Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Sonderforschungsbereich in der Literaturwissenschaft bewilligt
Sonderforschungsbereich in der Literaturwissenschaft bewilligt
- Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert einen neuen Sonderforschungsbereich/Transregio an der Universität Freiburg.
- In dem Sonderforschungsbereich/Transregio Historical and Transcultural Narratology untersuchen Wissenschaftler*innen Erzählungen und Erzählpraktiken in verschiedenen historischen und kulturellen Kontexten.
- Sprecherin ist Prof. Dr. Eva von Contzen, Professorin für Englische Literaturwissenschaft der Universität Freiburg. Ebenfalls beteiligt sind die Universitäten Bochum und Bonn.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert einen neuen Sonderforschungsbereich/Transregio (SFB/TRR) an der Universität Freiburg. Der TRR Historical and Transcultural Narratology erhält für vier Jahre knapp zehn Millionen Euro. Wissenschaftler*innen untersuchen darin Erzählungen und Erzählpraktiken in verschiedenen historischen und kulturellen Kontexten. Die Forschenden werden hierfür Methoden der Digital Humanities erproben und weiterentwickeln. Sprecherin des TRR ist Prof. Dr. Eva von Contzen, Professorin für Englische Literaturwissenschaft der Universität Freiburg, die schwerpunktmäßig zu mittelalterlicher Literatur, historischer Erzählforschung und Literaturtheorie forscht. Ebenfalls beteiligt sind die Universitäten Bochum und Bonn.
„Wir freuen uns sehr über die Einwerbung dieses neuen Sonderforschungsbereichs. Die Bewilligung ist ein großer Erfolg für unsere Universität und zeugt von der exzellenten Forschung, die ihre Wissenschaftler*innen in dem wichtigen Gebiet der Geisteswissenschaften leisten, sagt Rektorin Prof. Dr. Kerstin Krieglstein.
Eine neue historisch-transkulturelle Erzähltheorie
Menschen haben schon immer Geschichten erzählt. Über alle Epochen und Kulturen hinweg spielten Erzählungen eine wichtige Rolle für den sozialen Zusammenhalt. Der neue TRR Historical and Transcultural Narratology (Historische und transkulturelle Erzähltheorie) untersucht vormoderne, also antike, mittelalterliche und frühneuzeitliche Erzählungen aus verschiedenen kulturellen Kontexten. Der TRR wird Methoden der Digital Humanities erproben und weiterentwickeln, um die vergleichende Erzählforschung stärker digital zu verankern. Für seine Untersuchungen nutzt der TRR digitale und KI-basierte Methoden, von Prompt Engineering bis zu fortgeschritteneren KI-Architekturen. Ziel der Forschenden ist, eine neue historisch-transkulturelle Erzähltheorie zu entwickeln, die den engen Fokus aktueller Erzähltheorien auf westliche und moderne beziehungsweise postmoderne Traditionen überwindet. Diese neue Erzähltheorie soll unterschiedliche historische Erzählformate und -funktionen aus verschiedenen kulturellen Kontexten erfassen. Damit werden die Wissenschaftler*innen neue Wege für eine vergleichende, interdisziplinäre Literatur- und Kulturwissenschaft auf globaler Ebene eröffnen.
„Der Sonderforschungsbereich verspricht eine grundlegende Neuerschließung des Erzählens in der Vergangenheit aus vergleichender Perspektive“, sagt Sprecherin von Contzen. „Die beteiligten Forschenden kommen aus 16 verschiedenen Disziplinen, darunter Ägyptologie, Koreanistik, Theologie, Gräzistik und Slavistik. Wir beschäftigen uns mit den Fragen, wie Menschen in vergangenen Kulturen erzählt haben, in welchen Kontexten, zu welchen Zwecken und wie ihre Geschichten aussahen.“
Die Forschungsergebnisse sollen einen umfassenden historischen und transkulturellen Vergleich des Erzählens in globaler Perspektive ermöglichen und einen grundlegend neuen Blick auf die Genese, Variabilität und Funktionen von Erzählformen bieten. Die Forschenden des Verbunds der Universitäten Freiburg, Bochum und Bonn werden eng mit dem Digital Humanities Lab an der Philologischen Fakultät der Universität Freiburg und dem Bonner Center for Digital Humanities zusammenarbeiten.
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