Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.
Wenn Fake-Klinikwebseiten Gesundheitsprodukte verkaufen
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Wenn Fake-Klinikwebseiten Gesundheitsprodukte verkaufen
Drei Fragen an Angela Clausen, Teamleiterin für Lebensmittel im Gesundheitsmarkt der Verbraucherzentrale NRW
Ehemalige Klinik-, Praxis- oder Apothekenwebseiten werden zunehmend genutzt, um Nahrungsergänzungsmittel oder dubiose Gesundheitsprodukte zu verkaufen. Für Verbraucher:innen sind die Shops oft schwer zu durchschauen. Warum diese Masche gefährlich ist und worauf man beim Online-Kauf achten sollte, erklärt Teamleiterin Angela Clausen, Expertin für Nahrungsergänzungsmittel.
Warum wirken solche Online-Shops so glaubwürdig?
Wer im Internet nach Nahrungsergänzungsmitteln sucht, landet mitunter auf Webseiten, die auf den ersten Blick wie seriöse Kliniken oder Arztpraxen wirken. So führt etwa die Webpräsenz der ehemaligen Lungenklinik Ballenstedt oder des ehemaligen Katholischen Klinikums Duisburg zu einem Onlineshop mit Hunderten fragwürdigen Gesundheitsprodukten. Tatsächlich stecken hinter vielen dieser Seiten internationale Händler, die ihre Produkte verkaufen wollen. Die Betreiber nutzen gezielt bekannte Namen ehemaliger Kliniken, Arztpraxen oder Apotheken, um Vertrauen zu schaffen. Verbraucher:innen erkennen nicht, dass die Einrichtungen längst nicht mehr existieren. Stattdessen stoßen sie auf professionell gestaltete Seiten mit altem Impressum, Stellenanzeigen oder Klinikfotos. Dadurch entsteht der Eindruck einer seriösen medizinischen Webseite. Besonders problematisch ist das bei Gesundheitsprodukten oder Nahrungsergänzungsmitteln, weil Nutzer:innen hier auf Sicherheit und medizinische Kompetenz vertrauen.
Was ist an den angebotenen Produkten problematisch?
Viele der dort angebotenen Nahrungsergänzungsmittel sind in Deutschland nicht ordnungsgemäß registriert. Die zuständigen Behörden kennen diese Produkte daher oft nicht und könnten sie auch nicht kontrollieren. Zudem wird mit falschen Gesundheitsversprechen oder frei erfundenen Werbegeschichten gearbeitet. Einige Produkte werben etwa mit angeblichen Erfolgen in Fernsehsendungen oder mit prominenten Unterstützern, obwohl das nachweislich nicht stimmt. Besonders kritisch wird es, wenn Menschen gesundheitliche Beschwerden haben und auf schnelle Hilfe hoffen.
Woran erkennt man eine seriöse Online-Apotheke?
Wer Medikamente oder Gesundheitsprodukte online bestellt, sollte immer prüfen, ob es sich um eine offiziell zugelassene Versandapotheke handelt. Ein wichtiges Merkmal ist das EU-Sicherheitslogo, das auf legalen Webseiten vorhanden sein muss. Klickt man darauf, gelangt man zum Eintrag der Apotheke im Versandhandelsregister des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Fehlt dieses Logo oder führt der Link ins Leere, sollte man keinesfalls bestellen. Auch bei Praxis- oder Klinikseiten ist Vorsicht geboten, denn Ärzt:innen und Krankenhäuser dürfen grundsätzlich keine Produkte verkaufen. Taucht dort plötzlich ein Shop für Nahrungsergänzungsmittel auf, ist das ein deutliches Warnsignal. Verbraucher:innen sollten in solchen Fällen skeptisch bleiben und die Seiten möglichst der zuständigen Ärztekammer oder der Verbraucherzentrale melden.
Weitere Informationen:
- Mehr über die Betrugsfälle angeblicher Arztpraxen, Kliniken und Apotheken: www.verbraucherzentrale.nrw/node/123167
- Wissenswertes zu Onlineapotheken: www.verbraucherzentrale.nrw/node/11267
- Versandhandelsregister des BfArM: www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/Arzneimittelinformationen/Versandhandels-Register/_node.html
- Vertriebswege von Nahrungsergänzungsmitteln: www.verbraucherzentrale.nrw/node/13246
- Mehr zu Fakewerbung mit Prominenten: www.verbraucherzentrale.nrw/node/106106
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