Universitätsklinikum Essen AöR
Humboldt-Stipendium für Dr. Quan Shi: Warum Hirntumoren nach einer Therapie zurückkehren
Humboldt-Stipendium für Dr. Quan Shi
Warum Hirntumoren nach einer Therapie zurückkehren
Aggressive Hirntumoren sprechen häufig zunächst auf eine Behandlung an, kehren aber dennoch zurück. Warum sie Therapien überstehen und erneut wachsen, ist bislang nur teilweise verstanden worden. Dieser Frage widmet sich Dr. Quan Shi am Universitätsklinikum Essen. Der Forscher der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen erhält für sein Vorhaben ein Humboldt-Stipendium. Die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert seinen 2-jährigen Forschungsaufenthalt in Essen bis Juni 2028 mit 72.000 Euro.
Dr. Quan Shi wird in der Emmy Noether Arbeitsgruppe „Computational Oncology“ von Dr. Dr. Emre Kocakavuk forschen. Die Wissenschaftler:innen im „Kocakavuk Lab“ entwickeln neue computergestützte Verfahren, um Krebs besser zu verstehen und gezielter behandeln zu können.
Den Rückfall verstehen
Im Zuge seines neuen Forschungsvorhabens im Essener Gastlabor vergleicht Dr. Quan Shi Gewebeproben, die bei der ersten Diagnose sowie nach einem Rückfall entnommen wurden. Anschließend analysiert der Wissenschaftler Veränderungen im Erbgut, in der Aktivität der Gene und in den Eiweißen der Tumoren. Anschließend analysiert er Veränderungen im Erbgut, in der Genaktivität und in den Eiweißen der Tumoren. Dafür nutzt er die vergleichsweise neue Methode der Spatial Transcriptomics. Sie zeigt, an welchen Stellen im Tumorgewebe bestimmte Gene aktiv sind und ermöglicht so eine räumliche Kartierung der molekularen Veränderungen.
Der Blick ins Tumorgewebe
Die räumliche Kartierung eröffnet einen neuen Blick auf Hirntumoren. Sie macht sichtbar, wie Tumorzellen mit ihrer Umgebung zusammenwirken und welche Bereiche des Tumors besonders zur Therapieresistenz beitragen. Langfristig soll dieses Wissen helfen, Rückfälle besser zu verstehen und neue Ansatzpunkte für die Krebsforschung zu identifizieren.
Forschung über Fachgrenzen hinweg
Das Humboldt-Stipendium zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für internationale Wissenschaftler:innen in Deutschland, die sich in der Frühphase ihrer Karriere befinden. Es ermöglicht herausragenden Forschenden, Projekte an einer deutschen Gastinstitution umzusetzen und neue Kooperationen aufzubauen.
Für Dr. Shi ist die enge Zusammenarbeit der einbezogenen Fachgebiete entscheidend, von der Klinik bis zur Bioinformatik. „Zudem kann solch ein klinisch motiviertes, risikobehaftetes Projekt große internationale Anerkennung finden“, sagt der Wissenschaftler. „Das motiviert mich besonders.“
Weitere Informationen
Dr. Quan Shi, Emmy Noether Arbeitsgruppe „Computational Oncology“ / Kocakavuk Lab, West German Cancer Center and National Center for Tumor Diseases (NCT) West, quan.shi@uk-essen.de
Pressekontakt Martin Rolshoven, M.A. Referat für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit Dekanat der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen E-Mail: martin.rolshoven@uk-essen.de Telefon: 0201/723-6274 Internetseite: www.uni-due.de/med Social Media: Instagram | Facebook | LinkedIn
Über die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen Die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) ist auf dem Campus des Universitätsklinikums Essen angesiedelt. Wissenschaftler:innen verschiedener Disziplinen arbeiten hier gemeinsam am medizinischen Fortschritt und geben ihr Wissen an den Nachwuchs weiter. Das Ziel: Forschung auf internationalem Spitzenniveau und eine exzellente Ausbildung zukünftiger Wissenschaftler:innen, Ärzt:innen und Pflegefachpersonen.
Zu den Forschungsschwerpunkten zählen Herz- und Kreislauferkrankungen, Immunologie und Infektiologie, Onkologie, Translationale Neuro- und Verhaltenswissenschaften sowie Transplantation. Eine Reihe in Essen entwickelter diagnostischer und therapeutischer Verfahren ist weltweiter Standard. Die Core Facilities der Medizinischen Fakultät unterstützen die Forschungsarbeiten der rund 1.500 Wissenschaftler:innen im klinischen und grundlagenwissenschaftlichen Bereich.
Das Studium umfasst naturwissenschaftliche und medizinische Grundlagen, klinische Fächer sowie Psychologie und Soziologie. Es verknüpft die Theorie und Anwendung am individuellen Krankheitsfall. Die Medizinische Fakultät der UDE entwickelt die Lehre durch regelmäßige Evaluationen sowie ein strukturiertes Qualitätsmanagement kontinuierlich weiter.
Über die Essener Universitätsmedizin Die Essener Universitätsmedizin (UME) umfasst das Universitätsklinikum Essen sowie 15 Tochterunternehmen, darunter die Ruhrlandklinik, das St. Josef Krankenhaus Werden, die Herzchirurgie Huttrop und das Westdeutsche Protonentherapiezentrum Essen. Die UME ist mit etwa 1.700 Betten und rund 11.000 Mitarbeitenden das führende Gesundheitskompetenzzentrum des Ruhrgebiets und deckt die ganze Bandbreite einer umfassenden medizinischen Versorgung ab: von der Geburtshilfe über die Kinderheilkunde bis zum Behandlungsspektrum der inneren Medizin sowie der Unfall- und Notfallversorgung. Wesentliche Grundlage für die klinische Leistungsfähigkeit ist die Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen.

