Global Micro Initiative e.V.

Mit Kleinkrediten Armut bekämpfen - neuer Verein gegründet

Ein neuer Verein entstand, als sich in Hösbach ein noch kleiner Kreis von 10 engagierten Personen getroffen hat. Unter dem Namen Global Micro Initiative werden Entwicklungsprojekte auf den Philippinen finanziert.

Alles begann im Februar 2012, als Tobias Schüßler (Mitte) auf den Müllbergen Manilas zum ersten Mal mit extremer Armut konfrontiert wurde. "Die katastrophalen Lebensumstände der dortigen Menschen haben mich tief berührt und ich habe nach Wegen gesucht, ihnen langfristig aus ihrer Situation zu helfen."

Kurz darauf stieß der junge Student auf das Konzept der Mikrokredite, welches ihn sehr bald überzeugte. Mikrokredite sind sehr kleine Kredite (5 bis 500EUR), die an arme Menschen vergeben werden, die keinen Zugang zu Banken haben und deren Einkommen, falls vorhanden, nicht ausreicht, entweder ein eigenes Geschäft zu eröffnen oder mit ihrem Geschäft die eigene Familie hinreichend zu versorgen. Sie werden ausschließlich für Geschäftszwecke vergeben, sodass eine Rückzahlung auch möglich ist und den Menschen langfristig hilft.

Warum Kredite? Erfahrungen zeigten, dass sich Menschen oft schämen, auf Almosen angewiesen zu sein. Gut gemeinte Geschenke wurden oft nicht benutzt oder weiterverkauft. Kreditprojekte schaffen eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe und geben den Menschen oftmals neues Selbstvertrauen. Zwar werden die Projektteilnehmer intensiv betreut und erhalten Schulungen, doch der Erfolg eines Geschäfts hängt komplett von ihnen ab. Dadurch kann nicht nur die physische, sondern auch die mentale Armut der Menschen überwunden werden. Außerdem kann ein zurückbezahlter Kredit sogleich für ein neues Projekt genutzt werden, der gleiche Betrag hilft also mehrfach!

Das nächste Jahr verbrachte Schüßler damit, ein eigenes Mikrofinanzprogramm zu entwickeln, welches er im vergangenen September zusammen mit einer Partnerorganisation auf den Philippinen umsetzte. Mit den bis dahin gesammelten Spenden konnte man 7 Familien die Chance auf ein selbsterarbeitetes Leben ermöglichen.

Durch die Gründung von GMI kann diese Arbeit nun langfristig fortgeführt werden, sodass noch mehr arme Menschen ein eigenes Geschäft eröffnen können. Die gewählten Vorstände, Tobias Schüßler (Mitte), Marion Schwierz (rechts) und Silvia Schüßler (links), gaben bereits Pläne für das nächste Jahr bekannt; so wollen sie das Kreditprogramm nutzen, um Opfern von Menschenhandel den Ausstieg zu ermöglichen.

Silvia Schüßler, Vorstandsmitglied


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