen: Pflegefachpersonen übernehmen mehr Verantwortung, entwickeln neue Rollen und bereiten sich auf erweiterte Befugnisse vor. Hier werden rechtliche, organisatorische und finanzielle Anpassungen gebraucht – keine Sparlogik“, sagt Sandra Mehmecke, Geschäftsführerin des DBfK Nordwest.

Im Anschluss diskutierten Swantje Seismann-Petersen und Lili Mallée, Vorständinnen des DBfK Nordwest, die neuen Definitionen des International Council of Nurses (ICN) von Professioneller Pflege (Nursing) und Pflegefachperson (Nurse) und betonten deren Bedeutung für die Berufsgruppe. Professionelle Pflege wird darin als eine wissenschaftsbasierte und menschenzentrierte Profession definiert, die auf ethischen Grundlagen beruht. Zugleich macht der ICN deutlich, dass Pflegefachpersonen neben Versorgung und Bildung auch Forschung und Gesundheitspolitik aktiv mitgestalten.

Beiträge der HAW Hamburg machten sichtbar, wie Ausbildung und Studium auf erweiterte Rollen und heilkundliche Kompetenzen vorbereiten. Weitere Programmpunkte zu körperlichen Untersuchungen als ANP-Kompetenz, zur Hilfsmittelverordnung durch Pflegefachpersonen und zur Nurse-led Unit am Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide verdeutlichten, dass pflegegeleitete Innovationen bereits jetzt wirken.

„Der Fortschritt lässt sich nicht mehr aufhalten“, so Mehmecke. „Die Frage ist nicht mehr, ob professionelle Pflege mehr Verantwortung übernehmen wird. Die Frage ist, ob Politik, Finanzierung und Organisation schnell genug mitgehen, um die Versorgung der Bevölkerung in den kommenden Jahren auf einem angemessen Niveau zu sichern.“

Vor diesem Hintergrund ruft der DBfK zur Protestaktion anlässlich der Gesundheitsministerkonferenz am 10. Juni 2026 in Hannover auf. Unter dem Motto „Pflege ist kein Sparschwein. Pflege sichert Versorgung“ macht der Verband deutlich: Wer eine gute Gesundheitsversorgung will, braucht erweiterte Pflegekompetenz, APN-Rollen und pflegegeleitete Versorgungsmodelle – und darf die dafür notwendigen Finanzierungsgrundlagen nicht zerstören.

Weitere Informationen zur Aktion: www.dbfk.de/keinsparschwein.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Schwark M.Sc.  | Referent für Öffentliche Kommunikation  
Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest e.V.
Geschäftsstelle | Bödekerstr. 56 | 30161 Hannover
Regionalvertretung Nord | Am Hochkamp 14 | 23611 Bad Schwartau
Regionalvertretung West | Beethovenstraße 32 | 45128 Essen
Telefon +49 511 696844-136 | Mobil +151 42228489 |  nordwest@dbfk.de
 www.dbfk.de 

Sitz des Vereins - Hannover | Vereinsregister - Amtsgericht Hannover VR 2583 | vertreten durch den geschäftsführenden Vorstand - Martin Dichter, Ph.D. (Vorsitzender), Prof. Dr. Nina Fleischmann, Swantje Seismann-Petersen

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