Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie
Windiges Winterwetter zum Jahreswechsel lässt den Feuerwerksfeinstaub verfliegen - Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie berichtet zu den Feinstaub-Konzentrationen in der Silvesternacht
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PRESSEMITTEILUNG
Windiges Winterwetter zum Jahreswechsel lässt den Feuerwerksfeinstaub verfliegen
Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie berichtet zu den Feinstaub-Konzentrationen in der Silvesternacht
Wiesbaden, 2. Januar 2026 – Auch in diesem Jahr führte das Silvesterfeuerwerk vielerorts kurzfristig zu sehr hohen Feinstaub-Konzentrationen (PM10 und PM2,5). Das windige Wetter sorgte aber, wie in den beiden Vorjahren, für eine schnelle Verbesserung der Luftqualität. Der traditionelle Anstieg der Feinstaubkonzentration kurz nach Mitternacht fiel nur etwas höher als im Vorjahr und vergleichsweise niedrig aus. Im Mittel über alle städtischen Stationen wurde im Zeitraum von 0:00 bis 0:30 Uhr des Neujahrstags für PM2,5 eine Konzentration von etwa 140 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) erreicht. Kurzfristig wurden jedoch an einzelnen Messstellen Werte von einigen hundert Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten. Die höchsten Halbstundenwerte wurden mit etwa 310 bis 330 Mikrogramm pro Kubikmeter an den Messstationen in Wiesbaden Süd, der Friedberger Landstraße in Frankfurt und in Offenbach an der Unteren Grenzstraße gemessen. Aufgrund des schnellen Konzentrationsabfalls noch während der frühen Nachtstunden wurde an keiner der hessischen Messstellen für PM2,5 ein Wert von 25 µg/m3 im Tagesmittel überschritten.
Verglichen mit anderen Silvesternächten war die Feinstaubbelastung eher gering. Grund dafür waren die windigen Witterungsverhältnisse an Silvester und Neujahr. Austauscharme Wetterlagen, gekennzeichnet unter anderem durch wenig Wind, können dagegen für eine langanhaltend starke Feinstaubbelastung wie beispielsweise am Neujahrstag 2020 sorgen.
Hintergrund:
Luftverschmutzung stellt ein gesundheitliches Risiko dar. Zum Schutz der menschlichen Gesundheit gelten daher EU-weit Grenzwerte für Feinstaub und andere Luftschadstoffe. Beim Feinstaub unterscheidet man die Fraktionen PM10 und PM2,5. Das sind Partikel mit einem Durchmesser kleiner 10 bzw. kleiner 2,5 Mikrometer. Die für Feinstaub geltenden Grenzwerte werden in Hessen seit vielen Jahren sicher eingehalten. Im Jahr 2024 hat die EU jedoch die Luftqualitätsrichtlinie überarbeitet. Diese sieht ab 2030 deutlich strengere Grenzwerte vor. Für PM2,5 muss dann ein Jahresmittelwert von 10 µg/m3 eingehalten werden. Außerdem darf ein Tagesmittelwert von 25 µg/m3 nicht häufiger als 18-mal in einem Kalenderjahr überschritten werden.
Wegen des Feuerwerks in der Silvesternacht startet das neue Jahr an vielen Messstationen meist direkt mit einer sehr hohen Feinstaubbelastung. Die PM2,5-Halbstundenwerte können dann durchaus einige 100 µg/m3 und in Extremfällen auch bis zu 1.000 µg/m3 und darüber erreichen. In der Regel beschränken sich diese hohen Werte auf die ersten ein bis zwei Stunden des neuen Jahres. Danach fallen die Konzentrationen in der Nacht und am Morgen wieder stark ab. Auch wenn sich die wirklich hohen Konzentrationen nur auf einen sehr kurzen Zeitraum beschränken, wird der Tagesmittelwert typischerweise doch so stark beeinflusst, dass die kritische Schwelle von 25 µg/m3 überschritten werden kann.
Die Abbildung zeigt den Verlauf der Feinstaub PM2,5-Konzentration in den Silvesternächten verschiedener Jahre gemittelt über alle Messstationen in hessischen Städten zeitlich hochaufgelöst als Halbstundenmittelwerte. Im Jahr 2020 ist ein extrem starker Anstieg der Feinstaubkonzentration kurz nach Mitternacht zu erkennen. In diesem oder auch im letzten Jahr fiel dieser Anstieg jedoch sehr viel geringer aus und sinkt im Anschluss vergleichsweise stark ab, was durch bessere atmosphärische Austauschbedingungen als 2020 zu erklären ist.
Weitere Informationen und aktuelle Messwerte jederzeit unter:
hlnug.de/themen/luft/luftqualitaet/luftschadstoffe
hlnug.de/messwerte/luft/luftschadstoffe/pm25-feinstaub
hlnug.de/messwerte/luft/luftschadstoffe/pm10-feinstaub
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